Schock für junge Familie in Barkenberg
Spezialeinheit stürmt falsche Wohnung

Peter Hardes zeigte sich am Mittwoch immer noch völlig fertig. „Ich will jetzt keine Polizeibeamten verklagen, da sie ja eigentlich nur ihren Job gemacht haben."
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  • Peter Hardes zeigte sich am Mittwoch immer noch völlig fertig. „Ich will jetzt keine Polizeibeamten verklagen, da sie ja eigentlich nur ihren Job gemacht haben."
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Bei dem gestrigen Polizeieinsatz mit SEK Spezialkräften in Dorsten Barkenberg gab es eine fatale Verwechslung der Wohnung des Mehrfamilienhauses an der Barkenberger Allee.

Das Spezialeinsatzkommando irrte sich zunächst in der Haustür des großen Treppenhauses und drang fälschlicherweise in die Wohnung einer jungen Familie ein. An der Wohnungstür kann man die Spuren des gestiegenen Einsatzes sehen.

Das Schloss wurde regelrecht aufgesprengt, schwarze Rußspuren sind auf dem weißen Türblatt zurückgeblieben. In der daneben liegenden Küchentür sieht man deutlich ein großes Loch in Kopfhöhe des Kindes, dass von einem Schuss stammen soll. Nicht auszudenken, was gewesen wäre, wenn das Kind hier zufällig gestanden hätte.

Trotz notdürftiger Reparatur schließt die Tür nicht mehr richtig. Die Familie war auch am heutigen Mittwoch noch total geschockt von der Aktion. Die richtige Wohnung war nur weniger Meter entfernt, ein paar Stufen höher gelegen.

„Plötzlich und völlig unerwartet wurde unsere Wohnungstür aufgeschossen. Direkt danach sind gleich mehrere Beamte auf mich drauf und haben mich ihren Maschinengewehren und Handfeuerwaffen bedroht. Meine Tochter, die erst zweieinhalb Jahre ist, saß neben mir auf der Couch und hat nur geschrien. Wir waren und sind total geschockt“, berichtet Peter Hardes.

Zum Zeitpunkt des Polizeieinsatzes saßen Peter Hardes und seine Tochter auf der Couch im Wohnzimmer ihrer Wohnung. Er hatte, so wie er berichtete, ein langes Messer in der Hand, um damit eine Wassermelone zu zerkleinern. Genau in diesem Moment wurde die Tür aufgesprengt und Spezialkräfte stürmten in die Wohnung. Es dauerte erst einige Minuten bis den Beamten klar wurde, dass sie die falsche Wohnung erwischt hatten. Dann ging es ganz schnell. Nach einer kurzen Entschuldigung ging es raus und in die Nachbarwohnung. Hier waren die Beamten dann augenscheinlich richtig.

Peter Hardes zeigte sich am Mittwoch immer noch völlig fertig. „Ich will jetzt keine Polizeibeamten verklagen, da sie ja eigentlich nur ihren Job gemacht haben. Aber ich hätte mir gewünscht, dass sie im Vorfeld genauer prüfen, welche Wohnung sie stürmen. Jetzt im Nachhinein geht es uns vor allem um unsere Tochter. Ich möchte, dass sie diesen Schreck möglichst schnell und gut überwindet. Sie steht immer noch voll neben sich. Vielleicht kommt jemand von der Polizei noch einmal persönlich vorbei, um sich bei meiner Tochter zu entschuldigen und ihr erklärt, dass sie einen Fehler gemacht haben“, sagte Peter Hardes. Um die kaputten Türen muss sich Peter Hardes erst einmal selbst kümmern. Zwar hat man ihm versichert, dass alles bezahlt wird, aber eine Auswechslung dauert. Außerdem hofft er auch ein wenig, dass für alle in der Siedlung deutlich wird, dass nicht seine Familie gemeint war und sie eigentlich nur das unschuldige Opfer wurden.

Heute (13. Mai) hat sich die Polizei bei der Familie gemeldet. "Die Polizei hat sich heute persönlich bei uns entschuldigt. Die Beamten waren sehr nett und Emi bekam noch den Polizeibären. Fehler können passieren", so Peter Hardes.

Der gestrige Großeinsatz der Polizei sorgtenämlich nicht nur im Hause, sondern auch in der gesamten Nachbarschaft für großes Aufsehen: Am Dienstagabend wurde in Dorsten Barkenberg eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus durch eine SEK Einheit gestürmt und durchsucht. Hintergrund waren Streitigkeiten zweier Familien. Dieser Streit war bereits am 8. Mai eskaliert. Hierbei trafen Angehörige zweier Familien an der Barkenberger Allee aufeinander und schlugen aufeinander ein. Ein Mann, ein 38-Jähriger Dorstener, wurde bei der Schlägerei leicht verletzt – vermutlich mit einem Messer.

Im Zuge der Ermittlungen wurde bekannt, dass ein Beteiligter möglicherweise auch über eine Schusswaffe verfügt. Die Wohnung der tatverdächtigen Beteiligten an der Barkenberger Allee wurde am Dienstagabend mit Unterstützung von Spezialeinheiten betreten und durchsucht. In der Wohnung wurden Elektroschock-Geräte und ein Messer gefunden und sichergestellt. Die
Ermittlungen dauern an.

Text: Bludau / Hellenkamp
Fotos: Bludau

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Autor:

Olaf Hellenkamp aus Dorsten

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