Massive Leseprobleme bei Grundschülern nach Corona
Lernhelfer beim Lesen werden

Die Ehrenamtlichen fördern aktuell über 200 Schüler*innen an 61 Schulen in Dortmund und Castrop-Rauxel. Mentor Andreas Endermann.
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Der Bedarf war noch nie so groß wie nach Corona: Um die dramatischen Folgen der Pandemie für die Schüler*innen abzufedern, suchen viele Schulen die Unterstützung von ehrenamtlichen Lesementor*innen. Gerade Erst- und Zweitklässler haben in den letzten 18 Monaten überhaupt nicht richtig lesen gelernt.

Das berichteten die 104 Mitgliedsvereine des "Mentor – Die Leselernhelfer Bundesverbands e.V." bei ihrer jährlichen Fachtagung. Diese richtete der Verband 2021 gemeinsam mit seinem regionalen Verein "Mentor – Die Leselernhelfer Dortmund e.V." aus.

Lesefreude wecken

Rund 13.000 Mentor*innen unterstützen deutschlandweit 16.600 Kinder und Jugendliche. Dabei haben sie das Ziel, die eigene Lesefreude der Kinder zu wecken. Um die aktuelle, massive Nachfrage zu decken,  werden neue Lesementor*innen gesucht.
Die Vertreter*innen der bundesweiten Mentor-Vereine diskutierten in Dortmund auch über die Zukunft der Leseförderung. Eine aktuelle Frage dabei lautete: Analog oder digital - welche Medien eignen sich am besten, um Lesefreude zu wecken und die Lesefähigkeit zu verbessern?

Lernlücken durch Corona

Eine kontinuierliche Leseförderung ist für viele junge Menschen der Schlüssel zur Bildung, weil das Lesen die Basis für das Lernen in allen Fächern bildet. Leider hat die Pandemie zu einer dramatischen Abwärtsspirale in der Lesekompetenz geführt, erläuterte Margret Schaaf, 1. Vorsitzende des "Mentor – Die Leselernhelfer Bundesverbands e.V.": „Viele Erst- und Zweitklässler haben in den letzten 18 Monaten überhaupt nicht richtig lesen gelernt. Sie und andere Schülerinnen und Schüler unterstützen wir dabei, die großen Lernlücken, die durch Corona entstanden sind, zu schließen.“

Solidarisch sein

Diesen Einsatz der Mentor*innen an den Schulen begrüßte Manfred Hagedorn, Leiter des Schulverwaltungsamts der Stadt Dortmund, ausdrücklich. Er eröffnete die Tagung im Lensing Carreé gemeinsam mit Margret Schaaf. Die 1. Vorsitzende rief im Namen des Bundesverbands zu mehr gesellschaftlicher Solidarität auf: „Der aktuelle Bedarf an Lese- und Lernförderung ist so groß wie noch nie in den letzten 20 Jahren. Daher rufen wir jeden Erwachsenen dringend dazu auf, sich jetzt solidarisch mit den jungen Menschen zu zeigen und sich einmal pro Woche ehrenamtlich als Mentorin oder Mentor zu engagieren.“

Ungeteilte Aufmerksamkeit

Die Kinder und Jugendlichen profitieren auch stark von der exklusiven Aufmerksamkeit, die die Mentor*innen den jungen Menschen wöchentlich mindestens ein Jahr lang schenken. Sie stärkt ihr Selbstbewusstsein und hilft ihnen, weil sie coronabedingte Unsicherheiten und Ängste mit den Lesementor*innen als Vertrauenspersonen besprechen können. Über die Leseförderung berichtete Helmut Jüngst, 1. Vorsitzender von "Mentor – Die Leselernhelfer Dortmund e.V".: “Um Lesefreude zu wecken sowie Lese- und Sprachkompetenz aufzubauen, gibt es Themen und Spiele, die die Kinder so fesseln, dass sie neugierig und begierig lesen, um sich Inhalte zu erschließen. Das funktioniert auf Papier genauso gut, wie auf dem Tablet. Bei uns geht dazu ein Erwachsener gezielt auf die Interessen eines Kindes und auf seine Fähigkeiten ein, es ist eine individuelle und langfristige Förderung.“

Workshops

Welche Strategien und Medien die Mentor*innen dabei einsetzen können, zeigten drei spannende Workshops bei der Fachtagung. Einer davon fand in der Dortmunder Stadt- und Landesbibliothek statt, mit der der regionale Verein zusammenarbeitet. Wer sich in Dortmund bei "Mentor – Die Leselernhelfer für Schüler*innen" einsetzen möchte, findet auf der Internetseite www.mentor-dortmund.de Informationen.

Autor:

Lokalkompass Dortmund-City aus Dortmund-City

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