Der Druck wächst: Massive Proteste gegen Kirchenschließungen im Duisburger Norden

Das würde der Gemeinde fehlen, müsste der Röttgersbacher Kindergarten St. Barbara schließen.
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  • hochgeladen von Claudia Brück

Der Druck auf Bischof und Bistum wächst – das ist die wichtigste Erkenntnis des letzten „Talks im Röttgersbach“ . Wie immer hatte SPD-Ratsherr Frank Börner zu der bekannten Stadtteil-Diskussionsrunde in der Gaststätte „Senftöpfchen“ eingeladen.

Auf der Agenda stand diesmal ein Thema, das derzeit wie kaum ein anderes die Menschen bewegt:
Die vom Bistum Essen angekündigte Schließung mehrerer Kirchen, darunter die St. Barbara-Kirche in Röttgersbach mit ihrem angeschlossenen Kindergarten und die Kirche St. Norbert, gerade erst frisch renoviert für rund 1,7 Millionen Euro.
Unverständnis, Trauer und Wut waren die überwiegenden Reaktionen der über 50 Talkteilnehmer, nachdem die in St. Barbara aktiven Gruppen die Folgen einer Kirchenschließung aus ihrer Sicht erläuterten.
Stefanie Vukancic und Thomas Schmidt vom Elternbeirat des Kindergartens stellten eindringlich dar, dass die Schließung der Kirche unweigerlich auch das Ende des Kindergartens bedeuten würde, allen beschwichtigenden Äußerungen des Kita Zweckverbandes zum Trotz. „Wir sind zwar nur Kindergartenmuttis, aber auch wir können eins und eins zusammenzählen“, hieß es in der Debatte von einer aufgebrachten Mutter.
Alexandra Brans, Lehrerin für katholische Religion an der Grundschule am Park, unterstrich die Bedeutung der Kirche für ihre Aufgabe als Lehrerin: „Ohne Kirche in der Nähe, ohne Ansprechpartner, weiß ich nicht, wie ich meine Aufgabe, den Kindern den christlichen Glauben zu vermitteln, erfüllen soll. Müssen wir demnächst einen Bus mieten, um den Kindern eine Kirche zeigen zu können?“, fragt die Pädagogin.
Nick Erichsen stellte die Jugendarbeit in St. Barbara dar: 30 bis 40 Kinder aller Altersstufen kommen regelmäßig in die Unterkirche, um hier gemeinsam zu spielen, basteln und Zeit zu verbringen. Zeltabende im Pfarrgarten, Jugendlager, Ausflüge – all diese Aktivitäten stehen mit der Schließung der Kirche auf der Kippe. „Es ist einfach nur schade, wie wenig die ehrenamtliche Jugendarbeit hier gewürdigt wird“, sagt der engagierte junge Mann.
Die Schließung von St. Barbara und St. Norbert würde einen nicht wieder gut zu machenden Schaden in der Infrastruktur und dem sozialen Gefüge des Duisburger Nordens anrichten, darin besteht unter allen Diskussionsteilnehmern Einigkeit, darunter auch viele, die der katholischen Kirche längst den Rücken gekehrt haben.
Aus den Reihen der Aktivisten gegen die Kirchenschließungen wurde daher auch schnell die Forderung nach weiterer Unterstützung durch die Politik laut – immerhin hatten an diesem Abend neben Gastgeber Frank Börner auch Vertreter von CDU und Grünen den Weg in den Topf gefunden. Die Rufe wurden gehört, das Thema Kirchenschließungen soll nun in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung behandelt werden und ein parteiübergreifender Appell an den Bischof vorbereitet werden.
Angelika Hoffmann, Vorsitzende des Gesamtgemeinderates, ließ auch keinen Zweifel daran, dass der Kampf um den Erhalt der beiden Kirchen St. Norbert und St. Barbara von den Gemeindemitgliedern mit gleicher Leidenschaft weitergeführt werden soll – gemeinsam und solidarisch.
Die nächsten Aktionen sind ein Protestmarsch mit anschließender Mahnwache an St. Barbara (Samstag, 5. November, 17.30 Uhr) und eine teilweise Verhüllung der Kirche St. Norbert (Montag, 7. November, 15 bis 18 Uhr).
Welche Pläne es darüberhinaus gibt, wollte Angelika Hoffmann nicht verraten, sondern nur soviel: „Wir haben noch viele Ideen, wie wir den Bischof ärgern können“.

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