Versailles? Nicht nötig!
Auch Schloss Borbeck in Essen ist traumhaft schön

Schloss Borbeck: Heute die einzige noch erhaltene Residenz der Essener Fürstäbtissinnen.
Für die Essener Stadtgeschichte ist das Schloss mit seiner wechselvollen, mehr als
tausendjährigen Geschichte daher von einzigartiger Bedeutung.
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  • Schloss Borbeck: Heute die einzige noch erhaltene Residenz der Essener Fürstäbtissinnen.
    Für die Essener Stadtgeschichte ist das Schloss mit seiner wechselvollen, mehr als
    tausendjährigen Geschichte daher von einzigartiger Bedeutung.
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Der meteorologische Frühling in Deutschland bringt Wärme satt. Das Wetter im März ist bisher 4,5 Grad wärmer verglichen mit dem langjährigen Klimamittel. Das aktuelle Wetter empfinden viele wahrscheinlich derzeit als kalt, was vor allem am milden Winter und dem Februar liegt, in dem es fast 20 Grad gab. Aktuell ist das Wetter in Deutschland eher wechselhaft mit Regen und Gewittern, die kommende Woche wird aber freundlich. Ein kleiner Wärmeschub aus Südwesteuropa bringt Höchstwerte um 15 Grad, lokal auch 18, 19 oder knapp 20 Grad. Dann nichts wie raus an die frische Luft in Kombination mit etwas Sightseeing.

An Kulturangeboten mangelt es im Revier bekanntlich nicht. Hier gibt es beispielsweise viele Schlösser, die mehr als nur einen Besucht wert sind. Eines davon befindet sich in Essen-Borbeck. Das barocke Wasserschloss Borbeck mit einer langen Geschichte ist umgeben von einem weitläufigen Naturpark. Der gleichnamige Essener Stadtteil war übrigens ursprünglich ein Oberhof im Besitz des Herren de Borbeke, der dem Essener Stift gegenüber abgabepflichtig war.

Wechselvolle Geschichte

Durch Ritter Herrmann wurde der Stift 1227 an die Äbtissin Adelheid von Essen abgetreten. 1372 wird Borbeck erstmals als „castrum“ erwähnt, wohin im selben Jahr Kaiser Karl IV. den Essener Freistuhl verlegt. Stark zerstört wird die Burg in den Jahren 1590-93, aber die Äbtissin Elisabeth von Manderscheid-Blankenheim (1588-98) lässt die Burg neu instand setzen.

Münzprägung auf Schloss Borbeck

Die Essener Äbtissinnen nutzten Borbeck von dieser Zeit an zunehmend als Sommerresidenz. Einen Neubau im Renaissancestil lässt die Äbtissin Anna Salome von Salm-Reifferscheidt (1646-88)  errichten. Sie setzte die Tradition der Münzprägung auf Schloss Borbeck fort, die bereits im 15. Jahrhundert unter der Äbtissin Sophia von Gleichen (1459-89) mit dem sogenannten „Borbecker Gulden“ und dem „Borbecker Groschen“ begann.

1744-64 erfolgt durch die Fürstäbtissin Franziska-Christine zu Pfalz-Sulzbach der letzte durchgreifende Umbau im Stil des Spätbarock. Dazu gehörte auch die Gestaltung der Park- und Gartenanlagen im „englisch-chinoisen Stil“ mit Wasserspielen, Volieren, Gartenparterres, einer Insel und einer künstlichen Ruine.
Nach der Säkularisation erwirbt der Reichsfreiherr Leopold von Fürstenberg 1827 das Schloss mit den angrenzenden Wirtschaftsgebäuden. 1842 lässt er ein neues Wirtschaftsgebäude durch den Essener Baumeister Hans Theodor Freyse im klassizistischen Stil erbauen. 1941 wird das Schloss an die Stadt Essen verkauft. 1960/61 wird es im Innenbereich grundlegend umgestaltet.

Barockes Äusseres weitgehend erhalten

Das Trauzimmer ist dem Stil des Spätbarock nachempfunden. Neben dem Standesamt bietet das Schloss, dessen barockes Äusseres von 1744 weitgehend erhalten ist, heute als Kulturzentrum Schloss Borbeck Raum für kulturelle Begegnungen. Hier kann man die Dauerausstellung "Schloss Borbeck und die Fürstäbtissinnen" sehen. Ausserdem finden Ausstellungen und Konzerte statt. Seit dem Herbst 2000 ist die Gastronomie im Schloss Borbeck nach umfangreichen Umbauten unter neuer Leitung wiedereröffnet worden.

Schloss Borbeck ist im Übrigen die einzige noch erhaltene Residenz der Essener Fürstäbtissinnen. Für die Essener Stadtgeschichte ist das Schloss mit seiner wechselvollen, mehr als
tausendjährigen Geschichte daher von einzigartiger Bedeutung.

Autor:

Stefan Fohlen aus Gelsenkirchen

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