Neuen Mitte Karnaps steht (fast) nichts mehr im Wege

Ortstermin am Karnaper Markt: Noch-Grundstückseigentümer Friedrich Schöndeling, Ratsherr Udo Bayer (EBB) und Standortentwickler Bruno Wojatschek vom Investorunternehmen Ten Brinke blicken auf die künftige „Neue Mitte Karnap“.
5Bilder
  • Ortstermin am Karnaper Markt: Noch-Grundstückseigentümer Friedrich Schöndeling, Ratsherr Udo Bayer (EBB) und Standortentwickler Bruno Wojatschek vom Investorunternehmen Ten Brinke blicken auf die künftige „Neue Mitte Karnap“.
  • hochgeladen von Patrick Torma

Gestern beschäftigten sich die Vorortpolitiker im Bezirk V (Altenessen, Karnap, Vogelheim) im nicht-öffentlichen Teil ihrer Sitzung mit „Grundstücksangelegenheiten“. Was so unscheinbar klingt, bedeutet nicht weniger als die Zukunft des Karnaper Ortszentrums: Der Verkauf der städtischen Grundstücke am Sigambrerweg ist der Schlüssel zur Ansiedlung von REWE und anderem Einzelhandel am Karnaper Markt.

Ein Vollsortimenter mit angeschlossenem Drogeriemarkt sowie einem kleinen Fachmarkt für Textilien, dazu rund 50 neue Stellplätze, so stellt sich der Investor Ten Brinke die „Neue Mitte Karnap“ vor. Ein Plan, der von der lokalen Politik begrüßt wird, schließlich wünscht sie sich schon lange eine Belebung des brachliegenden Ortzentrums. Nach zähen Verhandlungen scheint der Umsetzung nun nichts mehr im Weg zu stehen.

Standortentwickler Bruno Wojatschek muss schon reichlich Verhandlungsgeschick aufbringen, um das rund 6.000 Quadratmeter große Plangebiet in den Besitz der Firma Ten Brinke zu bringen. Es geht um fünf Schlüsselgrundstücke: Mit dem Privateigentümer der Immobilien an der Karnaper Straße 90 bis 94, Friedrich Schöndeling, ist er sich bereits handelseinig.

Der Diplom-Kaufmann möchte die Gebäude, die schon seit „Ewigkeiten“ im Eigentum der Familie weilen, ohnehin veräußern. Mit Ausnahme der Immobilie, in der eine Lottoannahme untergebracht ist, ist das Ensemble in einem maroden Zustand. Eine Gaststätte mit angeschlossenem Veranstaltungssaal, ein ehemaliges Kino, eine alte Metzgerhalle - für all das hat Schöndeling keine Verwendung mehr. „Ich kann und will nicht mehr investieren“, betont er mit einer gewissen Altersmüdigkeit.

Der Handschlag zwischen Friedrich Schöndeling und Bruno Wojatschek ist erfolgt.„Die Verträge sind unterschriftsreif“, berichtet Bruno Wojatschek. Der Handel geht aber erst über die Bühne, wenn Verwaltung und Politik den Verkauf der städtischen Schlüsselgrundstücke (Schulpavillon, Turnhalle der ehemaligen Hauptschule, Schulgarten der Maria-Kunigunda-Grundschule) abgesegnet haben.
Beim Verkaufspreis lagen die Vorstellungen zwischen Investor und Stadt lange auseinander. Das war auch noch Ende März, als die ersten Medien über den Durchbruch im Karnaper Ortskern berichteten, der Fall. Ratsherr Udo Bayer vom Essener Bürgerbündnis, der mit am Verhandlungstisch saß, kritisiert explizit das Vorpreschen der SPD im Ort. „Das hat das komplizierte und hoch sensible Vertragswerk beinahe zu Fall gebracht“, moniert er.

Dieses Vertragswerk sieht nämlich auch eine Ersatzlösung für die Karnaper Sportvereine vor, die noch immer die sanierungsbedürftige Halle am Sigambrerweg nutzen. Hier hätten die Sport- und Bäderbetriebe zwar früh die Idee einer Gymnastikhalle, einer Art „abgespeckten“ Sporthalle, wie sie an der Dürerschule in Borbeck errichtet wurde, für den Standort Lohwiese ins Spiel gebracht. Allerdings war die „Frage der Etatisierung“ ungeklärt. Der Kostenpunkt wird auf 650.000 Euro beziffert. In Karnap schielte man auf das 5 Millionen schwere Investitionsprogramm des Essener Sportbundes, doch auf diese Mittel hoffen auch andere Stadtteile.

Nun bahnt sich die Lösung an: Tenbrinke zahlt für die städtischen Grundstücke einen Kaufpreis, der sich aus Bauleistungen im Wert von 750.000 Euro zusammensetzt. Darin enthalten: Der Bau der Ersatzhalle und der Abriss eines Luftschutzbunkers, der sich unter dem Schulgelände befindet. „Als Investor mit Bauunternehmung können wir das stemmen“, bestätigt Wojatschek. Ob Ten Brinke auch ran darf? Die Vorzeichen sind günstig: Der Verkauf der Flächen am Sigambrerweg geht derzeit durch die politischen Gremien.

Fahrplan

Sollten die Beratungen im Mai positiv verlaufen, wird das Unternehmen im Sommer den Bauantrag einreichen. Eine Bearbeitungsphase bis Ende 2012/Anfang 2013 eingeräumt, könnte der neue Vollsortimenter im Sommer/Herbst 2013 seine Eröffnung feiern.

Autor:

Patrick Torma aus Essen-Nord

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

1 Kommentar

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.