Erinnerung in Tüten (5)

Doppelripp-Unterbuchse oder Boxershort- das ist hier die Frage.
  • Doppelripp-Unterbuchse oder Boxershort- das ist hier die Frage.
  • hochgeladen von Susanne Demmer

Egal ob neckisch erotisches Dessous oder ganz klassisch "Schlüpper & Unterbuchse" - die Geschichte der Unterwäsche birgt spannende Aspekte.
Eva verhüllte sich "untenrum" mit einem Feigenblatt, nachdem sie sich ihrer Nacktheit bewusst wurde, so sagt es die Bibel. Völkerkundler behaupten, dass die Urmenschen ihre Lenden mit Baumrinde, Fell, Leder oder Blattwerk bedeckten, um sich vor Verletzungen, Sonneneinstrahlung und Kälte zu schützen.

Im Laufe der Zeit entwickelte und veränderte sich die Unterwäsche stetig.
Und wo stehen wir heute? In einem unübersichtlichen "Ozean der Schambekleidung".
Wir nennen sie Slip, Mieder, Liebestöter, Body, G-String, Push-Up, Eierbecher, Tanga, Strapse, Shapewear, Panty, Boxershorts, Negligé, Bustier, Doppelripper, Leibchen, Reizwäsche, und, und, und...

Apropos Reizwäsche: Das Thema "Unterwäsche" ist oft Reizthema zwischen Mann und Frau oder Mann und Mann oder Frau und Frau. Die Präsentation der Reize durch eine bewusst ausgestellte Männlich- oder Weiblichkeit hat heute Priorität vor dem Schutz vor Verletzungen, Hitze oder Kälte. Und das kann den Menschen ziemlich unter Druck setzen.
Busen werden zusammen gequetscht, "beste Stücke" werden in glatt geschneiderte, enge Beulen gepresst. Der Eindruck zählt! Da muss man schon ein wenig Druck aushalten können. Die Zeiten von Blattwerk und Weißwarengeschäften sind vorbei.

1950 musste man die Unterhose beiseite schieben um den Po zu sehen, heute ist es umgekehrt, unken die Einen, während die Anderen offenherzig und fröhlich in den Ladenzeilen Seidentangas begutachten und lautstark mit Freundin, Freund oder Partner über die optische Wirkung lamentieren. Man stellt öffentlich zur Schau, was schon bald wieder intim unter der Oberwäsche verschwinden wird.
Unterwäsche auf Plakaten und Dessous-Partys gehören heute zum Alltag.

Ein Sieg der Freiheit oder Ausdruck des herrschenden Druckes aufgrund des ach so wichtigen Eindrucks?

In Sachen Unterwäsche nehmen wir kein Blatt vor den Mund. Manchmal wäre ein Feigenblatt aber doch ganz schön.
Man könnte sich stattdessen mal wieder mit seiner Nacktheit beschäftigen anstatt zur Freude der Unterwäsche-Industrie die Welt mit halbnackten Tatsachen des "schönen Scheins" zu bedienen.

Autor:

Susanne Demmer aus Essen-Nord

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