„Volle Kanne für die Bäume“ – Ehrenamtliche erweitern stadtweite Gießaktionen

Dr. Maria Lüttringhaus (Parents for Future) und Dr. Dieter Küpper (RUTE)
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  • Dr. Maria Lüttringhaus (Parents for Future) und Dr. Dieter Küpper (RUTE)
  • Foto: Foto: Ehrenamt Agentur Essen e. V.
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Um die von Trockenheit und Hitze geplagten Stadtbäume in Essen zu schützen, organisiert sich aktuell eine Initiative um den Runden Umwelttisch, Essen packt an, Ehrenamt Agentur Essen e. V. und Parents for Future. Am vergangenen Samstag setzten die Engagierten mit Hilfe der Stadtwerke und Grün und Gruga eine erste Gießaktion in Rüttenscheid um. Der erfolgreiche Feldversuch soll ausgeweitet werden. Für den 25. Juli 2020 ist eine Folgeaktion geplant.

„Hatte es nicht genug geregnet?“, das war die Frage, die die Engagierten des Runden Umwelttisches, von Essen packt an (EPA), der Ehrenamt Agentur Essen und von den Parents for Future am häufigsten beantworten mussten. „Nein, hatte es nicht“, gibt Georg Nesselhauf, Sprecher des Runden Umwelttisch Auskunft. „Würde man mit dem Spaten rund fünf Zentimeter in den Boden stechen, wäre er bereits ausgetrocknet. Die über 100 Bäume auf den Flächen zwischen Messen Essen Ost und der Alfredstraße sind von der Trockenheit besonders betroffen und benötigen dringend regelmäßig Wasser.“ Wo der Regen ausbleibt, muss der Mensch aktiv werden!

Wassertank und Gießkanne

So fanden sich Ansprechpartner der vier Organisationen am vergangenen Samstagmorgen für einen Testlauf zusammen. Grün und Gruga lieferte einen 1.000 Liter umfassenden Wassertank, die Stadtwerke das Standrohr mit Wasseruhr und Werkzeug, um den Hydranten zu nutzen und den Wassertank zu befüllen. Ingo Behring, im Hauptamt Feuerwehrmann und ehrenamtlich bei der Initiative Essen packt an aktiv, wies alle Beteiligten in die fachgerechte Öffnung des Hydranten ein. Eimer und Kannen wurden mitgebracht und dann ging es los. Vier Stunden lang wurden über 100 Stadtbäume gegossen.

Erfahrungen für Folgejahre

Die Aktion diente vor allem dazu – aufbauend auf der zweijährigen Erfahrung der EPA-Aktiven im Essener Norden und Westen – Erkenntnisse zu gewinnen, wie die beteiligten Organisationen ab Frühjahr 2021 gemeinsam mit vielen Engagierten aus der Nachbarschaft den Stadtbäumen dauerhaft helfen können. Zwei Hitzesommer waren Stress genug für die meist noch jungen Bäume. Nun ist der klassische deutsche Sommer auch schon eine Herausforderung.

Manch irritierter Anwohner musste am Samstag aufgeklärt werden. „Nein wir sind kein professioneller Arbeitstrupp“, betonte Dr. Maria Lüttringhaus von den Parents for Future. „Wir gießen die Bäume heute, um Erfahrungen zu sammeln, wie die Nachbarschaften in Essen das zukünftig ohne großen Aufwand selbst übernehmen können. Das Argument, „wir zahlen doch Steuern“ lässt Dr. Dieter Küpper vom Runden Umwelttisch nicht gelten, denn: „kein Grünflächenamt kann es personell leisten, alle Stadtbäume in den Sommermonaten regelmäßig zu gießen. Diese Stadt ist unser aller Lebensraum, wir können nur gemeinsam helfen, dass die grüne Lunge erhalten bleibt. Gerade hier am Brüsseler Platz und an der Messeallee ist im Sommer die Temperatur schon 8°C höher als in den Stadtteilen, die näher an der Ruhr liegen. Bäume sind unsere Klimaanlage, Staubfänger und Beatmungsgeräte – vor allem aber CO² Schlucker.“

Herausforderung Logistik

Der Einsatz für die Bäume zeigte die Herausforderungen, die jetzt gelöst werden müssen. Vor allem die Frage, wie man ohne großen Aufwand und kontinuierlich an den neuralgischen Orten an die benötigten Wassermengen kommt. „Über 7.000 Liter Wasser wurden am Samstag in Rüttenscheid bewegt, das braucht eine gute Logistik, wenn die Bewässerung in allen Stadtteilen an den Hot Spots funktionieren soll“, betont Peter Kayser, Vorstand im Verkehrsclub Deutschland.

Im Frühjahr 2021 soll in enger Abstimmung mit Grün und Gruga die Planung für die Bewässerung aller neuralgischen Baumstandorte im Essener Stadtgebiet stehen. Janina Krüger, Geschäftsführerin der Ehrenamt Agentur denkt daran, das Erfolgsmodell SauberZauber zu übertragen, bei dem zuletzt über 20.000 Essenerinnen und Essener mitgewirkt haben. Alle Beteiligten hoffen auf breites Interesse und viel Unterstützung von den Anwohnern. Die kam am Samstag schon beiläufig daher in Form eines Fahrradfahrers, der gerne für solche Aktionen spenden würde.

Die Folgeaktion findet am Samstag, 25. Juli ab 10 Uhr statt. Treffpunkt ist die Ecke Luxemburger Str./ Messeallee. Alle Interessierten sind eingeladen mit Gießkanne und Eimer bewaffnet mitzumachen. Eine Voranmeldung ist nicht nötig.

Autor:

Hendrik Rathmann aus Essen-Süd

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