Wilder Westen auf Consol - Seniorentheatertreffen NRW

Etwas schräg und furchtbar lustig: das Seniorentheatertreffen NRW verspricht ein Fest für die Lachmsukeln zu werden
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Langweiliges Seniorentheater? Von wegen! „WildWest“, das Seniorentheatertreffen NRW, findet vom 5. bis 8. Juli im Consol Theater statt - und präsentiert sich im Vorfeld vielseitig und spritzig.

Im Alter aktiv bleiben, Menschen kennenlernen, sich selbst ausprobieren: Senioren wollen heute die Möglichkeit haben, die Lebensqualität nach dem Berufsleben zu steigern, soziale Kontakte zu knüpfen, und sich selbst von einer ganz neuen Seite kennenzulernen. Theater zu machen ist da eine attraktive Freizeitgestaltung.

Doch was genau versteht man unter „Seniorentheater“? Diese Frage kann während des Seniorentheatertreffens NRW im Consol Theater, Bismarckstraße 240, beantwortet werden; denn es wird nicht nur eine große Bandbreite an Stücken geboten, sondern auch ein umfangreiches Rahmenprogramm, bei dem jede(r) Interessierte mitmachen kann. So werden hier kostenlose Workshops, Improvisationstheater, Diskussionsforen, ein Vortrag und eine Preisverleihung stattfinden.

„Das ist auch der Grund, weshalb wir von einem ‚Treffen‘ und keinem ‚Festival‘ reden,“ erklärt Georg Kentrup vom Consol Theater. Das Theater in Gelsenkirchen wird Anfang Juli Schauplatz des ersten Seniorentreffens NRW. Alle zwei Jahre soll das Seniorentreffen NRW, das auch vom Land NRW finanziert wird, von nun an stattfinden. Ob Gelsenkirchen Standort bleibt, ist noch ungewiss: „Wir bewegen uns hier auf Neuland. Erst einmal müssen wir abwarten, wie das Projekt in der Stadt funktioniert und wie es vom Publikum angenommen wird,“ meint Kentrup.

Das Consol Theater scheint auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Wahl für ein Seniorentheatertreffen. Eigentlich bekannt für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, fehlen seniorengerechte Einrichtungen im Gebäude; wie ein Aufzug zum Beispiel. „Es wird Herausforderungen geben, aber wir wollen ja auch nicht nur älteres Publikum ansprechen mit dem Programm,“ vergewissert Kentrup, „Wir hoffen auch sehr auf junges und mittelaltes Publikum. Vielleicht werden sich auch Schulklassen das ein oder andere Stück ansehen“. Es soll Begegnungen geben; zwischen Schauspielern, Publikum, Generationen. Das Consol Theater war auch von 2007 bis 2010 Sitz der Seniorentheaterplattform.
„Wir arbeiten hier mit Amateur-Theatergruppen, keinen Laiengruppen,“ erklärt André Wülfing, Mitglied der Auswahljury und an der Organisation beteiligt, „Die Qualität der Truppen und Stücke ist sehr hoch, da die Gruppen von Professionellen aus dem Metier betreut werden“.

Sieben Stücke, davon sechs von Theatergruppen aus NRW, werden gezeigt. Auftakt macht das Tanztheaterstück „Vom Suchen und Finden“, in dem es um die Definition und der Suche nach dem Glück geht. „(Un-)Erwünschte Funde“ folgt noch am selben Abend. In szenischen Darstellungen wird sich mit den Freuden und Leiden des Älterwerdens auseinandergesetzt. „Die goldenen letzten Jahre“ zeigt am Freitag eine Komödie über das Ungleiche Altwerden in einer Gesellschaft, die in „Verlierer“ und „Gewinner“ eingeteilt zu sein scheint. In der szenischen Collage „Ruhe Bitte“ geht es mit burleskem Humor zu Sache: die alltäglichen „Ruhestörungen“ durch neugierige und mitteilungsbedürftige Mitmenschen werden hier verarbeitet.

Samstags erwarten die Zuschauer „Altersfragen: Spiegelnugen / Weis(s)heiten“ in einem fast schon philosophisch anmutenden Mehrgenerationenprojekt, das die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Alt und Jung aufzeigen soll. Franz Kafkas „Amerika“ wird ebenfalls zum Besten gegeben, in dem das „turbokapitalistische Absurdistan namens Amerika“ von innen beleuchtet wird. Vor der Abschlussveranstaltung am Sonntag kommt auch noch die Gasttruppe aus Berlin zum Zuge mit ihrer satirischen Lieder-Revue „Eine Frau wird erst schön in der Küche!“.

Am Ende eines jeden Tages können die Stücke in der Diskussionsrunde „InSzene“ analysiert werden. Im Foyer des Consol Theaters wird außerdem vorstellungsbegleitend die Ausstellung „Lebenslust - Bunte Bilder vom Alter“ von Künstlerin Ilona Nolte gezeigt.

Für die Workshop-Anmeldung, Informationen und Karten kann die 02 09 / 98 82 28 2 angerufen werden.

Autor:

Deborrah Triantafyllidis aus Gelsenkirchen

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