1. Mai in Gladbeck: Diskussion statt Demo

Rebecca Wesselborg, stellvertretende Personalratsvorsitzende bei der Stadtverwaltung, und DGB-Organisationssekretär Hans Hampel werben für das  neue Veranstaltungskonzept zum 1. Mai. Foto: Borgwardt
  • Rebecca Wesselborg, stellvertretende Personalratsvorsitzende bei der Stadtverwaltung, und DGB-Organisationssekretär Hans Hampel werben für das neue Veranstaltungskonzept zum 1. Mai. Foto: Borgwardt
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Ist der erste Mai als Aktionstag der Gewerkschaften noch zeitgemäß? Mit einem neuen Konzept will der DGB in Gladbeck den zuletzt schwindenden Teilnehmerzahlen begegnen. Statt einer zentralen Kundgebung wird es nun ein Programm in der Stadthalle geben. "Wir möchten junge Menschen wieder für den Tag der Arbeit gewinnen", hofft DGB-Organisationssekretär Hans Hampel.

von Oliver Borgwardt

Mit der Fahne und der Trillerpfeife durch die Innenstadt ziehen - für ein solches Konzept konnten sich in den vergangenen Jahren immer weniger Menschen begeistern. "Wenn man sich die Teilnehmer einmal angesehen hat, musste man feststellen, dass es vor allem ältere Menschen waren", stellt Hampel fest. Der fehlende Nachwuchs bereitet dem Gewerkschaftsbund Sorgen, denn nach wie vor sind seine Mitglieder von dem Sinn des politischen 1. Mai überzeugt: "Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit, das sind Werte, die für unsere Gesellschaft wichtig sind", betont Hampel in Hinblick auf das diesjährige Motto des Tages der Arbeit.

Bei Pressegespräch in der Alten Post legt der Gewerkschaftssekretär dar, welche aktuellen gesellschaftlichen Themen im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung stehen sollen. So fordert der DGB gerechte Löhne und ausgeglichene Arbeitszeiten, faire Steuern und deutliche Investitionen in Bildung und Infrastruktur. Gleichzeitig setzen sich die Arbeitnehmervertreter für ein friedliches Europa und Solidarität mit sozial schwachen Menschen wie Armen, Kindern und Geflüchteten ein.

"Unterhaltendes Programm mit politischen Inhalten"

Um diese aktuellen Themen auf eine, so Hampel, "moderne und frische Art" zu präsentieren, tritt eine neue Veranstaltung an die Stelle der traditionellen Kundgebung. In der Mathias-Jakob-Stadthalle wird es ab 10.30 Uhr rund 90 Minuten lang eine Mischung aus Vorträgen, Diskussion, Musik und Informationen geben. "Wir wollten keine Redeblöcke, sondern ein unterhaltendes Programm mit politischen Inhalten anbieten", erklärt Hans Hampel.

Unter anderem werde es eine Talkrunde zum Thema "Warum der 1. Mai noch zeitgemäß ist" geben, ergänzt Rebecca Wesselborg, Mitorganisatorin und stellvertretende Personalratsvorsitzende bei der Stadtverwaltung. Zu dieser Runde sind Sven Bönnemann von der IG BAU, Dana Wilimzik von der ver.di Jugend und Seniorenberat Hans Nimphius eingeladen. Neben weiteren Gästen sorgen Marian Kuprat & The Youngstown Band für Unterhaltung. Auch der Abschied vom Bergbau werde noch einmal Thema sein.

Die Organisatoren hoffen, dass sie dem 1. Mai so ein frisches Gesicht geben können. "Wir wollen erreichen, dass die Leute wieder mitmachen", bekräftigt Hans Hampel.

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