Urlaub ja – aber mit Planung
Verbraucherzentale gibt Tipps zum Verreisen

Beim Reisen während der Corona-Pandemie gilt es einiges zu beachten. Die Verbraucherzentralen geben Tipps. | Foto: Foto Verbraucherzentrale/Screenshot Tobias Weskamp
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Sommer, Sonne, Sand und mehr: Viele Menschen (nicht nur) im Kreis sehnen sich nach Urlaub – auch während der Pandemie. Aber worauf sollte man achten? Wie sollte man sich absichern? Und welche Storno-Regeln gelten? Fragen, auf die die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW im Kreis Unna kompetente Antworten haben.

Der Weltverbrauchertag am 15. März hatte das Thema Reiseplanung trotz der Corona-Pandemie. Dementsprechend geben die Verbraucherzentralen im Kreis Tipps, wie die Urlaubsplanung dieses Jahr am besten aussehen sollte.

„Ob und wohin man reist, ist immer eine persönliche Entscheidung“, erklärt Hannah Pick, Leiterin der Beratungsstelle Schwerte. Auf jeden Fall solle man das Reiseziel vor der Buchung auf eine mögliche Reisewarnung hin überprüfen. Gebe es eine solche bereits, könnte es später schwierig werden, bei einem Rücktritt aufgrund der Pandemie außergewöhnliche Gründe geltend zu machen. Wichtig sei vor allem die aktuelle Lage beim Buchen der Reise. Dafür kann man die Reisewarnungen des Auswärtigen Amts als Maßstab nehmen.

Ein wesentlicher Unterschied ist, ob man eine Pauschalreise gebucht hat oder individuell verreist, wie Astrid Lindner, Leiterin der Beratungsstelle Kamen, erklärt. Bei einer Pauschalreise bucht man meist alles „aus einer Hand“, etwa in einem Reisebüro oder auf einem Internetportal. Hier hat man das gesetzliche Recht auf eine Stornierung. „Und ich habe einen Ansprechpartner, muss mich also um relativ wenig kümmern“, beschreibt Astrid Lindner. Bei einer Individualreise sucht man sich selbst ein Hotel, den passenden Flug und andere Leistungen wie etwa einen Mietwagen. Das kann günstiger sein als eine Pauschalreise, aber man muss oft alles sofort bezahlen. Bei einer Pauschalreise hingegen ist dies oft erst später und wurde während der Pandemie auch schon mal ausgesetzt, wenn nicht klar war, ob die Reise überhaupt stattfinden kann.

Bei einer Stornierung gibt es ebenfalls Unterschiede. So kann man bei einer Pauschalreise oft kostenfrei stornieren, etwa wenn vor Ort außergewöhnliche Umstände vorliegen, erklärt Jutta Gülzow, Leiterin der Beratungsstelle Lünen. Generell gibt es verschiedene Stufen, wenn man stornieren möchte, wobei bis Oktober noch gesonderte Regeln gelten. „Je später, desto teurer.“ Viele Regeln seien aber besonders kundenfreundlich, um die Branche wieder anzukurbeln. Bei einer Individualreise dagegen kommt es auf den Tarif an, ob man stornieren kann oder nicht. Ohne Stornomöglichkeit hat der Anbieter Anspruch auf Schadenersatz, wenn die Reise nicht angetreten werde. Dann bekomme man nur Leistungen zurück, die nicht erbracht wurden, wie etwa das Frühstück oder die Zimmerreinigung.

Bei Bahn- und Flugtickets gelten ebenfalls verschiedene Tarife. Auch hier hängt es davon ab, welchen Tarif man wählt: Einige haben eine Stornomöglichkeit, andere nicht. Für Probleme beim Fliegen haben die Verbraucherzentralen die Flugärger-App entwickelt, die seit 2019 bereits 75.000-mal runtergeladen wurde. Die App kann anhand eingegebener Daten ermitteln, mit welcher Erstattung man rechnen kann. Generell helfen die Verbraucherzentralen und bieten etwa kostenfrei Ersteinschätzung oder individuelle Beratung an.

Aufgrund der begonnenen Impfungen dürfe es bisher noch keine Unterscheidungen beim buchen geben, solange sich noch nicht alle Menschen impfen lassen können, stellt Jutta Gülzow klar. „Wenn es die freie Entscheidung eines jeden Einzelnen ist, ist das eine andere Sache.“ Momentan sei es auch noch die eigene Entscheidung, ob man beispielsweise verreise, wenn man im pflegenden Bereich arbeite und geimpft sei, andere Mitreisende wie etwa die Schwiegermutter oder die Kinder noch nicht, ergänzt Astrid Lindner.

Ob man jetzt schon buchen sollte oder nicht, kann die Verbraucherzentrale nicht generell sagen. „Die Preise könnten aber steigen“, sagt Hannah Pick. Aufgrund der Stornomöglichkeiten sei einer Pauschalreise derzeit sicherer, ergänzt Astrid Lindner. Wichtig sei es immer, das Kleingedruckte zu lesen, rät Jutta Gülzow.

Generell hat die Verbraucherzentrale bei Reiseproblemen einen Anfrageboom seit vergangenem Jahr zu verzeichnen. Dafür gab es auch Nachschulungen, wie Astrid Lindner beschreibt. „Wir lernen aber meist nur die Extremfälle kennen“, so Jutta Gülzow.

Wichtige Links
Auswärtiges Amt: www.diplo.de/sicherreisen
Verbraucherzentrale NRW: www.verbraucherzentrale.nrw/flugaerger
Stiftung Warentest: www.test.de/FAQ-Corona-Job-Recht-Reisen-Vertraege-Diese-Rechte-haben-Verbraucher-5592946-0/

Autor:

Tobias Weskamp aus Dortmund-Ost

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