Leser-Thema der Woche
Schnee adé: Winter ist kein Winter

Häuser, Büsche, Bäume und Wege verschwinden unter einer weißen Decke - solche Bilder gibt es derzeit nur im Archiv.
  • Häuser, Büsche, Bäume und Wege verschwinden unter einer weißen Decke - solche Bilder gibt es derzeit nur im Archiv.
  • Foto: Magalski / Archiv
  • hochgeladen von Daniel Magalski

Schnee ist im Kreis Unna nicht in Sicht und selbst im nahen Sauerland braucht es die Schnee-Kanonen für ein Winterwunderland. Der Winter ist kein Winter - auf die Folgen schauen wir im Leser-Thema der Woche.

"Im Januar waren mehrere Tage ungewöhnlich mild", berichtet Yvonne Engemann, Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst in Essen. Die Wetter-Experten verstehen unter "ungewöhnlich mild" für die Jahreszeit Temperaturen über dreizehn Grad, von "sehr mild" sprechen sie von acht bis zwölf Grad. Frost-Tage waren selbst am berühmten Kahlen Asten, dem zweithöchsten Berg in Nordrhein-Westfalen, eher die Ausnahme. Mittwoch war der bisher wärmste Tag des Jahres. Spitzenreiter war eine Station des Deutschen Wetterdienstes in Köln mit knapp über vierzehn Grad, aber auch Lünen blieb beim Blick aufs Thermometer nur knapp unter dieser Marke. "Winterkleidung wurde früher in Massen bestellt, doch weil die Winter in den vergangenen Jahren doch eher zu warm waren, haben wir dieses Mal nur ein kleines, feines und modisches Sortiment bestellt", erzählt Gero Lang von Sport Duwe. Die Rechnung ging auf, in den Regalen bei Duwe finden sich nur noch Einzelstücke, viele andere Händler starten in den verfrühten Winterschlussverkauf - mit teils satten Preisnachlässen.

Wärme hilft den Mäusen

Um Mäuse geht es auch bei Landwirt Friedhardt Freisendorf in Niederaden, allerdings ganz anderer Art. Die Nager haben sich aufgrund der milden Witterung in den vergangenen Jahren stark vermehr, so Freisendorf. Der Landwirt greift nun zur Gegenwehr und lädt mit speziellen Sitzstangen Greifvögel ein zum Festschmaus auf seinen Feldern. Die Bienen von Sohn Julian Freisendorf, der Imker ist, sind ebenfalls schon auf Tour - eigentlich zu früh und weil die Pflanzen noch keine Nahrung bieten, kosten die Winterflüge die Insekten viel Energie.

Schädlinge und Krankheiten

Winter war für Gärtnermeister Michael Petry und sein Team im Garten- und Landschaftsbau früher eine ruhige Zeit, doch mittlerweile fehlt aufgrund der milden Witterung die winterliche Zwangspaus. "Die Vegetation ist sehr unruhig, die Maulwürfe gehen hoch, der Winter ist so eine Art Vorfrühling, in dem wir bei den Kunden schon viele Arbeiten durchführen können", beobachtet der Fachmann. Folgen der Wärme seien hohe Schädlingsraten, aber auch Pilzkrankheiten an Pflanzen. Kies und Steingärten heizten das Klima im Kleinen, also direkt in den Siedlungen, zudem weiter auf, deshalb rät Petry zu Bäumen, Büschen, Hecken und anderen Pflanzen. Der Gärtnermeister hat dafür die kostenlose Aktion "Klima-Check" gestartet und schaut bei seinen Kunden nach Verbesserungsmöglichkeiten für das Garten-Klima.

Thema "Winter" im Lokalkompass:

> Gas macht "Winter-Grillen" zur Gefahr

Autor:

Daniel Magalski aus Lünen

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