Alle zehn zusammen
Landrat Mario Löhr zieht nach 111 Tagen an Spitze des Kreises erste Bilanz

Landrat Mario Löhr (l.) zog gemeinsam mit Kreispressesprecher Volker Meier nach 111 Tagen im Amt Bilanz.
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Eigentlich sollte es ein Rückblick auf die ersten 100 Tage werden, aber dem machte der Wintereinbruch einen Strich durch die Rechnung: 111 Tage Bilanz zieht Mario Löhr, der neue Landrat des Kreises Unna, nun. Und er hat schon einiges erreicht - und dazugelernt.

Einige Probleme habe es zu bewältigen gegeben, aber er habe es sich auch nicht leicht vorgestellt: "Normal kann jeder", sagt Landrat Mario Löhr schmunzelnd. Die Krise zeige einem, wo etwas nicht funktioniert. Da könne man dann ansetzen. Unter anderem will er das Gesundheitsamt neu aufstellen, besonders mit einem neuen Raumkonzept. Er selbst sei wissbegierig und wolle dazulernen.

Wichtig ist Löhr vor allem, dass der Kreis als Ganzes gesehen werde und auch zusammenarbeite. Alle zehn Kommunen sollten sich austauschen und voneinander lernen. "Es gibt nicht zehn Städte und den Kreis, die zehn Städte sind der Kreis", betont er. Der 22.2.22 ist für ihn ein Datum, bis zu dem er alle Städte online mit ihren Stärken neu präsentieren möchte.

Ein Problem der Corona-Krise ist, dass auch im Kreis nicht genügend Impfstoff angekommen sei, wie Löhr bedauert. Bei einem Besuch in einem Impfzentrum habe er aber gesehen, dass die dort geimpften Bürger sehr zufrieden seien. "Dass die Zahlen stagnieren und sogar runtergehen, können wir alle beeinflussen", sagt er.

Bei der Mobilität, für es eine Stabsstelle gibt, legt Löhr Wert auf bessere Radwege und bessere Verbindungen. Er wünscht sich ein einfacheres Tarif-System. Dafür müsse man die Infrastruktur grundlegend verbessern. Auch die Klimaneutralität sei wichtig. Eine Rolle spiele der ÖPNV auch bei den Impfungen gegen das Corona-Virus. "Es kann nicht in jeder Ecke ein Bus fahren, aber wir brauchen Angebote, wie man von der Haustür zum gewünschten Punkt kommt", erklärt er. Daher solle die Verkehrsgesellschaft VKU die ganze Mobilitätskette abdecken.

Löhr, der Aufsichtsratsvorsitzender der kreiseigenen Baugesellschaft UKBS ist, setzt sich auch für bezahlbaren Wohnraum ein. Mittelfristig seien mit der UKBS 250 neue Wohnungen angestrebt, langfristig 500. "Dazu brauchen wir aber Flächen, die uns die Städte anbieten."

Löhr hat eine Stabsstelle für Digitalisierung gegründet, die direkt dem Kreisdirektor unterstellt ist. "Die Corona-Krise hat uns die Schwächen gezeigt." Im Gegensatz zum Bund habe man aber eine Software gehabt, mit der man mit den Anforderungen der Krise fertig geworden sei. Auch für die Förderschulen und Berufskollegs, die der Kreis betreut, sei Digitalisierung wichtig.

Auch die Schwimmbäder liegen Löhr am Herzen. Er spricht sich für Sanierungen aus, würde aber auch neue Bäder begrüßen. „Mein Ziel ist es, dass alle Schüler einen Schwimmausweis bekommen“, sagt er.

Beim Thema Tourismus plant Löhr, den gesamten Kreis mit seinen Ausflugszielen darzustellen. „In mancher Stadt weiß keiner, dass es ein Kettenschmiedemuseum in Fröndenberg gibt“, gibt er ein Beispiel. Daher brauche es eine gemeinsame Plattform.

Alle Bürger sollen am Kreis teilhaben können, ist Löhr wichtig. Daher will er sich auch für Inklusion starkmachen. Unter anderem sollen die Internetseiten des Kreises so gestaltet sein, dass alle Menschen sie bedienen können.

Wirtschaftsförderung ist Löhrs spezielles Thema. „Die anderen sind mir aber auch sehr wichtig, daher habe ich sie zuerst vorgestellt.“ Der Kreis solle ein attraktiver Standort sein. Ein vernünftiges Einkommen sei wichtig, damit sich die Bürger auch alles leisten können, was der Kreis bietet. „Ich freue mich, dass der Kreis auf Unternehmen zugeht.“

Einen großen Dank spricht Löhr den Mitarbeitern der Kreisverwaltung und anderen Menschen, mit denen er zu tun hatte, aus. "Ich bin sehr gut aufgenommen worden. Man hat es mir einfach gemacht, fast zu einfach", sagt er schmunzelnd. Aber auch den Kollegen aus den Rathäusern des Kreises dankt er, ebenso den Bürgern: "Gemeinschaftlich gehen wir einen guten Weg."

Landrat Mario Löhr (l.) zog gemeinsam mit Kreispressesprecher Volker Meier nach 111 Tagen im Amt Bilanz.
Mario Löhr, der Landrat des Kreises Unna.
Autor:

Tobias Weskamp aus Dortmund-Ost

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