Die zentralen Projekte des Masterplans Neandertal sind fertig
Brücken, Steinzeitspielplatz und Gewässerrenaturierung

Der neue Steinzeitspielplatz wurde bei der Eröffnung gleich von der 2b der Mettmanner Grundschule Herrenhauser Straße erobert.
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  • Der neue Steinzeitspielplatz wurde bei der Eröffnung gleich von der 2b der Mettmanner Grundschule Herrenhauser Straße erobert.
  • Foto: Kreis Mettmann
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"Wir haben es geschafft!" Mit diesen Worten begrüßte ein sichtlich zufriedener Landrat Thomas Hendele bei Kaiserwetter die coronabedingt kleine Gästeschar im Neandertal. "Trotz Corona-Krise können wir heute die zentralen Bausteine des Masterplans Neandertal den großen und kleinen Besuchern übergeben."

Unter den Gästen waren neben Thomas Dinkelmann, Bürgermeister der Stadt Mettmann, Ulrich Schwab-Bachmann, 1. Beigeordneter der Stadt Erkrath, und Prof. Gert Kaiser, Präsident der Stiftung Neanderthal Museum, als Projektpartner auch die Bundestagsabgeordnete Michaela Noll sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung des Kreises. Und damit insbesondere der Steinzeitspielplatz auch gleich erobert werden konnte, stand die Klasse 2b der Mettmanner Grundschule Herrenhauser Straße in den Startlöchern.

Die Spielgeräte wurden schlicht gehalten, natürliche Rohstoffe wie Robinienholz und Kalkstein dominieren. Zusätzlich deuten teilweise versteckte kleine Malereien auf die Kultur des Neanderthalers hin.
  • Die Spielgeräte wurden schlicht gehalten, natürliche Rohstoffe wie Robinienholz und Kalkstein dominieren. Zusätzlich deuten teilweise versteckte kleine Malereien auf die Kultur des Neanderthalers hin.
  • Foto: Kreis Mettmann
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Gebaut wurde auf dem Gelände gegenüber dem Neanderthal Museum bis zum letzten Tag. Die Corona-Pandemie hatte die Zeitreserven von vier bis sechs Wochen vollständig aufgebraucht, denn die Kolonnen der Baufirmen mussten getrennt voneinander, also versetzt arbeiten. Am Ende aber wurde doch rechtzeitig alles fertig.

Bausünden sind beseitigt worden

"Das zentrale Ziel des Masterplans haben wir erreicht, wir haben die Stärken des Neandertals gestärkt, und das in zweierlei Hinsicht: Zum einem erhält das Talzentrum nun eine Aufenthaltsqualität, die seiner Bedeutung als historische, kulturelle und touristische Destination würdig ist und zum Ganztagesaufenthalt für die ganze Familie einlädt. Zum anderen sind zahlreiche Bausünden der Vergangenheit beseitigt worden. Der Zusammenfluss von Düssel und Mettmanner Bach hat eine erhebliche ökologische Aufwertung erfahren, die zugleich landschaftlich reizvoll ist", fasste Hendele den Projektabschluss zusammen.

Wesentliches Element
sind die Brücken

Ein ganz wesentliches Element dabei sind die Brücken. Besonders die Museumsbrücke, eine reine Fußgängerbrücke, verbindet und schafft attraktive Aufenthaltsbereiche über die Wasserläufe hinweg. Dem Talbesucher eröffnen sich auf der Brücke immer wieder neue Blickachsen. Talraum und Museum werden interessant in Szene gesetzt, und gleichzeitig wird der Jahrzehnte verborgene Zusammenfluss von Düssel und Mettmanner Bach wieder erlebbar. Der Bau der Brücken war technisch aufwändig. Anstehender Fels und die für die Gewässerrenaturierung gewollten großen Spannweiten machten Schwierigkeiten – bei gleichzeitig hohem gestalterischen Anspruch.

2.250 Quadratmeter Spielfläche

Der Steinzeitspielplatz sucht mit 2.250 Quadratmetern Spielfläche in Deutschland seinesgleichen. Der Teil für die kleineren Kinder bis etwa sechs Jahren ist 850 Quadratmeter groß. Das Areal für die größeren Kinder umfasst 1.400 Quadratmeter. Die urzeitliche Gestaltung des Spielplatzes regt die Phantasie an. Die überdimensionalen steinzeitlichen Stoßlanzen wurden Originalfunden aus der Zeit des Neanderthalers nachgebildet. Die Spielgeräte wurden schlicht gehalten, natürliche Rohstoffe wie Robinienholz und Kalkstein dominieren. Zusätzlich deuten teilweise versteckte kleine Malereien auf die Kultur des Neanderthalers hin.

Elemente mit hohem Spielwert

Insgesamt ist es gelungen, alle Elemente mit hohem Spielwert zu versehen und zu einem harmonischen Ganzen zusammenzufügen. So ragt zum Beispiel in der Mitte des Spielplatzes der neuneinhalb Meter hohe Stoßlanzenturm heraus, mit vielfältigen Klettermöglichkeiten und angeschlossener Rutsche. Es kann an Netzen, Seilen, Steinen und auch auf einen fast drei Meter hohen Felsen geklettert werden. Die Kinder können sich aber auch in die Bärenhöhle zurückziehen, und die Kleineren sich im Treibholz verstecken oder auch kräftig mit Wasser matschen. 

Kosten von vier Millionen Euro

Für das Gesamtprojekt sind rund vier Millionen Euro ausgegeben worden. Davon hat das Land etwa 930.000 Euro an Fördermitteln für die Renaturierung der Fließgewässer beigesteuert.Zum Ausgleich von Eingriffen in die Landschaft wurden 2.300 Pflanzen gesetzt und 16 Bäume gepflanzt.

Weitere Bausteine
des Masterplans Neandertal

Weitere geplante Bausteine des Masterplans Neandertal sind in den nächsten Jahren die ökologische Aufwertung der Düssel zwischen Museum und Fundstelle durch den Bergisch-Rheinischen Wasserverband sowie die Attraktivierung der Neanderthaler-Fundstelle durch die Stiftung Neanderthal Museum.Geplant ist außerdem der Lückenschluss des Radweges an der Talstraße.

"Der Spielplatz ist großartig und wir freuen uns sehr, dass die Kinder ihn nun erobern können. Wünschen würden wir uns allerdings auch, dass nicht zuletzt wegen der immer noch geltenden Corona-Regeln die Familien nun nicht alle auf einmal gleich am ersten Ferienwochenende kommen. Wenn der Ansturm zu groß wird, haben wir ein Problem. Und mal ehrlich: Wenn es zu voll ist, macht doch auch das Spielen nicht mehr so viel Spaß", so der Hinweis von Thomas Hendele.

Der neue Steinzeitspielplatz wurde bei der Eröffnung gleich von der 2b der Mettmanner Grundschule Herrenhauser Straße erobert.
Die Spielgeräte wurden schlicht gehalten, natürliche Rohstoffe wie Robinienholz und Kalkstein dominieren. Zusätzlich deuten teilweise versteckte kleine Malereien auf die Kultur des Neanderthalers hin.
Autor:

Maren Menke aus Velbert

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