Dortmund: Wahlkampf-Auftakt mit Innenminister Herbert Reul rund um Katastrophen und Kriminalität
Ein Tag am See

Ein sonniger Spaziergang am See mit ernsten Themen: Innenminister Herbert Reul (2.v.l.) kam auf Einladung des Hörder Bezirksbürgermeisters Michael Depenbrock (l.), hier mit dem kommissarischen CDU-Kreisvorsitzenden Sascha Mader und Bürgermeisterin Ute Mais, und stellte sich im Bürger-Dialog Fragen, die nicht nur den Hördern unter den Nägeln brennen: Katastrophenschutz, illegale Straßenrennen,  Kinder-Pornografie und Clan-Kriminalität.
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  • Ein sonniger Spaziergang am See mit ernsten Themen: Innenminister Herbert Reul (2.v.l.) kam auf Einladung des Hörder Bezirksbürgermeisters Michael Depenbrock (l.), hier mit dem kommissarischen CDU-Kreisvorsitzenden Sascha Mader und Bürgermeisterin Ute Mais, und stellte sich im Bürger-Dialog Fragen, die nicht nur den Hördern unter den Nägeln brennen: Katastrophenschutz, illegale Straßenrennen, Kinder-Pornografie und Clan-Kriminalität.
  • Foto: Andreas Klinke
  • hochgeladen von Antje Geiß

Die Sonne lacht, der See glitzert blau: beste Bedingungen für den CDU-Wahlkampfauftakt mit dem Innenminister aus Düsseldorf. Doch auch wenn Herbert Reul die kleiner Runde um den Phoenix-See mit der Pommes rot-weiß im Frittenwerk genoss, ging es politisch eher um Gefährliches.

Denn vor dem Bürger-Dialog mit NRW-Minister Reul hatten Menschen Fragen gestellt, wie sie vorm nächsten Unwetter gewarnt und geschützt werden, zur Clankriminalität und zu Kinderpornografie. Viel Zeit nahm sich der Landespolitiker aber auch für die Probleme, die den Dortmunder am See unter den Nägeln brennen: Hochwasserschutz, aber auch Poser und Raser.

Abends die große Liebe treffen

Über letztere lernte Minister Reul, dass abends nicht nur Autofahrer um den See cruisen, um ihren dicken Wagen zu zeigen, sondern auf der Suche nach der großen Liebe. In der Pandemie hat sich der Szene- zum Dating-Treff entwickelt. "Wenn in der Innenstadt alle Clubs zu sind, finden die Leute hier die Alternative", sagt Reul. Den guten Job, den die Dortmunder Polizei hier mit viel Kontrolldruck macht, hat Reul als Blaupause auch Düsseldorf für die Kö empfohlen. "Dranbleiben", sagt er und Geduld haben. Die haben jedoch Anwohner kaum noch.

Poser-Szene: "Bei Baustelle war Ruhe"

"Als hier eine Baustelle war und die Straße dicht, da war Ruhe" meint einer, dass das doch billiger sei, als jedes Wochenende zig Polizisten zum Einsatz zu schicken. Der Innenminister gibt ihm recht, spricht von vielen Lösungsansätzen, die bei komplexen Problemen wie diesen Zusammenkommen sollten. Auch der Städtebau. Aber, und das ist etwas, was er auf den Tag genau in vier Jahren als Minister gelernt habe: "Alle sind gefragt". Denn für Reul hat das "sich an Regeln halten" und ob wir falsch parken oder zu schnell fahren, mit allem zu tun. Mit der für Hörder- und City-Bewohner nervigen Poser und gefährlichen Raser-Szene, aber auch mit vielem anderen.
Das Laufen am See genießt der Minister, fragt nach den Mieten und erfährt, dass es "Düsseldorfer" seien. Doch das schöne Wohnen am Wasser trübt die Raser & Poserszene, die sich hier in die Wohnstraßen verlagert hat.

Sonntagmorgens liegt alles im See 

Nach Pommes & Cola am kleinen Stehtisch plaudert Reul auf der Promenade mit zwei Polizisten. "Er kümmert sich schon viel", meint Polizeihauptkommissarin Andrea Berninger später. Sie erzählt von Videokonferenzen mit dem Minister und von sonntagmorgens am See. Wenn nicht wie jetzt Kleinkinder am Seezulauf in der Sonne plantschen, sondern Elektroroller, Bänke und Sonnenschirme im See liegen. Und das ohne Hochwasser. Das erlebt auch ihr Kollege Ralf Schneider am Phoenix-See. Wo viele Menschen sind, passiert viel. In ihrem Metier der Kriminalität abseits von Unfällen Am Kai sind das Ruhestörungen, Körperverletzungen, Diebstähle aus Autos...
Im Schatten der Platanen spricht der Politiker von der sinkenden Kriminalität und dem bleibenden Unsicherheitsgefühl. "Wir haben Clan-Strukturen aufbrechen können, aber auch hier zähle das permanente Dranbleiben. Über die Razzien sei man in der Szene stinksauer.

Begeistert von der Hilfsbereitschaft

Begeistert ist Reul, und das sieht man ihm an, als er von den tausenden Helfern im Katastrophengebiet erzählt, die sofort mit angepackt haben. "Katastrophen sind fürchterlich", sagt er, aber die Hilfsbereitschaft, das Wertvolle, das will er bewahren. Oft habe man die großen Flüsse im Auge. "Die kleinen Bäche haben uns so fertig gemacht", berichtet Reul von überschwemmten Straßen und Häusern.

Besser vor Katastrophen warnen

Die Frage Verunsicherter, wie vor der nächsten Katastrophe perfekt gewarnt werden kann, die kann auch der NRW-Minister nicht beantworten. Dezentral zu warnen, auch mit Sirenen, die er vor drei Jahren wieder hat aufbauen lassen, sei richtig, wichtig auch, sie zu prüfen und zu üben. Vielleicht auch schon in Schulen. "Wir müssen darüber nachdenken, wie wir das verbessern können", kündigt er zum Warnsystem an. Die Flutkatastrophe habe gezeigt, "dass wir sorgfältiger planen müssen und sehen, wo wir bauen."

"Es ist gut, dass jede Stadt warnt"

Zur Struktur sagt Herbert Reul: "Jede Stadt muss entscheiden, ob sie warnen muss und das ist gut so", setzt der Politiker auf die Kompetenz vor Ort. Es gehe darum, besser zusammenzuarbeiten.
Der Minister setzt dabei auch auf neue Technologien, um in einer Funkzelle zu warnen. Er will den Sirenen-Heulton, auch die Warn-App NINA, obwohl sie nicht der Knaller gewesen sei, Handy-Meldungen per Cell-Broadcast im gefährdeten Bereich und Lautsprecher-Durchsagen der Polizei, einen ganzen Mix und viele Möglichkeiten einsetzten, um Menschen dort zu erreichen, wo etwas passiert. "Wir müssen aber auch darauf achten, dass wir die Leute nicht abstumpfen", gibt er zu bedenken:" Die meisten denken doch Katastrophen finden woanders stat. Aber das ist nicht so", weiß Reul.

Anwohner Info am 19. August

  • Am 19. August wird in Hörde vorgestellt, was aus den Ideen und Lösungsvorsätzen geworden ist, die Hörder auf Einladung von Bezirksbürgermeister Depenbrock der Politik und Verwaltung als Hausaufgaben mit auf den Weg gegeben haben.
  • Die vorgeschlagenen Maßnahmen wurden mit Oberbürgermeister Thomas Westphal und Polizeipräsident Gregor Lange diskutiert.
  • Die Verwaltung hat die Vorschläge geprüft und ausgewertet und will das Ergebnis bei der Bürger-Information vorstellen.
  • Eines verrät Hördes Bezirksbürgermeister schon vorab: Es geht auch um die Idee die Straße zu unterbrechen

Kinder als Opfer

Fast vervierfacht habe sich in Dortmund die Zahl der Ermittlungen wegen Kinderpornografie. Die Aufklärungsquote ist hoch. "Im Netz passieren solche Schweinerein, die du dir gar nicht verstellen kannst", berichtet Innenminister Reul von landesweiten Ermittlungen. Ungeheure Hochachtung habe er vor den Polizisten, die die Fälle bearbeiten.
Doch Kinder vor Missbrauch zu schützen, sei nicht nur Aufgabe der Polizei: "Das ist eine riesige moralische Herausforderung für uns alle", sagt Herbert Reul. Wenn etwas auffällt, nicht wegschauen, sondern melden. Denn es gehe nicht um ein oder zwei Täter, es gehe um einen Riesenmarkt. Ihn zu bekämpfen, dafür fordert der Innenminister bessere rechtliche Möglichkeiten.

Ein sonniger Spaziergang am See mit ernsten Themen: Innenminister Herbert Reul (2.v.l.) kam auf Einladung des Hörder Bezirksbürgermeisters Michael Depenbrock (l.), hier mit dem kommissarischen CDU-Kreisvorsitzenden Sascha Mader und Bürgermeisterin Ute Mais, und stellte sich im Bürger-Dialog Fragen, die nicht nur den Hördern unter den Nägeln brennen: Katastrophenschutz, illegale Straßenrennen,  Kinder-Pornografie und Clan-Kriminalität.
Die Polizei in Dortmund macht das prima, bedankt sich Innenminister Herbert Reul für die vielen Einsätze gegen illegale Rennen und die Tuner-Sezen am See. "Das ist für die Polizei eine wahnsinnig anstrengende Arbeit", weiß der Minister. Fotos: Andreas Klinke
Autor:

Antje Geiß aus Dortmund-City

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