Terre des femmes Dortmund begrüßt Urteil, Bordelle weiter zu schließen: Unterstützung und Ausstieghilfen nötig
Frauen informieren auf der Linienstraße

"Terre des femmes". die Dortmunder Städtegruppe weist darauf hin, dass die Öffnung von Bordellen vor allem den Freiern, den Zuhältern und den Bordellbetreibenden nutzt. | Foto: Klinke
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Die Städtegruppe Dortmund von "Terre des femmes" begrüßt das Urteil des Oberverwaltungsgerichts vom 25.Juni, dass durch die Corona Schutzverordnung keine „sexuellen Dienstleistungen“ in Prostitutionsstätten, Bordellen und ähnlichen Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen erbracht werden dürfen. Das heißt, dass die Bordelle in der Linienstraße nach wie vor geschlossen bleiben.

Stellungnahme (Simone Kleinert, Koordinatorin Städtegruppe Dortmund):

"..In der letzten Zeit interessieren sich die Medien für die Situation der Frauen in der Prostitution. Oft ist der Berichterstattung zu entnehmen, dass in Zeiten von Corona die Frauen in der Prostitution um ihre Existenz fürchten, da die Bordelle geschlossen sind und Prostitution verboten ist. Dabei wird übersehen, dass der größte Teil der Frauen schon zuvor keine Existenz hatte. Viele von ihnen hatten keine Wohnung, keine Krankenversicherung, waren 24 Stunden sieben Tage die Woche im Bordell und hatten außerhalb so gut wie keine sozialen Kontakte.

Sexkaufverbot verbietet nicht Prostitution 

Die Öffnung von Bordellen hätte hauptsächlich den Freiern, den Zuhältern und den Bordellbetreibenden genutzt. Oft ist von der Forderung nach Einführung des Nordischen Modells oder von einem Sexkaufverbot zu lesen. Dabei wird oft nicht zwischen einem Sexkaufverbot und Verbot der Prostitution differenziert. Ein Sexkaufverbot führt nicht zu einem Verbot der Prostitution, sondern es verbietet den Männern, eine Frau für Sex zu kaufen bzw. zu benutzen. Der Freier macht sich strafbar, die Frau bleibt straffrei.

Ausstiegshilfen für Frauen 

Es erschreckt, dass immer wieder betont wird, dass das Sexkaufverbot die Frauen in die Illegalität zwingt. In der Illegalität hat sich der größte Teil bereits jetzt schon befunden. Außerdem geht das Sexkaufverbot einher mit Ausstiegshilfen und Unterstützungsangeboten für die Frauen in der Prostitution. Ein Sexkaufverbot fördert den gesellschaftlichen Perspektivwechsel: Es ist nicht in Ordnung, wenn ein Mann einen anderen Menschen zur sexuellen Benutzung kauft. Mit der Freierbestrafung soll die Nachfrage reduziert werden.

EU-Resolution zum Nordischen Modell

Bereits im Jahr 2014 verabschiedete das Europäische Parlament eine Resolution zugunsten des Nordischen Modells und hielt die Mitgliedsstaaten dazu an, die Inanspruchnahme sexueller Dienstleistungen zu kriminalisieren."

Autor:

M Hengesbach aus Dortmund-City

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