Bundespolitische Entscheidungen stützen großes DSW21-Investitionsprogramm
Rückenwind für den Dortmunder Nahverkehr

 DSW21-Verkehrsvorstand Hubert Jung ist sicher: „Die jüngsten politischen Beschlüsse lösen einen Knoten und werden dazu führen, dass der klimaschonende ÖPNV erheblich an Fahrt aufnimmt.“
  • DSW21-Verkehrsvorstand Hubert Jung ist sicher: „Die jüngsten politischen Beschlüsse lösen einen Knoten und werden dazu führen, dass der klimaschonende ÖPNV erheblich an Fahrt aufnimmt.“
  • Foto: Hanna Witte
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DSW21 wird ab 2020 jährlich 34 Mio.€ in die Erneuerung von Anlagen, Gleisen und Weichen stecken. Auch in Fahrgastinformation, Service und Komfort sowie Barrierefreiheit wird massiv investiert. Dieses ambitionierte Investitionsprogramm zur Stärkung des Nahverkehrs hat nun deutlichen Rückenwind aus der Politik erhalten.
Denn am Mittwoch kamen gleich zwei positive Botschaften von der Bundesebene: Das Bundeskabinett verabschiedete die Eckpunkte für das Klimaschutzprogramm 2030 und sieht dabei eine weitere Erhöhung der Mittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) auf 2 Mrd. € ab 2025 vor. Die Verkehrsministerkonferenz greift diese Mittelerhöhung auf und verlangt eine Erweiterung des Einsatzbereiches dieser Fördermittel, die bislang nur für große Neubauvorhaben beansprucht werden können. Künftig dürfen sie auch für Erneuerung und Modernisierung verwendet werden.
„Die Rahmenbedingungen für Erneuerung und Modernisierung werden sich in den kommenden Jahren massiv verbessern“, sagt Hubert Jung, Verkehrsvorstand bei DSW21 und Vizepräsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). „Die jüngsten Signale zielen auf eine echte Verkehrswende mit einer nachhaltigen Stärkung des ÖPNV und geben uns deutlich größere Planungssicherheit.“

2 Mrd. € für den ÖPNV-Ausbau

Nachdem das Land DSW21 bereits eine Förderzusage über fast 100 Mio.€ bis zum Jahr 2031 gemacht hatte, kommen nun vom Bund mit dem Klimaschutzprogramm ab 2021 eine Mrd. € pro Jahr für den Ausbau des ÖPNV und ab 2025 soll dies auf 2 Mrd. € verdoppelt werden.
Noch bedeutsamer für DSW21 ist ein Beschluss der Verkehrsministerkonferenz, Mittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz, die bisher nur für Neubauten im kommunalen Schienennetz zur Verfügung standen, künftig auch für Grunderneuerung und die Modernisierung freizugeben. „Dass sich der Bund gewissermaßen als ‚Co-Sponsor‘ engagiert, ermöglicht es uns, noch mehr für den Ausbau des ÖPNV zu tun – und das im Idealfall schneller als geplant“, sagt Hubert Jung. Er sieht auch „eine realistische Chance, die Fördersätze noch einmal zu erhöhen“. Im Detail müssten nach der Novellierung des Gesetzes durch den Bundestag Bund und Länder die neuen Bedingungen aber noch verhandeln.

Umweltfreundlich Busse und Bahnen stärken

 Der jüngste Beschluss der Verkehrsminister fügt sich in das Verkehrswende-Puzzle, in dem die Bedeutung des umweltfreundlichen ÖPNV erkennbar gestärkt wird, so Jung. DSW21 will die öffentlichen Mittel nutzen, um die fünf großen Stellwerke des Stadtbahnnetzes zu erneuern. Den Auftakt markiert das Stellwerk an der Reinoldikirche, das den Fahrbetrieb der U42 und U46 steuert. Allein dies kostet, wenn es 2020/21 beginnen soll, rund 30 Mio. €. Es ist Teil eines Investitionsprogramms, das sich DSW21 für die kommenden Jahre vorgenommen hat.
2019 hat DSW21 etwa 20 Mio. € in neue technischen Anlagen, Gleise und Weichen gesteckt. Künftig sollen die Mittel auf rund 34 Mio. € pro Jahr aufgestockt und auch die Fahrgastinformation, Service und Komfort sowie der Barrierefreiheit sollen verbessert werden.

Bussflotte wird elektrisch

Unabhängig davon investiert DSW21 in den nächsten Jahren etwa 200 Mio. € in die Anschaffung neuer und die Modernisierung vorhandener Stadtbahnwagen. Auch die Flotte der 172 Busse wird stetig erneuert und schrittweise auf Elektro-Busse umgestellt. Sobald Busse mit ausreichender Reichweite auf dem Markt angeboten werden, will DSW21 30 E-Busse bestellen. Bei Investitionen von 33 Mio. € kalkuliert DSW21 mit Zuschüssen von etwa 26 Mio. €.
Seit 1992, als für Dieselbusse noch die Euro 1-Norm galt, hat DSW21 die Partikel- bzw. Stickoxid-Emissionen der Busse um 97 bis 95 Prozent reduziert. Die Dortmunder Flotte erfüllt heute ausnahmslos die Euro 5- oder sogar schon die Euro 6-Norm. Damit hat DSW21 eine der saubersten Busflotten im Einsatz, weit emissionsärmer als im Durchschnitt der deutschen Verkehrsunternehmen.

Autor:

Antje Geiß aus Dortmund-City

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