Kröte, Kröte, Du musst wandern... : Amphibienwanderung hat begonnen

Durch nichts lassen sich diese beiden Kröten aus der Ruhe bringen.
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Der Frühling kommt, und mit ihm Frösche und Kröten: Durch die warmen Temperaturen angeregt, machen sich die Amphibien auf den Weg zu ihrem Laichgewässer und laufen Gefahr, beim Überqueren einer Straße überfahren zu werden.

„Ab etwa 5 Grad Bodentemperatur beginnt die Amphibienwanderung“, erklärt Hans-Dieter Otterbein, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Amphibien und Reptilienschutz in Dortmund (AGARD). Auch an der Lanstroper Straße nördlich des Kurler Busches werden die Tiere aktiv.
Die Amphibien wollen eigentlich von Norden nach Süden über die Lanstroper Straße zu einem Gewässer nördlich des Kurler Busches. Um dies zu verhindern, wurde ein Krötenzaun mit Auffangbehältern aufgestellt. Ziel ist, die Erdkröten an ein neues Ersatzgewässer nördlich der Straße zu gewöhnen. „Die jetzige Generation kann man nicht mehr auf das neue Gewässer fixieren“, erklärt Rolf Ohde, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Biologischen Station im Kreis Unna. „Erdkröten sind wenig flexibel, was ihren Ablaichort angeht. Im Gegensatz etwa zu Grasfröschen, die ständig im und am Wasser leben, sind Kröten meist in Waldgebieten anzutreffen. Nur zur Laichzeit begeben sie sich zu einem Gewässer. Dabei zieht es sie immer zum gewohnten See, in diesem Fall zu ihrem gewohnten Gewässer im Kurler Busch. Deshalb werden wir den Zaun weiterhin aufbauen. In ein paar Jahren werden die jungen Kröten aber vermutlich zu dem neugeschaffenen Gewässer wandern. Dann ist der Zaun nicht mehr nötig.“
Ohde kümmert sich um das Ersatzgewässer. Zweimal am Tag leert er die Eimer, in denen die Amphibien an den Zäunen an der Lanstroper Straße und am See landen. Aber auch andere Tiere verirren sich in die Eimer: Neben Nagetieren sind das unter anderem auch Insekten wie zwei Laubkäfer, die sich ebenfalls in der Paarungszeit befinden. In die Eimer wird auch ein Ast gelegt, der schräg nach oben führt. „Andere Tiere wie beispielsweise Mäuse kommen so wieder heraus. Für sie ist die ‚Falle‘ ja nicht gedacht“, erklärt Otterbein.
Insgesamt kann die Krötenwanderung ein bis zwei Wochen dauern. Dabei kommt es auf das Wetter an. Wenn es warm ist und geregnet hat, sind die Kröten und Frösche verstärkt unterwegs. Bei Kälte legen sie durchaus auch mal eine Pause ein und wandern erst später weiter. Die „Ausbeute“, die Ohde an einem Tag erzielt, kann bis zu 140 Erdkröten und 30 Grasfröschen betragen. Bei den Erdkröten herrscht meist ein deutlicher Männchenüberschuss, so Otterbein. Oft suchen sie sich schon auf der Wanderung eine Partnerin. Da die weiblichen Tiere größer sind, nehmen diese den Kröterich oft Huckepack.
Die Amphibien im Kurler Busch kennen diese Probleme nicht. „In ihrer Nähe gibt es genug Möglichkeiten abzulaichen“, erklärt Ohde. Auch am Pleckenbrinksee in Wickede waren bisher keine Maßnahmen nötig.
Von der Idee, Kröten oder Frösche einzusammeln und zuhause in den eigenen Teich zu setzen, rät Ohde dringend ab. „Die Tiere sind geschützt und dürfen nicht mitgenommen werden. Auch sollte man nicht in die Natur eingreifen, um das ökologische Gleichgewicht nicht zu gefährden.“
Im Mai oder Juni kommt es dann zum so genannten Froschregen: Die herangewachsenen Amphibien verlassen das Gewässer und suchen sich ihre Lebensräume. Da dies oft während eines warmen Sommerregens geschieht, spricht man vom Froschregen, so Ohde.

Maßnahmen zum Schutz der Amphibien gibt es in ganz Dortmund, wie Otterbein beschreibt. So wurde etwa an der Kirchhörder Straße ein Schutzzaun und auf dem Uni­gelände ein Ersatzgewässer eingerichtet.

Autor:

Tobias Weskamp aus Dortmund-Ost

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