Schluss nach 163 Jahren
Konzertchor Concordia Rheinhausen sagt „Adieu“

Der Konzertchor Concordia Rheinhausen hat sich mit einem letzten Auftritt von seinem Publikum verabschiedet.
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  • Foto: Herbert Penn
  • hochgeladen von Marcel Faßbender

Der weit über Duisburgs Stadtgrenzen hinaus bekannte „Konzertchor Concordia Rheinhausen 1859 e.V.“ verabschiedet sich nun von seinem Publikum und sagt nach über 160 Jahre sehr erfolgreicher Konzerttätigkeit „Adieu“.

Bereits im Jahre 1965 wurde aus dem damaligen „MGV Concordia Oestrum“ durch die Angliederung eines Frauenchores ein gemischter Chor. Dieser widmete sich nun unter der Leitung seines Chorleiters Karl-Heinz Wolters vorwiegend der klassischen Musik von Händel, Haydn, Mozart, Schubert, Vivaldi, Faurè u.a. Nach dem Tod von Karl-Heinz Wolters übernahm 1987 Musikdirektor Karl Hammans die musikalische Leitung des Chores. Nun wurde das Repertoire ständig erweitert und umfasste schließlich alle Bereiche der Chormusik bis hin zu moderneren Werken wie Orffs „Carmina Burana“ oder die „Misa Criolla“ und „Navidad Nuestra“ von Ariel Ramirez.
Die Rheinhausen-Halle, für deren Erhalt sich der Chor vehement einsetzte, wurde nun zu seiner musikalischen Heimat. Jährlich standen drei bis vier Konzerte im Terminkalender des Chores zu denen er stets großartige Solisten einlud wie zum Beispiel Wolfgang Völz, Ivan Rebroff, Peter Schreier, Heinz Holecek (Staatsoper Wien), Vidar Gunnarson (Staatstheater Wiesbaden), Stefan Vinke und James Möllenhoff (Nationaltheater Mannheim), Cordula Berner (Staatsoper Hannover), Eva Lind (Staatsoper Wien), Johannes Kalpers (Volksoper Wien), Romana Noack (DOR) usw. Die Opern- und Operettenkonzerte der „Concordia“ wurden durch die Vielseitigkeit der professionell gestalteten Programme über die Stadtgrenzen hinaus ein Begriff für viele Musikfreunde.
Bei seinen zahlreichen Konzertreisen konzertierte der Chor in der Basilika von Maria Taferl (Wachau), beim Festival „Carinthischer Sommer“ sang er in der Stiftskirche von Millstatt, gab Konzerte auf der Seeterrasse vom „Casino Velden“ am Wörthersee, im Stadtsaal von Hermagor (Kärnten) und sang vor großem Publikum in der Arena von Verona. In Budapest führte die „Concordia“ in der Matthiaskirche das „Requiem“ von Gabriel Fauré auf (mit dem Sinfonieorchester Vác, dem Bariton Janos Tódt und der Sopranistin Stefanie Kopinits), in der Toscana gab es ein Opernkonzert mit einem italienischen Chor in den Termen von Montecatini sowie Auftritte im Dom von Lucca und in der Kirche von Verbania am Lago Maggiore. Gastkonzerte führten den Chor auch nach Ùsti nad Labem (Tschechien), Kehl am Rhein und nach Straßburg.
Unvergessen sind auch die mehr als 20 vom Chor veranstalteten Silvesterbälle in der Rheinhausen-Halle und andere gesellige Veranstaltungen wie Oktoberfeste, Tanz in den Mai usw.
Zahlreiche CD-Produktionen belegen die langjährige musikalische Vielseitigkeit und das Können des Chores. Dazu gehören Aufnahmen von Rossinis „Stabat Mater“ und Faurès „Requiem“ ebenso wie Operetten- und Opernaufnahmen. Einige Aufnahmen des Chores fanden auch den Weg in Rundfunkprogramme des WDR.
Doch alle Aktivitäten des Chores und auch die großartige Unterstützung seines treuen Publikums aus Duisburg und den umliegenden Städten konnten nicht die natürliche Fluktuation des Chores durch Neuzugänge von Sängerinnen und vor allem Sängern ausgleichen. Diese Entwicklung wurde durch die Corona-Pandemie noch erheblich verstärkt. Daher entschloss sich die „Concordia“ nun dazu, den Chor nach nunmehr 163 Jahren aufzulösen.

Autor:

Lokalkompass Duisburg aus Duisburg

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