Nachfolger der CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer kommt sehr wahrscheinlich aus NRW
Laschet, Merz, Spahn: Wer macht das Rennen?

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet gilt als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge der CDU-Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer und für die Kanzlerkandidatur. Mit dem Rheinländer werden auch der Münsterländer Jens Spahn und der Sauerländer Friedrich Merz genannt. Foto: Daniel Magalski
  • NRW-Ministerpräsident Armin Laschet gilt als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge der CDU-Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer und für die Kanzlerkandidatur. Mit dem Rheinländer werden auch der Münsterländer Jens Spahn und der Sauerländer Friedrich Merz genannt. Foto: Daniel Magalski
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Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer zieht sich zurück und macht den Weg für einen Nachfolger frei. Der kommt sehr wahrscheinlich aus Nordrhein-Westfalen. Und sollte nicht nur den Parteivorsitz übernehmen wollen, sondern auch bereit zur Kanzlerkandidatur sein.

Die eigentlichen Ursachen für ihren Rückzug bis zum Sommer hatte die Noch-CDU-Chefin bei ihrer Pressekonferenz am Montagmittag (10. Februar) nicht genannt: den zunehmenden Machtverlust in der Partei, der zuletzt durch das Scheitern der Gespräche mit dem Thüringer Landesverband überdeutlich wurde. Mit dem Verweis auf "gemeinsam getroffene Entscheidungen, zuletzt auch in Thüringen" vermied sie auch eine klare Antwort auf die Frage, ob die mangelnde Unterstützung durch ihre Stellvertreter zum Rückzug geführt habe. Zu denen gehört auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

Laschet schweigt noch

Der Rheinländer Laschet gilt als als einer aussichtsreichsten Kandidaten für die Nachfolge von "AKK". Insbesondere in den letzten Tagen und Wochen hat er sich immer wieder kritisch zur Arbeit der CDU-Vorsitzenden geäußert. Vor allem warnte er vor der Aufgabe des "Mitte-Kurses" und ging wiederholt auf deutliche Distanz zur AFD.

Laschet, unter anderem auch stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU, hat sich bislang nicht in die Nachfolgedebatte eingeschaltet. Dass er seinen Hut in den Ring werfen wird, dürfte nach den letzten Worten der Noch-Vorsitzenden aber noch wahrscheinlicher werden. Vor der Presse hatte Kramp-Karrenbauer nämlich "die Trennung von Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur" als Ursache für die "Schwächung der CDU in dieser schwierigen Phase" ausgemacht. Armin Laschet hatte sich 2018 genau aus diesem Grund nicht um die Nachfolge Angela Merkels beworben. Dass die CDU jetzt wieder zur "bewährten Tradition" des Zusammenlegens beider Aufgaben zurückkehrt, ist anzunehmen. Damit wären aus Laschets Sicht sämtliche Voraussetzungen für die Kandidatur erfüllt.

Spahn will mehr

Chancen auf die AKK-Nachfolge werden auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eingeräumt. Der aus dem münsterländischen  Ahaus stammende Spahn hat bereits vor einem Jahr seine Ambitionen unter Beweis gestellt, als er sich für das Amt des Parteivorsitzenden beworben und bei der Wahl mehr Stimmen als erwartet bekommen hatte. Beobachter bescheinigen ihm regelmäßig den Wunsch nach höheren Aufgaben, sehen das Ministeramt nur als Durchlaufstation. Der 39-Jährige äußerte sich allerdings nur verhalten zum Rücktritt von Kramp-Karrenbauer und bezeugte lediglich "großen Respekt".

Merz denkt nach

Dritter im Bunde ist der Sauerländer Friedrich Merz. Erst in der letzten Woche hat Merz den Verzicht auf seinen Aufsichtsratssitz beim Vermögensverwalter Blackrock bekanntgegeben. Am 6. Februar teilte er auf der Plattform Twitter mit: "Ich werde mich in den nächsten Wochen und Monaten noch stärker für dieses Land engagieren." Und ergänzte kurz darauf: "Ich stehe dafür, dass der Weg der CDU korrigiert wird, auf dem wir schon zu viele Wählerinnen und Wähler an die AFD verloren haben."

Der Jurist Merz bringt allerdings die geringste politische Führungserfahrung der drei potenziellen Kandidaten mit. Zwar gehörte er von 1994 bis 2009 dem Bundestag an, hatte aber nur zwei Jahre den Fraktionsvorsitz inne (2000 - 2002), den er seinerzeit an Angela Merkel verlor. 2018 hatte er sich wie Spahn auf den Parteivorsitz beworben. Nach einer schwachen Rede zogen die Delegierten Annegret Kramp-Karrenbauer vor. Merz versicherte, Kramp-Karrenbauer loyal unterstützen zu wollen, kritisierte sie aber häufiger und forderte zuletzt die "Basisbeteiligung der Partei" bei der Bestimmung des nächsten Kanzlerkandidaten. Das hat AKK im Namen der Parteiführung heute zwar ausgeschlossen, aber mit Merz dürfte trotzdem zu rechnen sein. Zum Rückzug der noch amtierenden Vorsitzenden ließ er mitteilen: "In so einer Situation ist kluges Nachdenken wichtiger, als schnell zu reden."

Autor:

Martin Dubois aus Essen-Süd

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