Tierschutzpartei im Rat der Stadt Essen
Protest gegen Einleitung von Grubenwasser in Ruhr und Baldeneysee

Baldeneysee - droht die Kontaminierung mit giftigem Grubenwasser?

Mit scharfem Protest reagiert die Ratsfraktion Tierschutz Essen auf die Mitteilung des Ruhrverbandes, wonach künftig in Essen mit verstärkten Grubenwassereinleitungen von aufgegebenen Zechen direkt in die Ruhr gerechnet werden muss. Dies dürfte, so die Einschätzung der Tierschutzpartei Essen, auch für weitere Ruhr-Anliegerstädte und dortige Zechen gelten. Eine Einleitung von Grubenwasser in Ruhr und Baldeneysee sei ohne vorherige strengste Kontrollen auf Gifte und Belastungen nicht hinnehmbar.

Trinkwassergefährdung durch PCB und weitere Giftstoffe
"Die Einleitung von Grubenwasser in die Ruhr bedeutet konkret, dass das ggf. untertägig verbliebene PCB sowie weitere Giftstoffe vom hochsteigenden Grubenwasser ausgespült und in die Ruhr verströmt werden," mahnt Elisabeth van Heesch-Orgass, Fraktionsvorsitzende der Tierschutzpartei im Rat der Stadt Essen.

Grubenwasser in die Ruhr: Umweltgefahren durch Bergbau-Altlasten
Grubenwasser ist überwiegend Regenwasser, das sich hunderte Meter unter Tage in den zurückgelassenen Kammern und Hohlräumen sammelt. Durch den betriebenen Steinkohleabbau und die damit über Jahrzehnte entwickelten und optimierten Arbeitsprozesse wurde das ursprüngliche Regenwasser zunehmend mit Chemikalien, auch und vor allem dem höchst giftigen PCB, das vor allem als Hydrauliköl zum Einsatz kam, belastet bzw. vergiftet. Außerdem dienten Stollen und nutzlos gewordene Kammern als Sondermülllager. Solange der Bergbau aktiv ist, wird das Grubenwasser abgepumpt, um die Bergleute unter Tage zu schützen. Werden Bergwerke und Lagerstätten, die nicht mehr betrieben werden, geschlossen, ist das anders. Sie werden teilweise geflutet.

Altlasten des Bergbaus Ewigkeitsaufgabe
"Aufgrund der veränderten Topographie des Ruhrgebiets durch die jahrhundertelange Unterhöhlung der Region bedeuten ein Anstieg der Grubenwassers sowie dessen Ableitung in die Ruhr verheerende wasserwirtschaftlich- ökologische Konsequenzen - und der verantwortungsvolle Umgang aus dem jahrhundertelangen Raubbau ist als Ewigkeitsaufgabe zu betrachten. Die Belastung des Trinkwassers durch PCB und Dioxine wäre katastrophal," betont Ratsherr Manfred Gunkel, Ratsfraktion Tierschutz Essen, und verweist damit auf die Bedeutung der Oberflächengewässer in der Metropole Ruhr.

Formelle Ratsanfrage eingereicht
Zur nächsten Ratssitzung Ende September hat die Ratsfraktion Tierschutz Essen folgende formelle Ratsanfrage im Rathaus eingereicht:

In welchem Umfang wird Grubenwasser im Hoheitsgebiet der Stadt Essen in die Ruhr eingeleitet?

Liegen der Stadt Erkenntnisse über das Einleitungsvolumen anderer Ruhranliegerstädte vor? Wenn ja, welche?

Findet von Anliegerzechen auch eine direkte Einleitung in den Baldeneysee statt?

Wird das Grubenwasser vor der Einleitung auf toxische Belastungen z.B. durch PCB überprüft?

Welche Grenzwerte sind festgelegt, von wem, ab denen Grubenwasser nicht ungeklärt/unfiltriert/unbehandelt in die Ruhr eingeleitet werden darf?

Welche Belastungen erfährt das Essener Trinkwasser durch die Einleitung von Grubenwasser? Wie wird die Bevölkerung geschützt?

Gibt es ein Konzept zum zukünftigen ökologischen Umgang mit Grubenwasser?

Autor:

Elisabeth Maria van Heesch Tierschutz Essen aus Essen

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