Spielend Deutsch lernen

Wichtig ist, dass die Kinder Spaß bei der Sache haben und sich wohl fühlen: „Sie sind zu einem richtig tollen Team zusammengewachsen“, meint Özlem Schröder, eine der pädagogischen Leiterinnen des Projektes.
  • Wichtig ist, dass die Kinder Spaß bei der Sache haben und sich wohl fühlen: „Sie sind zu einem richtig tollen Team zusammengewachsen“, meint Özlem Schröder, eine der pädagogischen Leiterinnen des Projektes.
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In den Sommerferien Deutschunterricht haben: Was für viele Schüler ein Graus ist, macht einigen Zuwandererkindern richtig Spaß. Schließlich lernen Sie hier nicht nur die Sprache, die ihnen bei einer erfolgreichen Integration hilft, sondern erlernen auch wichtige soft skills und erfahren viel über sich selbst.

Der große Raum im Dachgeschoss des DGB Haus der Jugend verwandelt sich über die Sommerferien in ein Klassenzimmer. Allerdings kein gewöhnliches, sondern eines mit einer Sprachecke und einer Aktionsecke. Die elf Kinder, die hier zusammen konjugieren, lesen und schreiben, aber auch Theater machen, basteln und gemeinsam essen, haben alle eines gemeinsam: Sie wollen ihr Deutsch verbessern.

Kichernd und (auf deutsch) quasselnd sitzen die Kinder auf großen Matten in einer Ecke und basteln eigene Webrahmen; sie befinden sich gerade in einer „Bastelpause“. „Die Kinder haben sich sehr schnell an den Ablauf hier gewöhnt“, weiß Sprachpädagogin Özlem Schröder und freut sich, dass die Kinder sich bereits jeden Morgen auf die festen Rituale freuen.

Durch Trommeln Sprachrhythmik und Sprachmelodie lernen

Als es Zeit für die Trommelaktion wird, bei der die Kinder beispielsweise ihre Silbentrennung und Sprachrhythmik üben, während sie singend Spaß am Trommeln haben, gibt Schröder in ruhigem Ton Anweisungen. Sie begegnet den Kindern auf Augenhöhe: diskutiert anstatt zu verbieten und bittet anstatt zu befehlen. Denn den Kindern macht es Spaß, den Tag mitzugestalten, zum Beispiel auszusuchen, welche Verben sie konjugieren dürfen.

Schröder hat für den Sprach- und Theaterworkshop ein eigenes Konzept und Material entwickelt. Unterstützt wird sie in ihrem ehrgeizigen Vorhaben von Theaterpädagogin Bettina Grahs und Organisationshelferin Aria Anwar. Doch wozu braucht es dieses besondere Programm?

Angebot für Seiteneinsteiger ins Schulsystem

„Es gibt für viele Kinder, die erst im Schulalter mit ihrer Familie nach Deutschland kommen, keine angemessenen Angebote; sie fallen durch das Raster“, erklärt Stadtrat Dr. Manfred Beck und fügt hinzu: „Vielen Zuwanderern fehlen einfach die Kulturfähigkeiten, die wir in Deutschland haben. Es herrscht ein Informationsdefizit. Nur wenn diese beiden Vorraussetzungen sich bessern, wird es weniger Kriminalität geben - denn die meisten dieser Menschen kommen nach Deutschland, um ihren Kindern hier ein besseres Leben zu ermöglichen.“

Gisela Haciabdurrahmanoglu, Geschaftsführerin des Förderverein der Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (künftig „Förderverein des Kommunalen Integrationszentrums Gelsenkirchen“) pflichtet ihm bei: „Wir leisten hier ein Stück weit Präventionsarbeit.“

Mit Theater zu mehr Selbstbewusstsein

Mittlerweile sind die neun- und zehnjährigen Kinder schon mitten in den Proben zu ihrem Theaterstück „Der Löwe, der nicht schreiben konnte“. Der Sprachkurs wurde von Schröder rund um dieses Stück gebaut, denn sie hatte schon lange die Vision, die Sprachförderung mit Theater zu verbinden: „Es ist eine rieisge Chance für de Kinder, um sich selbst zu entdecken, ihr eigenes Potenzial zu erkennen und Wertschätzung zu erfahren.“

Dabei halfen auch nicht zuletzt die Schulleitungen, die die Kinder und deren Eltern auf dieses Angebot aufmerksam machten. „Die Eltern sind begeistert von dem Projekt und kümemrn sich darum, dass die Kinder immer pünktlich hier sind und abgeholt werden. Sie wollen, dass sie die bestmögliche Zukunft bekommen“, berichtet Schröder.

Am Ende des Kurses wird eine Aufführung für Sponsoren und Familien veranstaltet, in der die Kinder zeigen, was sie gelernt haben und sich auf ihre Weise bedanken. „Alle sind schon ganz aufgeregt, freuen sich aber riesig“, weiß Schröder.

Autor:

Deborrah Triantafyllidis aus Gelsenkirchen

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