GdP warnt vor Personalmangel bei der Polizei

Aus den Händen von Karl-Heinz Schmidt (2. von links, Vorsitzender der Kreisgruppe Gladbeck/Gladbeck der Gewerkschaft der Polizei GdP) nahm der SPD-Landtagsabgeordnete Michael Hübner (rechts) die GdP-Resolution entgegen.                           Foto: Rath
  • Aus den Händen von Karl-Heinz Schmidt (2. von links, Vorsitzender der Kreisgruppe Gladbeck/Gladbeck der Gewerkschaft der Polizei GdP) nahm der SPD-Landtagsabgeordnete Michael Hübner (rechts) die GdP-Resolution entgegen. Foto: Rath
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Gladbeck/Kreis Recklinghausen/Bottrop. Die „Gewerkschaft der Polizei“ (GdP) warnt eindringlich und baut sogleich ein Schreckenszenario auf: 110 und keiner ist da.

Gemeint ist natürlich die allseits bekannte Notrufnummer der Polizei. Doch landesweit warnt die GdP vor dramatisch ansteigenden Pensionierungszahlen bei der Polizei in den nächsten Jahren. Allein im Bereich der Kreispolizeibehörde Recklinghausen nach Berechnungen der Gewerkschaft bis zum Jahr 2020 fast 70 Polizeibeamte weniger zur Verfügung stehen. Und dies hätte dann, da sind sich die Gewerkschafter total sicher, ganz konkrete Folgen für die Sicherheit der Bürger.

„Wir müssen uns dann überlegen, ob wir mit weniger Personal noch alle Aufgaben erfüllen können, Schon heute arbeiten Kolleginnen und Kollegen an der Grenze der Belastbarkeit,“ berichtet Karl-Heinz Schmidt, Vorsitzender der GdP-Kreisgruppe Gladbeck/Bottrop.

Daher hat die GdP nun die landesweite Aktion „Initiative Polizei 2020“ gestartet, in deren Rahmen die GdP-Kreisgruppe Gladbeck/Bottrop an den Gladbecker SPD-Landtagsabgeordneten Michael Hübner eine Resolution überreichte, um die konkreten Auswirkungen des personellen Aderlasses deutlich zu machen.
Und die Gewerkschafter nutzten die Gunst der Stunde, um direkt vor Ort dem SPD-Politiker durchaus unangenehme Fragen zu stellen, wie „Welche Wache muss die Polizei bis 2020 dicht machen?“, „Mit welchen Einschränkungen haben die Bürgerinnen und Bürger zu rechnen?“ und „Hat die Polizei im Kampf gegen steigende Wohnungseinbruchskriminalität Aussicht auf Erfolg?“.

Statistiken jedenfalls belegen, dass die Kriminalität in Nordrhein-Westfalen seit dem Jahr 2009 um 11,6 Prozent gestiegen ist. Allein im ersten Halbjahr 2012 fielen in Nordrhein-Westfalen exakt 114209 Personen einer Straftat zum Opfer. Und die Zahl der Wohnungseinbrüche ist seit dem Jahr regelrecht „explodiert“, ist um 40 Prozent gestiegen.

Dies bedeutet, dass sich in Nordrhein-Westfalen - zumindest rein rechnerisch - alle 9 Minuten ein Einbruch ereignet. „Die Polizei in Nordrhein-Westfalen leistet hervorragende Arbeit, erreicht aber aufgrund des Personalmangels zunehmend ihre Leistungsgrenze. Trotz zwei Millionen Überstunden jährlich gelingt es uns nicht, die Aufklärungsquote von unter 14 Prozent bei Wohnungseinbrüchen zu verbessern,“ keimt beim GdP-Landeschef Arnold Pickert schon eine gewisse Resignation auf.

Wie man eine Verbesserung der Aufklärungsquote künftig mit noch weniger Personal erreichen woll, hat bislang noch niemand der GdP schlüssig erklären können. „Die GdP wird dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen,“ versichert auch Karl-Heinz Schmidt. „Mit der Initiative Polizei 2020 gehen wir jetzt in die Offensive. Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf, zu erfahren, wie es um ihre Polizei und um ihre Sicherheit in Zukunft bestellt ist.“ Die GdP hat sich dabei ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, denn sie will erreichen, dass bereits im Haushalt 2013 die Einstellungszahl im Bereich der Polizei um mindestens 100 erhöht wird.

„Das würde uns auch im Kreis Recklinghausen sowie in Bottrop ein gutes Stück weiter helfen. Wir hoffen auf die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger,“ wirbt Schmidt in eigener Sache.

Autor:

Uwe Rath aus Gladbeck

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