Hans Hartung überreicht Bürgermeister Dirk Glaser 248 Unterschriften
Ärgernis Baustelle Kleine Weilstraße

Bürgermeister Dirk Glaser bekam von Hans Hartung Unterschriften überreicht, mit denen die Bürger ihren Unmut im Hinblick auf die Baustelle Kleine Weilstraße deutlich machten. Foto: Pielorz
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Die Baustelle an der Kleinen Weilstraße in Hattingen ist seit Beginn der Sanierung im Februar 2021 ein Dauerthema in der Stadt. Der Hattinger Hans Hartung hält vor allem die Totalsperrung zum Durchgang August-Bebel-Straße für überzogen und sorgt sich insbesondere um Fußgänger und Radfahrer. „Wie kann man so wichtigen Einrichtungen wie dem Amtsgericht, den Hauptsitzen der katholischen Kirche und der Sparkasse sowie städtischen Serviceämtern wie dem Bürgerbüro über eine so lange Zeit die Zuwegung abschneiden“, fragt sich Hartung. Und mit der Frage steht er offenbar nicht alleine dar, sammelte der umtriebige Hattinger doch 248 Unterschriften, die er an Bürgermeister Dirk Glaser übergab.

„Aus Sicherheitsgründen geht das nicht anders“, hat Baudezernent Jens Hendrix bereits mehrfach betont. Wenn schwere Sattelschlepper – was häufig vorkomme – von der August-Bebel-Straße rückwärts in Richtung Baustelle fahren, dann sei dies gefährlich und deshalb könne man Fußgängerverkehr nicht zulassen. Hartung kontert: Die völlig unzureichend beschilderten Umwege von bis zu 500 Metern treffen vor allem die langsamen und nicht besonders mobile Verkehrsteilnehmer. Und wer mobiler sei, der klettere auch schon einmal über Absperrungen. Das sei dann auch sehr gefährlich.

Ende ist in Sicht

Bürgermeister Dirk Glaser kennt die Probleme und hat sich mehrfach persönlich davon überzeugt. „Ich sehne den Tag herbei, wo diese Baustelle vorbei ist. Und das ist auch bald soweit, denn am 20. September soll alles fertig sein. Ich weiß um den Frust, den Anwohner, Geschäftsleute, Fußgänger und Radfahrer und auch Touristen haben, aber Experten haben mir versichert, dass es keine andere Lösung gegeben hat. Ich habe immer wieder Gespräche geführt, muss mich aber schlussendlich dem Expertenrat beugen.“ Dabei macht Glaser keinen Hehl daraus, dass er grundsätzlich das Engagement von Hans Hartung gut findet. „Wir brauchen engagierte Bürger, die den Finger in Wunden legen und auch kritisieren. Auch wenn ich in diesem Fall nicht einer Meinung bin mit Hans Hartung.“ Der prangert vor allem die fehlende Menschlichkeit bei getroffenen Entscheidungen an. „Die Baustelleneinrichtung wurde nur aus fachspezifischer Sicht betrachtet. Die menschliche Seite hat man nict berücksichtigt. Und das führt gerade bei Fußgängern und Personen, die nicht mehr so mobil sind, zu Problemen.“ Auch für Touristen sei die Baustelle eine Zumutung. Immerhin: ein Drittel der Unterschriften komme von auswärtigen Besuchern.
Georg Hartmann, Geschäftsführer von Hattingen Marketing, ist ebenfalls regelmäßig in der Stadt unterwegs und hat sich die Baustelle auch mehrfach angesehen. „Ich kann gut verstehen, dass man über die Baustelle wirklich nicht glücklich ist. Aber es waren alle Grundstücke und Geschäfte immer erreichbar. Jede Baustelle macht ihre Probleme und so eine große Baumaßnahme macht größere Probleme. Dafür darf man sich aber auf die Zeit nach der Baustelle freuen. Wenn alles fertig ist, dann ist das auch eine Aufwertung der Innenstadt. Also müssen wir noch etwas durchhalten.“
Eine Ampellösung für Bedarfsfälle, bei denen Baufahrzeuge queren, oder zumindest eine Öffnung des Überganges in der arbeitsfreien Zeit, wie Hans Hartung vorgeschlagen hat, hielten die Experten nicht für umsetzbar. Hartung bemängelt, die Innenstadt sei quasi abgeschnitten gewesen. Das will der Bürgermeister so aber nicht stehen lassen. „Die Innenstadt war schon erreichbar und wir haben uns gemeinsam mit Hattingen Marketing auch bemüht, durch Beschilderung immer darauf zu verweisen, dass alle Geschäfte erreichbar waren. Seit der Einrichtung der Baustelle gab es auch mit den Anwohnern fast wöchentliche Gespräche.“
Nichtsdestotrotz dürfte das Ärgernis jetzt bald ein Ende haben. Man sei, so Glaser, im Zeitplan. 640.000 Euro sind dann ausgegeben für die Erneuerung des Rohrnetzes und für den Straßenbelag. Die Kanäle sind mehr als 90 Jahre alt, die Straßendecke stammt aus dem Jahr 1972. Weil nicht nur die Deckschicht der Straße, sondern auch der Untergrund erneuert werden muss, werden für die Sanierung noch Anliegergebühren fällig. „Wenn jetzt bald alles fertig ist, dann ist die Kleine Weilstraße auf bestem Wege und soll im Rahmen eines Quartiers entwickelt werden.“
Für Hans Hartung, der im Sommer die Unterschriften sammelte, ist das bürgerschaftliche Engagement wichtig. „Ich will etwas bewegen“, sagt er. Und fordert für die Zukunft: „Bei so großen Baustellen muss man einfach die Fußgänger und Radfahrer und vor allem auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität stärker in den Blick nehmen und sich fragen, was man diesen Menschen zumuten kann.“

Autor:

Dr. Anja Pielorz aus Hattingen

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