Bücherkompass-Rezension: Verficktes Herz von Nora Gantenbrink

Der Titel hatte mich neugierig gemacht. Was manch einen Leser eher abstoßen mag, zog mich sofort an. „Verficktes Herz“, das klingt nach großen Gefühlen, mitreißenden Geschichten - ja, vielleicht sogar nach neuen Impulsen für jemanden, der selbst gerne Kurzgeschichten verfasst?

Dieses kleine Buch der Journalistin Gantenbrink mit dem interessanten Cover aus pink-grünem Titel und einem Anatomie-Herz auf schwarzem Grund hat es in sich. Und zwar 14 gar nicht mal so kurze Geschichten der etwas anderen Art, die den Leser oft ratlos zurücklassen.

Kurzgeschichten, so erscheint es mir, flüchtig wie ein Regenguss im Sommer, Stimmung novembergrau. Klar, Liebeskummer ist nicht himmelhochjauchzend, aber mir fehlen die intensiven Gefühle einer schmerzlichen Zeit, die jeder Mensch schon mal durchlitten und durchschritten hat.

Und auch die ewig Suchenden bleiben eher verschwommen, wie hinter einem Nebelschleier verborgen. Kaum hat man über sie gelesen, hat man sie schon wieder vergessen. Egal wie stark man sich nach der Lektüre auch bemüht, sich zu erinnern, worüber man gerade gelesen hat.

Vielleicht hat es deshalb fast 2 Jahre gedauert, das Büchlein bis zum Ende zu lesen? Ja, es gibt sie, die positiven Ausnahmen. Die Geschichte über den Verlust der großen Liebe durch einen tödlichen Unfall. Das Wechselspiel von banalen und gleichzeitig herzergreifenden Erinnerungen, die scheinbar sinnlosen Therapiestunden der Zurückgebliebenen und einem überraschenden Ende.

Die Tage in London, die den Höhepunkt im kurzen und verfickten, upps, wo kommt das denn jetzt her, Leben des Röderinger darstellen. Ein Silvester zwischen Spießertum und Rebellion, immer ein bisschen strange überzeichnet. Aber manchmal ist Leben so. Das Klassentreffen mit einer Desillusionierung, die den Weg frei macht für Neues.

Fazit: Geschmäcker sind unterschiedlich und bestimmt oft subjektiv. Für meinen Geschmack hat das Buch nicht gehalten, was der Titel mir versprach. Die Geschichten zu vage, zu minimalistisch, die Charaktere zu blass. Interessant fände ich es zu erfahren, wie das Buch auf andere Leser wirkt und stelle es daher gerne für eine weitere Rezension zur Verfügung.

Autor:

Christiane Bienemann aus Kleve

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