KitaPlus hilft Emmi und ihrer Mama

Emily zeigt Mama ihren neuen Kindergarten - beim Wühlen in den Duplo-Steinen haben beide viel Spaß.
  • Emily zeigt Mama ihren neuen Kindergarten - beim Wühlen in den Duplo-Steinen haben beide viel Spaß.
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  • hochgeladen von Daniel Magalski

Emily wühlt in der Spielzeug-Kiste, der erste Tag im Kindergarten an der Viktoriastraße macht ihr sichtlich Spaß. Mama Lea Koop kann entspannter in die Zukunft blicken, denn KitaPlus ebnet ihr den Weg in den Beruf.

Montag besuchte Emily, genannt Emmi, zum ersten Mal für die Eingewöhnung ihren neuen Kindergarten. Ab Anfang April ist die Zweijährige dann ein richtiges Kita-Kind, genauer ein KitaPlus-Kind. Ihrer Mutter nimmt das eine große Last von den Schultern: Für Berufstätige mit Partner ist es schon schwierig, Familie und Job unter einen Hut zu bekommen - für Alleinerziehende wie Lea Koop ist es eine echte Herausforderung. Arbeitslosigkeit war für die junge Lünerin keine Alternative, gerade mit Blick auf die Zukunft ihrer kleinen Tochter. "Leistungen vom Amt wollte ich nicht beziehen, also entschied ich mich für eine Ausbildung zur Altenpflegehelferin." Schule und Praktika in verschiedenen Betrieben sind Teil dieser Ausbildung. Nach Schulschluss würde Lea Koop es schaffen, ihre Tochter rechtzeitig aus einer Einrichtung mit Öffnungszeiten bis vier Uhr am Nachmittag abzuholen, doch das ist nur die halbe Miete. Praktika in der mobilen Pflege oder auch in Altenheimen dauern je nach Dienstplan bis in den Abend und so lange öffnet kein "normaler" Kindergarten.

"Angebot der Stadt war roter Teppich"

Leas Mutter Gaby Esser-Crimerius stärkt der Tochter den Rücken wo sie kann, und könnte die Enkeltochter abholen, wenn Mama verhindert ist, doch manchmal hat diese Hilfe Grenzen. Oma Gaby steht nämlich selbst voll im Berufsleben, zum Glück für die kleine Familie mit einem verständnisvollen Arbeitgeber und netten Kolleginnen. "Ich durfte seit Monaten Frühschicht machen und konnte mich so um Emily kümmern", berichtet Gaby Esser-Crimerius. Die Lünerin dachte schweren Herzens sogar daran, ihrer Arbeitsstelle zu kündigen, um ihrer Tochter die Ausbildung zu ermöglichen, las dann aber im Lüner Anzeiger von KitaPlus. "Das Angebot der Stadt ist für uns der rote Teppich gewesen", sagt die Großmutter. Emily hatte Glück und bekam einen Platz.

Nachfrage ist groß mit steigender Tendenz

"Das Programm 'KitaPlus - weil gute Betreuung keine Frage der Uhrzeit ist' zielt genau auf solche Fälle", erklärt Beanka Ganser, Abteilungsleiterin Tagesbetreuung für Kinder bei der Stadt Lünen. Eltern, die zu ungewöhnlichen Zeiten eine Betreuung für ihre Kinder brauchen, haben nun die Möglichkeit. In Lünen gibt es das mit Fördergeldern des Bundes unterstützte Angebot seit vier Monaten in sechs von zehn städtischen Kindertagesstätten. Morgens von sechs Uhr bis zum Abend um zwanzig Uhr öffnen die Kitas. Die Kinder verbringen hier aber nicht den ganzen Tag, für sie verschieben sich nur die Betreuungszeiten in einen anderen Zeitraum des Tages. "Die Nachfrage ist groß mit steigender Tendenz", so Ganser. Im Moment nehmen schon fünfzehn Familien mit neunzehn Kindern KitaPlus in Anspruch und dabei geht es nicht nur um die Variante Ausbildung. "Selbstständige, Arbeitnehmer in Qualifizierungen oder mit längeren Fahrzeiten zur Arbeitsstelle sind beispielsweise weitere Zielgruppen."

Thema "KitaPlus" im Lokalkompass:
>Kita für Frühaufsteher ist ein Erfolg

Autor:

Daniel Magalski aus Lünen

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