Wuff Wuff und ein Segen

Waltraud Sevenich-Hartmann lässt ihre Hündin Maja durch Pfarrer Roddey segnen.
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  • Waltraud Sevenich-Hartmann lässt ihre Hündin Maja durch Pfarrer Roddey segnen.
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Mensch und Tier haben eine besondere Verbindung zueinander. Herrchen und Frauchen haben sich Samstagvormittag vor der Herz-Jesu-Kirche versammelt, um sich und ihre Tiere segnen zu lassen.

Vor der Kirche auf der Wiese stehen Bänke. Erika und Jennifer Rusc tragen Transportboxen. Darin sind ihre Katzen Flecki und Stella, beide sieben Jahre alt. „Sie singen schon“, sagt Erika Rusc. Auf dem Kirchen-Vorplatz sammeln sich mehrere Dutzend Herrchen und Frauchen mit ihren Hunden. Es ist keine Hunderunde, kein gemeinsames Gassi-Gehen. Sie warten auf die Segnung durch Pfarrer Dr. Thomas Roddey – doch geht es hier nicht nur, wie üblich, um die Segnung der Menschen, sondern um die Segnung ihrer Haustiere. Mit dem Tiersegen, so Roddey „sollen Leute angesprochen werden, die einen anderen Zugang zu Gott oder zur Religion suchen.“

Kein magisches Weihwasser

Die Tiersegnung findet zum ersten Mal statt. Organisiert haben diese Carla Krei, Stephan Wilhelm, Manuela Begett und Mechthild Westermann. Dabei gehe nicht darum, die Tiere durch magisches Weihwasser gesund zu machen. Tiere begleiten Menschen in schwierigen Situationen. Tiere sind Partner. Diese Partnerschaft soll durch den Segen gutgeheißen werden, betont Stephan Wilhelm, Gemeindereferent. Bereits auf den ersten Seiten der Bibel segnet Gott Tiere.

11 Uhr. Herrchen und Frauchen setzen sich auf die Bänke. Pfarrer Roddey begrüßt die Anwesenden. Gemeinsam wird „Gottes Liebe“ gesungen. Schon dabei zeigt sich die Verbindung zwischen Tier und Mensch: Die Hunde begleiten den Gesang mit ihrem Gebell. Nach dem Gebet nimmt Messdienerin Nhi Pham den Kessel mit dem Weihwasser. Der Pfarrer greift zur Aspergille, geht reihum und besprenkelt behutsam jedes einzelne Tier. Die Hunde und Katzen schrecken zurück, verstecken sich. Herrchen und Frauchen malt Pfarrer Roddey mit dem Daumen ein Kreuz auf die Stirn. Beide werden gesegnet: Mensch und Tier.

Familienmitglied

Waltraud Sevenich-Hartmann hat ihre neun Jahre alte Hündin Maja segnen lassen. Sie verspricht sich davon, dass ihre Hündin „geschützt ist und der liebe Gott ein Auge auf sie wirft. Sie ist ein Familienmitglied, wir haben sie sehr gern.“ Das Segnen von Tieren ist eine bäuerliche Tradition, die nun auch in Lünen mit großer Resonanz umgesetzt wurde.

Autor:

Jenny Smolka aus Gelsenkirchen

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