Aus für Familienunternehmen
Nachfolger fehlt: Gück macht Schluss

Ulrich Gück, Dieter Pawelz und Wiegand Gück, aber auch das ganze Mitarbeiter-Team, schauen mit Wehmut auf die Geschäftsaufgabe in knapp zwei Wochen. | Foto: Magalski
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  • Ulrich Gück, Dieter Pawelz und Wiegand Gück, aber auch das ganze Mitarbeiter-Team, schauen mit Wehmut auf die Geschäftsaufgabe in knapp zwei Wochen.
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Schläuche, Dichtungen, Keilriemen - all das gab es im technischen Handel von Wilhelm Gück. Das Geschäft war kleiner als eine Garage, doch was auf so engem Raum begann, wurde zu einer Erfolgsgeschichte. Ende September ist damit Schluss.

Arbeit fehlt dem Betrieb nicht, die Auftragsbücher sind voll, doch was nützt das ohne Nachfolger?Wiegand und Ulrich Gück suchten zwei Jahre nach dem passenden Kandidaten für die Übernahme des Geschäfts, letztlich aber ohne Erfolg. Die Brüder stehen neben dem Familienbetrieb selbst voll im Berufsleben. Ulrich als kaufmännischer Mitarbeiter im Außendienst, Wiegand als Tierarzt in Diensten der Stadt Hamm. Der Tod ihres Vaters Wildfried vor 23 Jahren stellte die Familie schon einmal vor eine Entscheidung: Weitermachen oder aufhören? Dank Dieter Pawelz, der sich fortan unter anderem um die Planung der Aufträge und den Kontakt mit den Kunden kümmerte, und den übrigen Mitarbeitern gab es damals eine Zukunft für Gück. Pawelz, der mittlerweile seit über vierzig Jahren im Unternehmen ist,  geht nun aber in Rente, und weil sich trotz langer Suche kein Nachfolger fand, dreht sich der Schlüssel. Wilhelm Gück hatte 1932 an der Münsterstraße kurz vor dem Ortsausgang von Lünen den Grundstein für das Unternehmen gelegt, und weil die Ware zu großen Teilen aus Gummi hergestellt war, sprach der Volksmund schnell von "Gummi-Gück".

Teppiche in schrillen Farben

Im Laufe der Zeit wandelte sich das Sortiment hin zu Bodenbelägen - in den Siebzigern in den schrillsten Farben und Mustern - inklusive Verlegeservice. Tapeten, Farben und Zubehör ergänzen das Sortiment. Viele Kunden, so erzählt Wiegand Gück, halten ihnen seit Jahrzehnten die Treue, kommen zum Teil mit uralten Rechnungen, um einen Artikel nachzubestellen, und auch Unternehmen, etwa der Bauverein zu Lünen oder die Volksbank, setzen auf Gück. Wenn Ende September dann im Traditionsbetrieb endgültig die Lichter ausgehen, denken deshalb ganz sicher viele Kunden mit Blick auf den alten Werbespruch: Zum Glück gabs Gück.

Thema "Wirtschaft" im Lokalkompass:
Bier legte den Gefromm-Grundstein

Autor:

Daniel Magalski aus Lünen

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