Der Grünspecht
"Nicht schlecht, Frau Specht!"

Ob ich mal ein Blümchen pflücken soll?

Foto: Rainer Bresslein
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  • Ob ich mal ein Blümchen pflücken soll?

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Seit geraumer Zeit erhalte ich wieder regelmäßig Besuch von einem Grünspechtpaar. Während das Männchen sich einfach nicht fotografieren lassen möchte und bei der geringsten Bewegung oder dem leisesten Geräusch bereits das Weite sucht, ist das Weibchen ein echtes Fotomodel und stellt sich regelrecht in Pose.
Na, irgendwie kommt es einem doch bekannt vor!

Nur schade, dass sie nicht gemeinsam in den Garten kommen, sondern sich mit ihren Besuchen abwechseln. Vielleicht aber auch, damit der Eine kein Auge auf den Anderen werfen kann? ;-))

Probieren geht über studieren?

Foto: Rainer Bresslein
  • Probieren geht über studieren?

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Der Vogel des Jahres 2014 ist eine sehr prachtvolle Erscheinung und ein echter Hingucker, sofern man ihn entdeckt. Sein Verhalten spiegelt seine Zugehörigkeit zu den Erdspechten wider: Mit abgesenktem Kopf bewegt er sich meist auf dem Boden, gut getarnt durch sein grünes Federkleid samt gelbem Bürzel. Typisch für den Grünspecht ist sein Flug in ausgeprägt bogenförmigen Bahnen. Diese Bögen entstehen, weil der Vogel nach einer kurzen Serie schneller Flügelschläge die Flügel komplett anlegt. Von Kopf bis Schwanz misst er zwischen 30 und 36 Zentimeter und kommt auf eine Spannweite von 45 bis 51 Zentimeter.

Heute mal vegetarisch?

Foto: Rainer Bresslein

Der Grünspecht sucht seine Nahrung fast ausschließlich auf dem Boden, er hackt viel weniger an Bäumen als die anderen Spechte. Von allen mitteleuropäischen Spechten ist der Grünspecht am meisten auf bodenbewohnende Ameisen spezialisiert. Diese fängt er in ihren Gängen mit seiner 10 Zentimeter langen Zunge, die in ein verhorntes und mit Widerhaken bestücktes Ende ausläuft.

Ach was!

Foto: Rainer Bresslein

Zwischen Morgengrauen und Dämmerung ist der Grünspecht aktiv und bleibt seinem Revier treu. Täglich fliegt er die gleichen Routen und besucht dieselben Plätze, um Ameisen zu finden. Auch seine Jungvögel füttert der Grünspecht ausschließlich mit Ameisen. Während andere Spechte ihre Nahrung an Bäumen finden, sucht er gezielt auf lockeren Böden mit oder ohne Vegetation.

Haben Grünspechte einmal ein Revier besetzt, können sie dort ihr Leben verbringen. Die Größe ihrer Reviere schwankt sehr, je nach Ergiebigkeit des Lebensraums von nur etwa drei Hektar bis zu mehreren hundert Hektar. Ein Revier besteht aus Kernzonen mit Höhlenbäumen und Rufstationen auf herausragenden Ästen, Baumwipfeln und umliegenden Nahrungsflächen.

Jetzt wird nach Ameisen gebohrt!
Foto: Rainer Bresslein
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Der Grünspecht ist ein ortstreuer Standvogel und bleibt im Winter in seinem Revier. Er legt seine Höhle in dicken hochstämmigen Bäumen an. Daher lebt dieser Specht ausschließlich in halboffenen Landschaften, einer ökologischen Übergangszone zwischen Wald und offenen Gelände.
Alte Bäume im Wechsel mit offenen Grünflächen charakterisieren viele unserer städtischen Grünanlagen, insbesondere die „Englischen Landschaftsparks“. Auch Privatgärten oder Kleingartenanlagen entsprechen oft diesem Bild. In den letzten Jahrzehnten nimmt der Grünspecht vor allem im Siedlungsraum stark zu.

Der Unterschied zwischen Männchen und Weibchen liegt in der Farbgestaltung der Gesichtsmaske.
Ein roter, schwarz umrandeter Bartstreif schmückt den Kopf des Männchens. Ein durchgängig schwarzer Streif findet sich dagegen im Gesicht des Weibchens, das dem männlichen Grünspecht ansonsten in Schönheit, Farbenpracht, Größe und Gewicht in nichts nachsteht.

Und noch eine Besonderheit gibt es – er gehört zu den wenigen Vögeln bei uns, die nicht vom Aussterben bedroht sind. Im Gegenteil: Es gibt heute doppelt so viele Grünspechte wie noch vor 20 Jahren.

Wegen seiner Gesichtsmaske bezeichnet man den Grünspecht oft auch als "fliegender Zorro"!

Also, gut aufgepasst mein Freund (Männchen), irgendwann erwische ich dich auch noch! ;-)

Alle Fotos: Rainer Bresslein

Autor:

Rainer Bresslein aus Wattenscheid

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