Neustart für die Wattenscheider City
Wattenscheider Innenstadt benötigt Millionen-Hilfe

Die Innenstadt Wattenscheid bietet weiterhin ein trauriges Bild. Die verbliebenen Einzelhändler stehen am Abgrund. Die Corona-Krise hat die Situation noch verstärkt, sie wird den Niedergang beschleunigen. Die Innenstadt benötigt dringend Hilfe und muss zeitgemäß umgestaltet werden. Ein Corona-Aktionsplan sollte der Ausgangspunkt für einen grundsätzlichen Neustart werden.

Immer weniger Kunden in der Wattenscheider Innenstadt

Außer am Markttag sieht man jedes Jahr weniger Kunden in der Wattenscheider Innenstadt. Die Einnahmen der Geschäftsleute sinken, weil die Zahl der Kunden immer weiter abnimmt. Spätestens ab 14 Uhr stirbt die Innenstadt am Samstag aus. ein Weihnachtsmarkt lohnt sich mangels Kunden schon seit Jahren nicht mehr. Viele Einzelhändler kämpfen ums Überleben. Die Einnahmen decken die Kosten nicht mehr. Selbst die, im Vergleich zu anderen Städten, geringen Mieten in der Wattenscheider City können kaum mehr bezahlt werden.

Während des Lockdowns fielen zunächst sämtliche Einnahmen weg. Dann durften die Geschäfte und Gastronomien zwar wieder öffnen, aber nur mit erheblichen Einschränkungen. So bleiben auch weiterhin viele Kunden weg. Welche der Wattenscheider Geschäftsleute werden diese Krise durchstehen? Wem geht jetzt endgültig die Luft aus?

Die Wattenscheider City benötigt einen Aktionsplan

Die Innenstadt Wattenscheid braucht einen schnellen Notfallplan, um zumindest die Geschäfte zu retten, die durch die Corona-Krise in eine Notlage geraten sind und kurz vor der Geschäftsaufgabe stehen.

Am 26.05. wird sich Bezirksvertretung mit der Lage beschäftigen. Die STADTGESTALTER haben für die Wattenscheider Innenstadt 5 Maßnahmen vorgeschlagen:

  1. Initiierung einer Werbe- & Marketing-Kampagne für die Innenstadt WAT,
  2. Einführung einer Payback-Karte für die Wattenscheider Innenstadt,
  3. Gründung einer Gesellschaft “WAT-Marketing” analog zu Bochum Marketing mit entsprechender, auch finanzieller, Unterstützung der Stadt Bochum,
  4. Einkaufsgutscheine bis zum Jahresende für die, die mit dem Rad oder zu Fuß in die Innenstadt WAT kommen,
  5. Beschleunigung des Vorhabens, vier neue, attraktive Spielplätze in der Wattenscheider Innenstadt zu errichten.


Wattenscheider Werbegemeinschaft und Politik bisher ohne Plan

Bisher gibt es anders als für die Bochumer City in Wattenscheid weder von der Werbegemeinschaft noch aus der Wattenscheider Politik eine Initiative den Handel in der Wattenscheider Innenstadt wieder anzukurbeln.

Bei der Wattenscheider Werbegemeinschaft sind von den 29 auf der Webseite aufgeführten Mitgliedsunternehmen ohnehin nur noch 10 Geschäfte und Einzelhändler der Innenstadt (Mitglieder Werbegemeinschaft Innenstadt).  Vorschläge und Ideen, wie die Händler und Dienstleister die Corona-Krise bewältigen sollen, sucht man auf der Homepage der WG leider vergeblich. Ebenso wenig findet sich auf der Seite irgendein Konzept, wie die WG Wattenscheid gedenkt, wieder Attraktivität und Lebendigkeit in die Innenstadt zu bringen.

Der Webauftritt wurde über Monate nicht aktualisiert, in der letzten Meldung positioniert sich die Werbegemeinschaft gegen eine zeitgemäße Gestaltung des August-Bebel-Platzes. Vorschläge und Ideen, wie die Händler und Dienstleister die Corona-Krise bewältigen sollen, sucht man vergeblich. Ebenso wenig findet sich auf der Seite irgendein Konzept, wie dem Niedergang der Wattenscheider City entgegengewirkt werden kann. Der Webauftritt erweckt den Eindruck als hätte die Werbegemeinschaft die Innenstadt aufgegeben und wäre an ihrer Entwicklung wenig bis gar nicht interessiert.

Auch Politik und Verwaltung haben in den letzten 6 Jahren keine ernsthaften Anstrengungen unternommen, die Innenstadt Wattenscheid attraktiver zu machen. Die einzige realisierte Maßnahme bestand darin das ohnehin angeschlagene Stadtbild der Innenstadt mit ideenlosen, hässlichen und nutzlosen Felsklötzen (verunstalten das Stadtbild und helfen nicht gegen Falschparker) weiter zu verschandeln. Doch selbst das eigentliche Ziel wurde nicht erreicht, die Autos parken jetzt neben den Klötzen. Die Klötze stehen, neben den unansehnlichen Spielplätzen rund um die Friedenskirche und dem trostlosen August-Bebel-Platz, sinnbildlich für die wenig ambitionierte und erfolglose Politik. So kann eine Aufwertung der Innenstadt nicht gelingen.

Aktionsplan kann nur Ausgangspunkt für Neustart der Wattenscheider City sein

Der von den STADTGESTALTERn vorgeschlagene Aktionsplan für die Innenstadt kann nur der Ausgangspunkt für einen Neustart bei der Entwicklung der Wattenscheider Innenstadt sein. Entscheidend für die Wiederbelebung sind zwei Maßnahmen: 1. Die Erstellung eines Gesamtkonzept für die zeitgemäße Neugestaltung der Innenstadt und 2. Die Gründung einer Gesellschaft, die die zukünftige Entwicklung der Innenstadt wie die Realisierung des Gesamtkonzeptes steuert.

Die gesamte Innenstadt von Gertrudis-Center bis August-Bebel-Platz muss zeitgemäß umgestaltet werden. Das wird nach Jahren der Untätigkeit teuer. Die Stadt Bochum wird dafür 50-100 Mio. Euro bereitstellen müssen. Einen Vorschlag für ein solches Konzept haben die STADTGESTALTER bereits vorgelegt (Gesamtkonzept City Wattenscheid)

Wattenscheid benötigt eine professionell arbeitende Gesellschaft, die zunächst die Umgestaltung vorantreibt und maßgeblich steuert. Vorbild dazu könnte u. a. Bochum-Marketing sein. Auch dazu haben die STADTGESTALTER bereits 2017 einen Vorschlag gemacht (Ambiente, Flair und WAT-Marketing).

Die STADTGESTALTER schlagen die Gründung einer Gesellschaft „WAT-Marketing“ vor. Neben dem Leerstandsmanagement und der maßgeblichen Beteiligung an der Entwicklung und Realisierung des beschriebenen Umgestaltungskonzeptes sollte Aufgabe der Gesellschaft das innerstädtische Veranstaltungsmanagement sein (u.a. die Organisation eines Weihnachtsmarktes) sowie ein eigenständiges Marketing für die Stadt Wattenscheid. Über 30 Mitarbeiter beschäftigt Bochum-Marketing, in Wattenscheid könnte man schon mit fünf Stellen eine Menge bewirken. Nach dem Vorbild aus Bochum sollte die Hälfte der Gesellschaftsanteile von WAT-Marketing der Stadt gehören, die andere Hälfte mindestens 30 in Wattenscheid engagierten und aktiven Unternehmen, Geschäftsbetreibern, Gastronomen, Immobilienbesitzern sowie Vereinen und Initiativen.

Mit einer ähnlichen Organisationsstruktur wie in Bochum könnte WAT-Marketing professionell arbeiten und wäre überdies erster Anlaufpunkt für die Wattenscheider Werbegemeinschaften, Veranstalter und Initiativen. Aufgabe der Gesellschaft wäre es weiterhin die verschiedensten Werbeinitiativen und Veranstaltungen der unterschiedlichsten Interessengemeinschaften zu koordinieren und zu bündeln. Ziel ist ein effizientes und gut wahrnehmbares Wattenscheider Marketing aus einem Guss.

In Passau organisierten sich 2007 im City-Marketing die Geschäftsbetreiber der Innenstadt unter finanzieller Beteiligung von zwei Dutzend Immobilienbesitzern an der Modernisierung und Entrümpelung der Passauer Einkaufsmeile. „Ein professionelles Leerstandsmanagement erfasst … wichtige Informationen zu allen 490 Ladenlokalen in der Stadt, achtet auf den Branchenmix, macht Vorschläge zur sinnvollen Zwischennutzung oder Umwandlung nicht mehr benötigter Flächen etwa in Wohnraum“ (Die Welt, Wie die deutsche Innenstadt überleben kann). So gelang in Passau die erfolgreiche Umgestaltung der vielfach reparierten, tristen 70er-Jahre-Fußgängerzone zu einer attraktiven und belebten Einkaufsmeile.

Der Neustart muss jetzt beginnen, sonst ist es zu spät

Mit dem fertigen Neugestaltungskonzept für die gesamte Wattenscheider Innenstadt kann WAT-Marketing auf die Immobilienbesitzer, potentielle neue Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomiebetreiber zugehen, um diese für Investitionen in die neue Innenstadt Wattenscheid zu gewinnen. Das kann nur mit einem überzeugenden zeitgemäßen Gesamtkonzept gelingen sowie einer schlagkräftigen und glaubwürdigen City-Marketinggesellschaft, die die Umsetzung der Pläne konsequent verfolgt.

Wichtig ist, dass die Weichen für einen Neustart der Wattenscheider City jetzt gestellt werden. Noch kann die Innenstadt gerettet werden. Verliert die City weiter Kunden und Geschäfte wird es schon bald für eine Rettung zu spät sein.

Die STADTGESTALTER

Autor:

Dr. Volker Steude aus Bochum

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