Kampf gegen Asselns „Partymeile“: Anwohner wehren sich gegen trinkende Jugendliche

Anfang Juli traf es - wie in den Vorjahren - das Umfeld der Lutherkirche (siehe Foto) hart, zuletzt
nun meist das Schulareal am Grüningsweg.              Einsatz in Asseln. Für die Dortmunder Polizei freitags und samstags schon fast an der Regel. Und die Anwohner reagieren mit Angst und Wut, fühlen sich hilflos angesichts der Saufgelage der Jugendlichen mit entsprechenden Folgen. Beim Bürgertreffen auf Einladung von Pfarrer Ulf Schlüter machten sie klar: „Es muss was passieren!“
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  • Anfang Juli traf es - wie in den Vorjahren - das Umfeld der Lutherkirche (siehe Foto) hart, zuletzt
    nun meist das Schulareal am Grüningsweg. Einsatz in Asseln. Für die Dortmunder Polizei freitags und samstags schon fast an der Regel. Und die Anwohner reagieren mit Angst und Wut, fühlen sich hilflos angesichts der Saufgelage der Jugendlichen mit entsprechenden Folgen. Beim Bürgertreffen auf Einladung von Pfarrer Ulf Schlüter machten sie klar: „Es muss was passieren!“
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Tobias Weskamp

Das Problem ist nicht neu: Alkoholisierte Jugendliche veranstalten in Asseln seit Jahren lärmende Saufgelage. Teilweise hat sich das Geschehen von der Lutherkirche zum Schulzentrum am Grüningsweg verlagert. Jetzt wollen sich die Anwohner koordinieren und konkrete Lösungsvorschläge erarbeiten.

Zum Betroffenengespräch im Büchereigebäude an der Donnerstraße kamen etwa 50 Anwohner, wie Pfarrer Ulf Schlüter von der evangelischen Gemeinde, der eingeladen hatte, berichtet. „Wir haben unsere Erfahrungen zusammengetragen“, sagt er. Erfreulich findet der Geistliche, dass so viele Anwohner willens sind, etwas gegen das Problem zu unternehmen. Auch mit Vertretern des Rats, des Jugendamts und Bezirksvertretern konnte über die Möglichkeiten gesprochen werden.

Das Gespräch hatte drei konkrete Ergebnisse. Erstens wollen die Anwohner der betroffenen Gebiete systematisch dokumentieren, wann die Saufgelage stattfinden. „Die Beobachtungen sollen an uns weitergeleitet werden, damit wir den Behörden belegen können, wie oft das vorkommt, und das es sich nicht nur um eine gefühlte Realität handelt“, erklärt Ulf Schlüter.

Zweitens möchte die Gruppe um den Pfarrer, dass Alkoholverkauf in der Zeit, zu der sich die Gruppen bevorzugt treffen, unterbunden wird. „Es gibt ein Urteil aus Köln, das eine solche Verfügung möglich macht. Es hieß oft, es könnte nichts gemacht werden. In einem solchen Problembereich ist das aber möglich“, ist sich Ulf Schlüter sicher.

Die dritte Forderung zielt darauf ab, dass Ordnungswidrigkeiten wie Lärm oder Flaschen zerschlagen auch konsequent geahndet werden.

„Die Schulhöfe werden oft zur Partymeile umfunktioniert. Müll und Exkremente finden sich dann dort“, so der Pfarrer. Das geltende Recht besagt etwa, dass zum Beispiel auf Schulhöfen kein Alkohol konsumiert werden darf, ebenso im Bereich nördlich der Lutherkirche. Und Lärm nach 22 Uhr ist Ruhestörung.

Die nächtlichen Ruhestörungen ziehen sich teilweise bis in die frühen Morgenstunden hin. Die Aktivitäten konzentrieren sich dabei aber nicht nur auf den Asselner Hellweg mit der Lutherkirche und der Grundschule am Petersheck. Auch das Schul-Areal am Grüningsweg hat sich zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. Und auch das Gebiet um das Marie-Juchacz-Haus zieht die Jugendlichen inzwischen an. Teilweise ziehen die Gruppen von einem Ort zum anderen, je nach Polizeipräsenz.

An den letzten Wochenenden rückte die Polizei mehrfach aus, um Trinkgelage am Hellweg und am Grünigsweg zu unterbinden. Teilweise trafen sich über 120 Jugendliche und Erwachsene, um ‚Party zu machen’. Zwei Jugendliche wurden sogar in Polizeigewahrsam genommen, wie Udo Tigges, Leiter der Wache Asseln, berichtet. Er stimmt Ulf Schlüter zu: „Das ist sehr nervend für die Anwohner.“

Das Jugendamt hat ebenfalls probiert, das Problem in den Griff zu bekommen. Sozialarbeiter versuchten, mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Die Idee brachte aber nicht viel: „Die, die auf Alkoholkonsum und Randale aus sind, erreichte das Angebot nicht, höchstens die Mitläufer“, bedauert Ulf Schlüter. Auch die Aktion „Blau sein ist blöd“ interessiert den ‚harten Kern’ nicht.

Das Problem begann, als vor einigen Jahren eine Disco in der City schloss, und die Jugendlichen stattdessen eine Disco im Dortmunder Osten besuchten, wie Udo Tigges erklärt. Seitdem gibt es in Asseln immer wieder die nächtlichen Treffen. „Durch die teilweise überregionale Berichterstattung bekam die Szene große Aufmerksamkeit“, so Udo Tigges.

Der Wachleiter bedauert, dass die Polizei leider nicht viel machen kann. „Die Jugendlichen sind mit Handys gut vernetzt und weichen auf einen anderen Treffpunkt aus, sobald wir kommen“, erklärt er. Die nahe Straßenbahn hilft ihnen da auch. „Auch wenn wir jemanden verhaften, hilft das kaum. Manche sind dann noch stolz darauf und brüsten sich vor ihren Freunden.“

Er hofft, dass eine Möglichkeit gefunden wird, mit den Jugendlichen eine Lösung zu finden: „Mit den meisten kann man reden.“

Autor:

Tobias Weskamp aus Dortmund-Ost

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