Unser Mann mit dem „Grünen Daumen“

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Der Krayer Rainer Dinter ist Hobbygärtner aus Leidenschaft. Im Kleingarten von Lebensgefährtin Ursula Gotthardt in der Kleingartenanlage Bonifacius-Joachim ist der 68-Jährige täglich anzutreffen – sogar im Winter!

Im Mai konnte Ursula Gotthardt auf stolze 45 Jahre Gartenidylle zurückblicken. Mit ihrem damaligen Ehemann hatte sie die Parzelle 1966 erworben und schon damals viel gemacht. Aber: „In den Anfangsjahren hatten wir noch viel mehr Nutzfläche hier und sogar Kaninchen und Enten“, sagt Ursula Gotthardt. „Es gab eigentlich nichts, das wir hier nicht hatten.“ Heute „darf“ Rainer Dinter nur noch wenig Fläche bewirtschaften. Stangenbohnen, Möhren und Kartoffeln gibt es zu ernten, der restliche Garten „ist mit ihren Blumen voll“, lacht Dinter. Doch auch für die blühende Pracht hat der Gärtner ein Herz – und scheinbar einen grünen Daumen. Denn: Nicht nur überdimensional groß sind seine Sonnenblumen. Auch die Cosmeen und Tagetes überschreiten in der grünen Oase von Dinter und Gotthardt die übliche Wuchshöhe. Das Geheimnis für so viel Blütenpracht? „Ich rede mit den Pflanzen“, lacht Rainer Dinter. Und was sagt man da, damit’s so grünt und blüht? „Morgens, wenn ich in den Garten komme, sage ich immer ganz laut ‚Guten Morgen meine Kinder, der Rainer ist da!“
Viel Arbeit steckt im Blumengarten des Paares. Denn: Blumen kaufen? Das ist hier eher die Ausnahme. Bei seinen langen Touren durch die Ruheoase sammelt Dinter akribisch den Samen ein und im März ist Aussaat. „Dann mach ich meine Pöttkes auf dem Gartentisch fertig und besprühe die Samen dann nur. Später kommt dann alles ins Beet oder in die Pflanzschalen und –kästen“, so der Rentner.
Täglich ab 7.30 Uhr ist Rainer Dinter im Garten. Gießt, hackt, zupft Unkraut, erntet und plant. „Mehr brauche ich nicht“, gibt er zu. Einen Garten hatte der rüstige Rentner sein Leben lang. Vor 12 Jahren fanden sich der Witwer und die Witwe und vor fünf Jahren zog er nach Kray. Ihre getrennten Wohnungen haben die beiden behalten, aber das Leben spielt sich ohnehin im Garten ab. „Wir wohnen hier wirklich“, sagt Ursula Gotthardt. „Ich schaue morgens in der Wohnung nach dem Rechten und komme so gegen 10.30 Uhr. Dann hat Rainer hier schon alles fertig und ist auch schon beim Essen kochen.“ Den Zwei-Platten-Kocher, den der Hobbykoch gerne auch auf der großen überdachten Terrasse der neuen Holzlaube aufbaut, nutzt Rainer Dinter täglich. Ob Zucchinisuppe, Reibekuchen oder Bohnen mit Speck – bei Dinter kommt am liebsten Gemüse in den Topf.
Und Ursula Gotthardt lässt sich gerne kulinarisch verwöhnen und unterstützt ihren Liebsten bei der Gartenpflege. Ob Gießen oder ab ins Beet – für die beiden Rentner gibt es nichts Schöneres. Gerne sitzen sie aber auch auf ihrer Terrasse und beobachten die tierischen Besucher. Denn die Terrasse wird malerisch von Wein umrankt und hier kommen viele Vögel, um von den Trauben zu kosten.
Rainer Dinter sorgt aber nicht nur im eigenen Garten für Ordnung. Gerne bringt er sich auch in die Gemeinschaft ein und hat u.a. das neue Toilettenhaus von Bonifacius-Joachim mit aufgebaut. „Eigentlich sollen alle Pächter pro Jahr zehn Pflichtstunden ableisten. Ich zähle die aber nicht, sondern bringe mich gerne ein, weil das einfach Spaß macht“, so Dinter. In der Gemeinschaft fühlt sich das Paar sehr wohl. „Wir sind gerne beim Muschelessen oder frühstücken dabei“, sagt Ursula Gotthardt. Doch auch für die eigene Familie ist in ihrer grünen Oase immer Platz. „Wir frühstücken hier oft und feiern natürlich auch Geburtstage hier“, verrät Rainer Dinter, den es selbst im Winter täglich in den Garten zieht. „Dann bin ich keine 13 Stunden hier, aber vormittags schaue ich hier auch bei Eis und Schnee nach, ob alles in Ordnung ist.“ Außerdem müssen die Tiere gefüttert werden. „Im letzten Winter hat Rainer hier vier große Säcke Vogelfutter verfüttert“, gibt Gotthardt abschließend preis. Und Rainer Dinter verrät: „Ich bin dann schon so ein bis zwei Stündchen hier und setze mich auch auf die Terrasse. Dann koche ich mir einen Glühwein und beobachte das Treiben, wenn ich das Futter verteilt habe.“

Autor:

Mareike Schulz aus Essen-Steele

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