Damit darf die RAG nicht durchkommen!
200 Bergleute eiskalt gekündigt

Bergmann Christian Link bei der ersten Bergarbeiterdemonstration am 16. März durch Katernberg. Wegen seiner öffentlichen Kritik an der kriminellen Flutungspolitik der RAG wurde er von der RAG vor einigen Jahren mit einem Anfahrverbot belegt.
  • Bergmann Christian Link bei der ersten Bergarbeiterdemonstration am 16. März durch Katernberg. Wegen seiner öffentlichen Kritik an der kriminellen Flutungspolitik der RAG wurde er von der RAG vor einigen Jahren mit einem Anfahrverbot belegt.
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Erstmals in der Geschichte der Ruhrkohle AG (RAG) werden offene Massenentlassungen durchgeführt: 200 Bergleute, die noch nicht das Alter für die bergbautypische „Anpassung“ erreicht haben, sollen zum 1. Juli entlassen werden, wenn sie bis dahin nicht irgendwelche dubiosen und unseriösen Jobangebote annehmen. Mit den 200 Kündigungen begeht die RAG einen Tabu-Bruch, denn bisher hieß es immer „keiner fällt ins Bergfreie“. Um von diesem schändlichen Verhalten abzulenken, wurde von der RAG über die Medien eine Hetze gegen die Kumpel verbreitet. Ausgerechnet der Vorsitzende der IG BCE schließt sich dieser Hetze an und bezeichnet das Verhalten der Kumpel als „fahrlässig“, statt sie im Kampf um ihre Arbeitsplätze zu unterstützen. Fahrlässig und für die RAG unzumutbar soll es sein, wenn Kumpel darauf bestehen, ihre festen Arbeitsplätze bei der RAG nicht einfach für vage und leere Versprechen auf andere Arbeitsplätze aufzugeben. Z.B. bei Thyssen, wo selbst massenhaft Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Dabei berichtete erst heute WDR 2, was allein auf Prosper noch für an Aufräum- und Rückbauarbeiten ansteht.
Es ist offensichtlich: die RAG will sich mit dem Ende des Steinkohlebergbaus einen schlanken Fuß machen und mit einer Politik des sozialen Kahlschlags und der verbrannten Erde alle kostenträchtigen Hinterlassenschaften des Bergbaus auf die Gesellschaft abwälzen. Selbst die NRZ überschreibt heute einen Artikel zum Thema mit den Worten „Es droht ein unrühmlicher Schlusspunkt“.
Dagegen ruft die bundesweite Bergarbeiterbewegung „Kumpel für AUF“ für den 15. Juni 2019 zu einer zweiten Bergarbeiterdemonstration auf, diesmal in Bottrop. Im Aufruf dazu heißt es:

Damit darf die RAG nicht durchkommen!
200 Entlassungen geplant!
Flutung des Giftmülls unter Tage hat begonnen!

Unsere schlimmsten Befürchtungen, die uns schon am 16. März in Katernberg auf die Straße gehen ließen, werden jetzt wahr:

• zum Monatsende im Juni 2019 werden 200 Nicht-Anpassungsberechtigte Kumpels gekündigt. Das ist eine offene Massenentlassung, die wir nicht hinnehmen dürfen! Die RAG hat für 71 Schwerbehinderte beim Integrationsamt die Kündigung beantragt. Das Integrationsamt hat mit Unterstützung des Betriebsrats auf Prosper zugestimmt. Der besondere Schutz für diese Kollegen ist damit aufgehoben! Für viele Start-Kumpel ist immer noch offen, was aus ihnen wird.

• Obwohl Kumpel für AUF und der Vortrieb seit 3 Jahren eine umfassende Aufklärung über die 1,6 Millionen Tonnen Giftmüll unter Tage machen, obwohl alles durch einen Untersuchungsbericht im Düsseldorfer Landtag bestätigt wurde, hat die RAG aus reinen Profitgründen begonnen, die Schächte zu verfüllen und die Wasserhaltung auf Auguste Viktoria eingestellt. Damit besteht die Gefahr, dass für Millionen Bewohner des Ruhrgebiets früher oder später das Trinkwasser mit schlimmsten Giften wie Dioxin, Furane usw. verseucht wird. Damit werden vollendete Tatsachen geschaffen, statt den Giftmüll zu entsorgen! Hier wird wider besseren Wissens von der RAG eine regionale Trinkwasserkatastrophe provoziert! Aktiver Widerstand ist angesagt!

Noch gibt es über 1.000 Kumpels, die die scharfe Waffe eines Streiks anwenden können! Hinzu kommt, dass viele ehemaligen Kumpels um ihre Bergmannsrechte betrogen wurden, die jetzt allen Grund haben, zu kämpfen:

• Die günstigen Bergbauwohnungen wurden privatisiert. Riesige Wohnungskonzerne wie Vonovia oder VIVAWEST sind entstanden, die den Mietwucher soweit hochtrieben, dass für immer mehr Kumpels und Witwen die Wohnungen nicht mehr bezahlbar sind.

• In einer schäbigen Tarifvereinbarung wurden hunderttausende von Kumpels und Hinterbliebenen um einen Teil ihrer Betriebsrente betrogen! Das Deputat soll mit einem Federstreich gestrichen und durch eine völlig unzureichende Einmalzahlung abgegolten werden.

So kann man mit der Lebensleistung der Kumpels nicht umgehen! So darf sich die RAG nicht aus dem Staub machen!

Sie hat damit ihre Versprechen von „sozialem Abbau der Arbeitsplätze für alle“ gebrochen. Um Ewigkeitskosten einzusparen, werden Mieten erhöht, Renten gekürzt, offene Massenentlassungen durchgeführt und eine regionale Trinkwasserkatastrophe riskiert! So hat die RAG-Stiftung 2018 ihren Gewinn um 454 Millionen € gesteigert und Rücklagen von 7,3 Milliarden € angehäuft.

Schluss mit Lügen und Betrug an den Bergmannsrechten!
Weg mit der Politik der verbrannten Erde!
Weg mit den Massentlassungen!

Kumpel für AUF ruft deshalb zu einer 2. Protestdemonstration gegen die verbrannte Erde durch die Zechenschließung und den Bruch der Vereinbarungen auf! Heraus zur 2. Protestdemonstration der Ruhrkumpels in Bottrop! Auftaktkundgebung am Samstag, 15. Juni 2019 um 11 Uhr Prosperstraße/Ecke Ostring
11:30 Uhr Demonstration durch Bottrop-Batenbrock.
12:30 Uhr Abschlusskundgebung auf dem Berliner Platz

Damit alles auf den Tisch kommt und wir uns einig werden, lädt Kumpel für AUF in mehreren Orten zu Treffen ein, um die Demonstration vorzubereiten. In Essen findet dieses Treffen am 11. Juni 2019 um 19 Uhr im Couragezentrum statt (Goldschmidtstr. 3). Zu diesem Treffen wird der Gelsenkirchener Bergmann und Sprecher von Kumpel für AUF, Christian Link, kommen.

Autor:

Bodo Urbat aus Essen-Nord

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