Maximilian Heering Deutscher Meister im Breakdance
Power Moves aus Kettwig

Breakdancer Maximilian Heering aus Kettwig.
Foto: Familie Heering
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    Foto: Familie Heering
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Maximilian Heering ist 14 Jahre alt. Sein Sport, das ist der Breakdance, dort wurde der Kettwiger jetzt Deutscher Meister. Jetzt steht die ganz große Bühne an. Im November geht es nach Slowenien zur Weltmeisterschaft. 

Er geht aufs Theodor-Heuss-Gymnasium und hat sehr konkrete Vorstellungen von seiner Zukunft: „Ich ziehe meinen Plan durch.“ Möchte nach dem Abi Jura studieren und Rechtsanwalt werden. Und natürlich weiter seinen Sport ausüben, und zwar „bis zum Tode“. Maximilian Heering liegt die Begeisterung für Breakdance im Blut. Von Geburt an, philosophiert er. Da muss ihn Mutter Carolin doch etwas bremsen, gibt aber zu, dass ihr Sohn damals, bei diesem Hip-Hop-Workshop in der Kita, nicht genug kriegen konnten von den coolen Moves, die er da lernte. Die Begeisterung flachte aber irgendwann wieder ab. Doch 2017, die Familie war zum Einkaufen in Düsseldorf, sahen sie eine Street Show mit fünf Breakdancern. Maximilian war ganz verliebt und konnte sich nicht trennen. Von da an ging es einmal die Woche nach Düsseldorf-Garath zum Training. Inzwischen trainiert er bei der ADTV-Altstadttanzschule Jansen in Mülheim und der Tanzschule D-Style in Gladbeck. Und sehr viel daheim in Kettwig. Im Wohnzimmer wird dann das Sofa abgerückt. Doch langsam wird es eng, grinst Vater Torsten: „Nicht, dass uns der Junge in die Vitrine kracht.“ Alternativ gibt es einen kleinen Proberaum in Mülheim.

Gewagte Akrobatik

Breaking oder B-Boying hat seinen Ursprung in der Hip-Hop-Bewegung und entstand in der New Yorker South Bronx. Ein riskanter Tanz, der viel Akrobatik bietet. Eine möglich glatte Oberfläche ist Voraussetzung für gewagte Elemente. Die vier Hauptelemente sind die Top Rocks im Stehen, die Floors auf dem Boden, die Freezes, bei denen Positionen eingefroren werden, nicht zuletzt die Power Moves, wo man sich unter anderem blitzschnell auf dem Kopf dreht. Dies aber nicht ohne Mütze: „Sonst reißt du dir die Haare aus.“ Maximilian hat seinen eigenen Style gefunden. Damit die Moves sitzen, wird täglich trainiert. Ab Mitte 20 wird es schwer, ganz oben mitzuhalten. Der Körper macht dann nicht mehr mit. Aber Maximilian ist ja auch gerade erst 14 geworden.

Durch Corona hat sich vieles verändert. Viele Tanzschulen machten dicht, Training war nur eingeschränkt möglich, Wettbewerbe wurden zeitlich nach hinten geschoben. Dadurch ergibt sich nun ein sportliches Programm für die Familie Heering: Europameisterschaften, Deutsche Meisterschaften, Weltmeisterschaften. Die soll im November stattfinden, Genaueres weiß man noch nicht. Eigentlich sollte die WM in Kopenhagen steigen, doch die Dänen zogen zurück und Slowenien ist eingesprungen. Die Eltern werden ihren Sohn begleiten. Die Kosten bleiben wie immer an ihnen kleben: „Mama und Papa sind die einzigen Sponsoren. Breakdance ist nun mal eine Randsportart. Da ist nicht viel Geld zu verdienen. Die absoluten Könner mit Werbeverträgen, später noch als Trainer vielleicht, aber natürlich kein Vergleich zum Fußball.“

Breaken wird olympisch

Die Wettbewerbe sind immer gleich aufgebaut. Als erste Sichtung gehen bis zu 16 Starter gleichzeitig aufs Parkett und zeigen sich und ihr Können. Die Jury entscheidet, wer in die KO-Runden darf. Die werden als Battles ausgetragen. Jeweils zweimal eine Minute lang muss man alles in die Waagschale werfen. Wer anfängt, wird ausgelost. Maximilian erklärt: „Da muss man taktisch vorgehen. Man muss nämlich antworten auf die Vorgaben des Gegners, im Prinzip wie beim Schach.“ Das gefällt offenbar einem immer größeren Publikum, Breakdance wird Teil der Olympischen Spielen 2024. 

Als deutscher Junioren-Vizemeister bei der DM 2020 hatte Maximilian sich qualifiziert für die diesjährige Europameisterschaft in Polen. Bei diesem kontinentalen Turnier traten über 1.000 Tänzer und Tänzerinnen in verschiedenen Kategorien von Hip-Hop und Breakdance an. Der Kettwiger kämpfte sich durch mehrere Vorrunden in die Final-Battles, wo er sich im Halbfinale mit einer Wertung von 1:2 geschlagen geben musste und somit einen beachtlichen vierten Platz belegte. Beim Baden-Württemberg-Cup in Esslingen wurde er Zweiter, unterlag nur dem aktuell Viertbesten der Welt. Bei der Deutschen Meisterschaft in Schwäbisch-Gmünd holte sich Maximilian jetzt den Titel bei den Junioren I. Nun steht die WM vor der Tür und der 14-Jährige macht sich so seine Gedanken: „Ich brauche so langsam eine Vitrine für meine Pokale.“ So geht Selbstbewusstsein.

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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