5.000 Sandsäcke
THW Hattingen ist seit dem Hochwasser täglich im Einsatz

5.000 Sandsäcke füllten die Einsatzkräfte des THW Hattingen, um damit die Stadt Herdecke nach dem Hochwasser zu unterstützen.
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Seit der Flutkatastrophe in NRW am 14. Juli geht dem Technischen Hilfswerk (THW) Hattingen die Arbeit nicht aus. Bis heute waren 58 Mitglieder im Einsatz. Auch die Idee, ein Lager für Sandsäcke einzurichten, um für künftige Hochwasser gerüstet zu sein, steht nach der aktuellen Flut wieder zur Diskussion.

Von Vera Demuth

Täglich sind die Einsatzkräfte des THW Hattingen vor Ort, um in Städten, die vom Hochwasser betroffen sind, zu helfen. In diesen Tagen arbeiten die Hattinger Einsatzkräfte gemeinsam mit Helfern des THW Wetter in einem Steinbruchbetrieb in Sprockhövel. "Dieser ist immer noch voll Wasser und kann seinen Betrieb nicht aufnehmen", erläutert Ingo Brune, Dienststellenleiter THW Hattingen.
Neben Hattingen selbst haben die Mitglieder bisher in Hagen, Erftstadt, Euskirchen und Umland, Ennepetal, Sprockhövel, Wetter sowie Herdecke mit angepackt. Unter anderem nahmen sie Absperrungen und Fällarbeiten vor, kümmerten sich um Stromversorgung und Personentransport, bewerteten Gebäude auf Standsicherheit und beurteilten an der Abbruchkante in Erftstadt den Boden.
Auch die sogenannte Sandsacklogistik – das Füllen und den Transport von Sandsäcken – übernahmen die Helfer aus Hattingen. "Freitag und Samstag wurden für eine Einsatzstelle in Herdecke 5.000 Sandsäcke gefüllt und transportiert, zudem 100 Faschinen je drei Meter gebunden", berichtet Ingo Brune. Zwei Sägeteams des THW schlugen das Material für die Faschinen (Reisigbündel) auf städtischen Flächen; die 50 Tonnen Sand wurden zur Hälfte von der Firma Ecosoil gespendet, die auch einen Lkw für den Transport zur Verfügung stellte.
Sowohl die Sandsäcke als auch die Faschinen wurden am Wochenende in Herdecke zur Sicherung von unterspülten Gebäuden eingesetzt. Zusammen mit THW-Einheiten aus Bochum, Wanne-Eickel, Herne, Dortmund, Schwelm, Witten und Wetter stauten die Hattinger Helfer mit den Sandsäcken den Herdecker Bach auf, um das Wasser mit Schläuchen abpumpen und in die Kanalisation leiten zu können. Zudem bauten sie aus den Säcken eine neue Uferbefestigung.

Vorschlag für ein Sandsacklager

Wenn es grundsätzlich um das Thema Bevölkerungsschutz bei Hochwasser geht, sagt Ingo Brune: "Egal welche Systeme man sich für Starkregenereignisse / Hochwasser ansieht, letztendlich landet man immer beim guten alten Sandsack." Es gibt einen Vorschlag aus der Hattinger Politik, ein Lager einzurichten, um Sandsäcke auf Vorrat zu haben. Angesichts der aktuellen Flut hat das THW Hattingen nochmal den Bedarf für solch ein Lager formuliert. "Schutz ist besser als Folgen zu beseitigen."
Das THW hat erste Gespräche mit dem Ennepe-Ruhr-Kreis wegen eines kreisweiten Konzepts geführt, hat aber selbst weder Geld für solch ein Lager, noch ist es als Bundesbehörde in der Lage, ein Sandsacklager einzurichten. "Da müssen Stadt oder Kreis als Zuständige tätig werden", so Brune.
"Sinnvoll wäre ein Konzept, das vorsieht, dass an zentralen Punkten Säcke an die Bevölkerung ausgegeben werden und diese dann wissen, wie man solche Säcke nutzt. Falsch gefüllt oder verlegt bringen Sandsäcke nichts", betont der Dienststellenleiter THW Hattingen.
Er ist der Meinung, dass es sich bei solchen Katastrophen wie der aktuellen rächt, dass heutzutage viele Menschen das Anspruchsdenken hätten, dass der Staat sich zu kümmern habe. "Keiner hat der Bevölkerung verboten, sich selbst zu helfen."
Das THW Hattingen würde gern jährliche Kurse anbieten, wie Spontanhelfer sich im Katastrophenfall nützlich machen können. "Aber auch dafür braucht man Material und ein Konzept zur Selbsthilfe", macht Ingo Brune deutlich. "Die Blaulichthelfer können nicht überall zur gleichen Zeit sein."

5.000 Sandsäcke füllten die Einsatzkräfte des THW Hattingen, um damit die Stadt Herdecke nach dem Hochwasser zu unterstützen.
Zusätzlich banden sie 100 Reisigbündel, sogenannte Faschinen.
Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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