Polizei: "Räder in erschreckendem Zustand"

Rainer Strehl und Holger Skerka bei der Fahrrad-Kontrolle im Foyer der Schule.^Foto: Magalski
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Max* hat an diesem Morgen Glück. Max hat es ohne Unfall zur Schule geschafft, dabei sind die Bremsen an seinem Fahrrad völlig ohne Funktion. Den Heimweg muss Max zu Fuß antreten, denn sein Fahrrad bleibt vorerst in der Schule. Sichergestellt von der Polizei.

Ort der Kontrolle ist an diesem trüben Novembermorgen die Realschule in Brambauer, für die Geschichte ist das aber eigentlich ohne Bedeutung. Schüler, die ohne Licht und mit unsicheren Fahrrädern den Schulweg bestreiten, gibt es jeden Tag in jeder Stadt. In Brambauer ist es schon die zweite Kontrolle an der Realschule innerhalb weniger Wochen, denn beim ersten Termin warnten sich die Schüler per WhatsApp und Facebook und parkten ihre Räder erst gar nicht auf dem Schulhof.  Heute sind Schule und Polizei auf so etwas vorbereitet. Lehrer stehen an den Wegen zur Schule und Jörg Möllmann, Bezirksbeamter in Brambauer, am Eingang zum Schulhof. Nicht, um die Schüler zu ärgern, sondern für ihre Sicherheit. Hauptkommissar Möllmann nimmt jedes Rad der ankommenden Schüler unter die Lupe und nur wenige dürfen nach seiner Inspektion weiter zum Fahrradständer. Für viele Schüler führt der Weg zuerst ins Foyer der Schule. Hier warten Verkehrssicherheitsberater Rainer Strehl, seine Kollegen von der Direktion Verkehr Verkehrsunfallprävention / Opferschutz, Astrid Knoche als Verkehrssicherheitsbeauftragte der Schule und Petra Medzech und Holger Skerka von den Radtouris Brambauer. Sie ermahnen "Lichtmuffel", schauen sich die Räder noch genauer an, notieren die Mängel auf einem Schreiben für die Eltern.

"Wir wollen, dass du auch in die achte Klasse kommst"

Reflektoren, die in den Speichen fehlen, gehören da noch das kleineren Problemen, denn gleich mehrere Male landen Fahrräder an diesem Tag mit gravierenden Problemen, etwa an den Bremsen wie das von Max, in der Ecke für die Sicherstellungen. Tränen rollen, als Rainer Strehl das Fahrrad eines Siebtklässlers dorthin schiebt. Zu viele Mängel. "Weißt du, warum wir das hier machen", fragt Strehl den Jungen. "Wir wollen, dass du auch in die achte Klasse kommst." Ein Mädchen kommt ohne Licht, das liegt aber nicht an kaputter Technik. Sie wisse nicht, wie man das Licht am Dynamo einschalte, beteuert die Schülerin auf Nachfrage. Ein Handy, ja, das habe sie aber schon, antwortet die Vierzehnjährige auf die zweite Frage des Polizisten. "Der Zustand vieler Räder ist erschreckend", zieht Rainer Strehl nach der Kontrolle Bilanz und Direktionsleiter Ralf Lindeman ergänzt: "Die Räder bieten das Komplettpaket für einen Unfall, zudem tragen viele Schüler dunkle Kleidung und keinen Helm. " Viele Eltern haben an diesem Tag Glück. Sie bekommen nur einen Brief der Schule, dass das Rad ihres Kindes nicht verkehrssicher ist. Sie müssen nur dafür sorgen, dass in einigen Tagen das Licht funktioniert und das Rad auch sonst keine Mängel mehr hat. Es stehen keine Polizisten vor der Tür, die ihnen sagen müssen, dass ihr Kind nach einem Unfall im Krankenhaus liegt, weil es an diesem trüben Novembermorgen ohne Licht am Fahrrad übersehen wurde...

*Name geändert

Thema "Verkehr" im Lokalkompass:
Zebrastreifen: "Vorrang haben Fußgänger"

Autor:

Lokalkompass Lünen / Selm aus Lünen

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