DGB-Maikundgebung in Mülheim will Impulse für eine bessere Zukunft geben
„Es geht nicht immer gerecht zu in Europa“

Sie wollen in Mülheim Impulse für ein soziales, gerechtes und friedliches Europa sezten: DGB-Organisationssekretär Jan Mrosek, DGB-Jugendbildungsreferentin Anna-Lena Priebe, Dirk Beyer (Verdi), DGB-Regionalgeschäftsführer Dieter Hillebrand, Dirk Horstkamp (IG Metall) und Haupredner Pietro Bazzoli (v.l.).
Foto: PR-Foto Köhring/SK
2Bilder
  • Sie wollen in Mülheim Impulse für ein soziales, gerechtes und friedliches Europa sezten: DGB-Organisationssekretär Jan Mrosek, DGB-Jugendbildungsreferentin Anna-Lena Priebe, Dirk Beyer (Verdi), DGB-Regionalgeschäftsführer Dieter Hillebrand, Dirk Horstkamp (IG Metall) und Haupredner Pietro Bazzoli (v.l.).
    Foto: PR-Foto Köhring/SK
  • hochgeladen von Reiner Terhorst

Alle fünf Jahre wird jeweils im Mai das Europäische Parlament gewählt. „Deshalb“, so Dieter Hillebrand, Regionalgeschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), „stellen wir dann unsere Kundgebungen am 1. Mai darauf ein und wollen Impulse für ein soziales und gerechtes Europa geben.“

Zum Tag der Arbeit soll daher auch in Mülheim deutlich gemacht werden, dass in Europa längst nicht alles richtig laufe und dieses auch für die Arbeitnehmer in Deutschland weitreichende, oftmals negative Konsequenzen hätte. Europa ist nicht weit weg, sondern ganz nah, gewissermaßen vor der eigenen Haustüre. IG Metall-Sekretär Dirk Horstkamp nannte das Beispiel des Mülheimer Werkes von Vallourec, einem französischen Konzern.

„Bei den Kollegen hier vor Ort geht die Angst um. Keiner weiß, was die Zukunft bringt. Nichts Genaues weiß man nicht“, sagt er. Dies sei unter anderem der Tatsache geschuldet, dass die französische Chefetage der deutschen Geschäftsführung keine Spielräume lasse. Es sei im Grunde genommen untragbar, dass in Paris entschieden werde, was in Mülheim passiert. Deshalb müsse am 1. Mai auch deutlich gemacht werden, dass etwa die bewährte deutsche Mitbestimmung zum praktizierten Vorbild in Europa werde.

Nicht alles über
sich ergehen lassen

Gerade junge Menschen müssten sich für ein soziales, friedliches und gerechtes Miteinander und Füreinander in Europa einsetzen, betonte Hillebrand und sprach den Brexit in Großbritannien an. Dort sei die überwältigende Mehrheit der jungen Generation gegen den Brexit und den Austritt aus der Europäischen Gemeinschaft, hätte aber nicht der Volksabstimmung teilgenommen, sondern „alles über sich ergehen lassen.“ Deshalb wolle man bei der Kundgebung am 1. Mai ab 11 Uhr auf dem Rathausmarkt auch gezielt junge Mülheimer mit ins europäische Boot holen und sie ermuntern, ihre eigene Zukunft engagiert mitzugestalten.

Das DGB-Motto in diesem Jahr lautet: „Europa. Jertzt aber richtg.“ In einer Gesprächsrunde bei der Vorstellung der Mülheimer Kundgebungs-Aktivitäten fallen Stichworte wie europaweite Standards für Arbeitnehmer, mehr Tarifbindung in ganz Europa, gleiche Chancen für Frauen und Männer, Fairness, gemeinsamer Klimaschutz, feste Mindestlöhne in jedem EU-Land und bessere Bildungschancen für alle.

Einsatz gegen
Rechtspopulismus

„Europa ist gut und wichtig. Man muss es nur richtig machen“, betont deshalb auch „mottogerecht“ Pietro Bazzoli, der Hauptredner auf der Mülheimer Mai-Kundgebung. Der langjährige, ehemalige Siemens-Betriebsratsvorsitzende und heutige 1. Bevollmächtigte der IG Metall Bocholt, kommt gerne zur Kundgebung in „sein“ Mülheim. Hier hat er entscheidende Phasen seines Berufslebens verbracht und bleibt hier fest verwurzelt. Ohnehin hat er europäische Wurzeln. Ein italienischer Vater und eine Mutter aus Ostpreußen sagen schon eine Menge über die Vielfalt in Europa, die es zu nutzen und richtig einzusetzen gelte.

Dies beinhalte auch den Kampf gegen Rechtspopulismus und das Eintreten für Demokratie und Freiheit. Bazzoli: „Eruopa hat uns seit 70 Jahren Frieden, Wohlstand und Freiheit gebracht. Es lohnt sich, dafür zu kämpfen, dass das erhalten bleibt und gestärkt wird.“

Am 1. Mai treffen sich die Kundgebungs-Teilnehmer um 10.30 Uhr an der Wiesenstraße. Mit Musik-Begleitung setzt sich der Demonstrationszug Richtung Rathausmarkt in Bewegung, wo gegen 11 Uhr die offizielle Kundgebung beginnt. Nach der Begrüßung durch den DGB-Jugendsekretär Filip Fischer und OB Ulrich Scholten wird Hauptredner Pietro Bazzoli seinen Appell für ein gemeinsames, soziales und friedliches Europa an die Mülheimer richten. Anschließend gibt es ein buntes Familienprogramm, unter anderem mit dem AWO-Spielmobil und Musik mit „Henne und Lucke“.

Sie wollen in Mülheim Impulse für ein soziales, gerechtes und friedliches Europa sezten: DGB-Organisationssekretär Jan Mrosek, DGB-Jugendbildungsreferentin Anna-Lena Priebe, Dirk Beyer (Verdi), DGB-Regionalgeschäftsführer Dieter Hillebrand, Dirk Horstkamp (IG Metall) und Haupredner Pietro Bazzoli (v.l.).
Foto: PR-Foto Köhring/SK

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen