Krätze-Epidemie nimmt kein Ende

Foto: Stada

Die KrätzeEpidemie ist nach rund 30 Vorfällen in Kitas, Schulen und Senioreneinrichtungen noch nicht überstanden. Nach einem erneuten Ausbruch in einer Schule Mitte November gibt es nun eine weitere Infektionen in einem Seniorenheim.

Das Gesundheitsamt und Dr. Dieter Weber, Amtsarzt für Infektionsschutz und Umweltmedizin der Stadt, sieht noch viel Arbeit auf sich zukommen: „Viele Ärzte erkennen die Krätzeerkrankung leider nicht sofort und verwechseln sie mit einer allergieschen Hautreaktion . Denn leider sind die auftretenden Symptome der betroffenen Patienten nicht immer eindeutig zu diagnostizieren“, erklärt Weber.

Seit Oktober tritt die Krätze in Mülheim gehäuft auf

Bei dieser hochansteckenden Hauterkrankung dringen Milben
in die Haut ein und graben sich Gänge durch dieselbige. Dieser Vorgang löst starken Juckreiz aus und ist sehr unangenehm für die Betroffenen. In Folge dessen bilden sich strichförmige Veränderungen der Haut es treten starke Rötungen auf und bei warmen Wasser wird der Juckreiz meistens noch stärker, berichtet Dr. Weber.
Eingeschleust wurde die ansteckende Krankheit höchst wahrscheinlich von Besuchern aus Nachbarstädten. „Es ist nicht ungewöhnlich, dass Infektionen ihren Weg über Besucher aus benachbarten Städten nach Mülheim finden und die Erkrankten zunächst denken, sie hätten sich eine Allergie zugezogen“, so der Amtsarzt.

Engen Hautkontakt vermeiden

Derweil wurden alle betroffenen Schulen, Kindergärten und Senioreneinrichtungen ausführlich informiert und beraten. Weber empfiehlt trotz abnehmender Infektionszahlen zum effektiven Schutz zunächst engen Hautkontakt zu vermeiden.
Dank guter Aufklärungsarbeit und gezielter medizinischer Behandlung konnten die Fälle an Mülheimer Schulen und Kitas bereits eingedämmt werden. „Trotzdem ist ein weiterer Fall in einem Seniorenheim aufgetreten. Die betroffene Person wird jetzt behandelt“, erklärt Weber.

Meldepflicht für Kitas und Schulen

Meldepflicht bei einer Krätzeerkranung besteht lediglich für Kindertageseinrichtungen und Schulen, bei Senioreneinrichtungen empfiehlt das Gesundheitsamt eine Meldung beim Amt.
„Trotz einer erhöhten Neuerkrankung in diesem Jahr, ist die Krätze in der Regel eine Einzelerkrankung, die gut zu behandeln ist. Sollten Betroffene den Verdacht hegen, sich infiziert zu haben, so sollten sie umgehend einen Arzt aufsuchen um schlimmere, eitrige Hautinfektionen zu vermeiden. Bei guter Behandlung ist der Juckreiz und eine Heilung schnell zu erreichen“, erklärt Weber abschließend.
Weitere Stimmen zur Krätzeepidemie finden sich hier und hier.

Autor:

Daniela Neumann aus Oberhausen

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