„Mit Oberhausen ist’s noch nicht vorbei!“ Improvisationstheater mit Stefan Kolosko, Nina Ender und Lukas Rauchstein

Lukas Rauchstein, im Hintergrund Angelika Stephan // Copyright Angelika Stephan
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Wo: Nina's Drehbuchwerkstatt, Marktstraße 67, 46045 Oberhausen auf Karte anzeigen

06.06.2014 um 18:00 Uhr, Marktstr. 67, Oberhausen-Innenstadt, „Stefans Serienset“ (Nina's Drehbuchwerkstatt)

„Lass das Mögliche entstehen, indem das Unmögliche versucht wird!“

Gestern ging es bei der Premiere des Stückes „DAS ZENTRUM LEBT!“ wieder sehr ereignisreich zu.

Stefan Kolosko, Nina Ender und der Musiker und Schauspieler Lukas Rauchstein bildeten in Text und Musik eine wunderbare Einheit. In der Laden-Klage-Ballade wurden all die Geschäfte in der Oberhausener erwähnt, die der Verelendung der Innenstadt schon zum Opfer gefallen waren oder kurz davor sind. Aber – die Hoffnung stirbt zuletzt – und - gemeinsam mit dem Publikum wurde es in die Welt hinausgeschrieen: „ In Oberhausen ist’s noch nicht vorbei!“ Die Gruppe von Akteuren schwärmte wogenartig aus, nahm Passanten mit und zog sie in ihre Darbietungen mit ein. Da Texte zu den vorgetragenen Liedern verteilt werden konnten, gelang dies auch mühelos. Unterstützung erhielten die Künstler auch von einigen Schauspielern des Theater Oberhausen, die auf der kleinen Drehbühne im Ladenlokal das von Nina Ender geschriebene Heimatserien-Stück aus der Oberhausener Marktstraße DEFAKA (Ein deutsches Familienkaufhaus in drei Abteilungen) mit verteilten Rollen lasen, sehr zum Vergnügen des Publikums.

Gemeinsam mit den Zuschauern wurde Kartoffelsalat zubereitet und auch später gegessen,
Kaffee getrunken und kommuniziert. So wurden diese Zuschauer gleichzeitig zu Teilnehmern der Performance. Überraschend tauchte dann auch Frau von der Bey mit zwei riesigen Fleischplatten auf, um die Künstler zu beköstigen. Die Metzgerei von der Bey wurde auch in den Texten erwähnt und ist ein Opfer der Verelendung geworden. Übrigens – die Mettwürstchen waren große Klasse!

Überschattet wurde das Event kurzfristig von dem Sturz von Nina Ender, die sich dabei so stark verletzt hatte, dass der Krankenwagen kommen musste und sie für einige Stunden im Krankenhaus verblieb. Nachdem sich die Akteure von dem ersten Schock erholt hatten,
übernahm der Musiker Lukas Rauchstein die weitere Organisation der Darbietungen. Nina Ender und Stefan Kolosko konnten nach einiger Zeit glücklicherweise wieder dabei sein.
Lukas Rauchsteins geniale Musik ist von Torfrock, Westernhagen und der Hansa-Rostock-Hymne geprägt. Rockig und mit Mut zum Tempowechsel wurden die Texte von Nina Ender wunderbar musikalisch auf dem Akkordeon interpretiert.

Auch die Musik der weiteren Musiker, u.a. auch des bekannten Mülheimer Musikers Mitchel Summer, motivierte manche Zuschauer zu spontanen, gesanglichen Einlagen.

Bis zum späten Abend ertönte Musik, wurden Gespräche geführt und das Thema der Aktion diskutiert.

Ich war ein Teil dieser Aktion und – stolz darauf!

Heute, am 07.06.2014 um 18:00 Uhr, gibt es Nachschlag von diesen außerordentlichen Improvisationen.

Seien Sie dabei!

Lukas Rauchstein, Rostocker Musiker und 2006 Gründer einer freien Theatergruppe, inszenierte „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ und stellte den Puntila dar. 2007 schrieb er die Themenmusik für die Produktion „Träumen. Schlafen vielleicht“ des Volkstheaters Rostock„ .2008 folgte „Randerscheinungen“, sein erstes offizielles Album in Eigenproduktion. Weitere Inszenierung „Der zerbrochne Krug“ und Darstellung des Dorfrichters Adam in eigener Theatergruppe sowie Komposition der Songs. Aufgrund des großen Erfolges erfolgte die Einladung ins Kleist-Theater Frankfurt/Oder. Er veröffentlichte Stücke wie „Hänsel und Gretel“ (Kindertheater mit Musik), inszenierte es in Rerik und stellte den Erzähler dar. Nachfolgende Inszenierung des Kindermärchens „Des Kaisers neue Kleider“ in Bad Doberan mit mehr als 50 Mitwirkenden (Musiker, Schauspieler, Sänger). 2009 Gründung des musikalischen Duos „Die Herren Rauchstein & Hedemann“ mit Robert Hedemann, intensive Konzerttätigkeit im Norden der Republik. Lukas Rauchstein erhielt die Hauptrolle in einer Soiree über den Komponisten „Friedrich von Flotow“. Aufgrund des großen Erfolges gab es mehrfache Wiederaufnahme in Schwerin bis 2011, auch mehrfache Wiederaufnahmen der Produktionen „Der zerbrochne Krug“, „Des Kaisers neue Kleider“ und „Hänsel und Gretel“. 2010 Titelsong „Leuchttürme“ für die Talkshow „Leuchttürme und Gespräche“ im Auftrag des Wirtschaftsministeriums MV, plus 3 weitere Songs für die Rahmengestaltung der Show. Dann trat Lukas Rauchstein eine zweiwöchige Gastspielreise durch Norditalien (Mailand, Bergamo) an. Solokonzert im Club Kamot/Klagenfurt am Wörthersee im Rahmen der Verleihung des Ingeborg-Bachmann-Preises (Koproduktion 3sat,ORF), Premiere „Tanz zu Hans“ – ein Unplugged-Solo Programm am Akkordeon mit eigenen Songs in Hamburg, Titelsong und Hauptrolle in der „Linie 7“, eine Off-Theater-Perfomance zum „Europäischen Jahr gegen Armut uns Soz. Ausgrenzung 2010“ im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales in Rostock. 2011 war er einer der Preisträger des “Treffen junge Musik-Szene” der Berliner Festspiele. Im Norddeutschland hat er in den letzten Jahren schon einige “Mucken” gespielt, einige SongSlams gewonnen. Lukas Rauchstein inszenierte und schrieb Musik für das Rostocker Volkstheater, ebenso wie für das Bundesministerien oder arbeitete mit dem Schriftsteller Peter Wawerzinek anlässlich des Ingeborg-Bachmann-Preis 2010 zusammen.

Lukas Rauchstein mischt in seiner Musik Chanson, Jazz, Pop. Einige bezeichnen ihn als den „jungen Hans Albers“. Stilistisch haben ihn Tom Waits, Rainald Grebe und Hans Albers geprägt. So kommen seine Songs oft sarkastisch und zynisch, aber auch romantisch, satirisch oder kabarettistisch daher. Sie tragen Titel wie "Tumorhumor", "Minus Ehre", "Münchhausen". Seine Lieder handeln von Armut und Ausgrenzung, vom Leben als Leuchtturm und vom Trinken. Auf der Internetseite der Udo-Lindenberg-Stiftung kann man in Lukas Rauchsteins Wettbewerbstitel für den Panik Preis reinhören, die lauten: "alle helden weggerannt", "geh nicht", "der schlimmste Tag von allen".

Viel Spaß dabei!

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