Landrat Makiolla sprach vor dem Kreistag zur aktuellen Lage
„Leider steigt die Zahl der Infizierten wieder“

Landrat Makiolla sprach vor dem Kreistag zur aktuellen Lage. Archivfoto: Magalski
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„Die Corona-Pandemie ist weder in Deutschland noch bei uns im Kreis Unna vorbei! Das zeigen nicht nur die Vorfälle im Kreis Gütersloh, sondern auch das Infektionsgeschehen in unserer Region“, so Landrat Michael Makiolla in seiner heutigen Rede im Kreistag.
Leider steigt die Anzahl der Infektionen im Kreisgebiet wieder. „Das Virus ist da und bedroht nach wie vor die Gesundheit und das Leben der Menschen im Kreis Unna.“
Deswegen appelliert der Landrat weiterhin an alle Einwohner*innen der Städte und Gemeinden, dass sie immer noch die Abstands- und Hygieneregeln einhalten, um sich und Mitmenschen zu schützen.

Noch 60 Infizierte

 Aktuell verzeichnet der Kreis Unna 60 infizierte Personen. Hier wohnen 33 Beschäftigte des Fleisch-Riesen aus Rheda-Wiedenbrück, von denen 29 unter Quarantäne stehen (wie auch deren Angehörige).
Seit dem 1. März 2020 sind insgesamt 737 Menschen im Kreis Unna positiv getestet worden. Davon sind 38 verstorben.
„Hätten sich die Menschen in den vergangenen Wochen nicht so diszipliniert an die vorgeschriebenen Kontaktbeschränkungen und Hygieneregeln gehalten, dann läge die Anzahl der schwer Erkrankten und der Todesfälle mit Sicherheit deutlich höher“, ist sich der Landrat sicher.

Insgesamt 2.639 mal Quarantäne

 Das Gesundheitsamt hat zusammen mit den örtlichen Ordnungsbehörden bis zum 5. Juni insgesamt 2.639 häusliche Quarantänen angeordnet. Gegen diese Anordnungen wurde in zwei Fällen verstoßen.
„In der Kreisverwaltung selbst hatten wir zwei infizierte Mitarbeiterinnen, die beide ihren Arbeitsplatz nicht im Kreishaus Unna gehabt haben. Darüber hinaus hatte sich auch eine Mitarbeiterin der Kreispolizeibehörde infiziert, die bereits vor ihrer Infizierung keinen Dienst verrichtet hat“, verrät Makiolla.

Wie viele Tests bislang?

Der erste laborbestätigte Corona-Fall ist der Kreisverwaltung am 1. März bekannt geworden. Seitdem wurden insgesamt 1.850 Corona-Tests durchgeführt, für deren Finanzierung eigentlich die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) zuständig gewesen wäre. Doch alle Test-Einrichtungen der KVWL sind bereits Ende Mai bzw. Anfang Juni wieder geschlossen worden, da die Testungen symptomatischer Personen wieder in den Praxen der niedergelassenen Ärzte stattfinden sollen. „Ich habe diese Entscheidung kritisiert, weil ich aufgrund der Erfahrungen in der Frühphase der Pandemie große Zweifel daran habe, ob die KVWL im Falle einer zweiten Corona-Welle überhaupt in der Lage ist, ihre Testkapazitäten kurzfristig wieder hoch zu fahren“, erklärt Makiolla.

Zweite Welle?

Die Zeit der nun niedrigen Zuwächse an Neuinfektionen nutzt die Kreisverwaltung für die Qualifizierung von rund 50 weiteren Mitarbeiter*innen aus anderen Organisationseinheiten, um für eine zweite Corona-Welle gerüstet zu sein.

Kampf gegen Ausbreitung

Zudem hat der Kreis Unna über 880.000 Masken aller Art, mehr als 3.000 Schutzkittel, rund 3.000 Ganzkörperanzüge und mehr als 180.000 Handschuhe verteilt.

Makiolla dankte im April dem Bayer-Standortleiter Dr. Dieter Heinz (l.) für die großzügige Spende an Desinfektionsmitteln. Foto: Fabiana Regino/Kreis Unna
  • Makiolla dankte im April dem Bayer-Standortleiter Dr. Dieter Heinz (l.) für die großzügige Spende an Desinfektionsmitteln. Foto: Fabiana Regino/Kreis Unna
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Die Firma Bayer in Bergkamen hat dem Kreis Unna mehr als 5.200 Liter Desinfektionsmittel überlassen, die insbesondere an Schulen weitergegeben worden sind.
„Mit weiteren Lockerungen der Kontaktbeschränkungen werden die Menschen auch in unserer Region deutlich mehr persönliche Kontakte haben als in der Zeit des Lockdowns. Dadurch wird allein die Kontaktnachverfolgung deutlich umfangreicher und aufwändiger werden, selbst wenn die Anzahl der positiv Getesteten nicht dramatisch zunimmt.“
Außerdem sei damit zu rechnen, dass das Testaufkommen in der Zuständigkeit des Gesundheitsamtes wieder signifikant ansteigen wird. „Das bedeutet aus meiner Sicht:
Die Kreisverwaltung wird sich auch in den kommenden Monaten schwerpunktmäßig mit dem Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus befassen müssen.“

Landrat Makiolla sprach vor dem Kreistag zur aktuellen Lage. Archivfoto: Magalski
Makiolla dankte im April dem Bayer-Standortleiter Dr. Dieter Heinz (l.) für die großzügige Spende an Desinfektionsmitteln. Foto: Fabiana Regino/Kreis Unna
Autor:

Anja Jungvogel aus Stadtspiegel Kamen

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