Formen angenommen
Dinslaken im Fokus der Stadtentwicklung

Die Dinslakener Innenstadt ist gut besucht.

Die Stadtentwicklung in Dinslaken hat Formen angenommen. Gut vier Jahre nach Eröffnung der Neutor Galerie kann man konstatieren, dass Dinslaken einen innerstädtischen Akzent bekommen hat. Auch die Umgestaltungen im Bereich Bahnstraße, Neutor, Neutorplatz und Rutenwall haben städtebauliche Akzente gesetzt, sodass sich Dinslaken verbessert aufgestellt hat. Das schreibt nun der Handelsverband NRW.

Immer wieder müsse man sich die Verbindungen vor Augen halten, um das städtebauliche Ensemble im Gesamten zu fördern. Der Bahnhofsbereich und dessen Umgestaltung werden folgen und sollten umgesetzt werden. Dies sei, so die Verbandsvertreter, schließlich die Willkommensbotschaft der Stadt.
Wünschenswert sei es aber auch, dass aus dem privaten Sektor ein Plus an Investionen erfolgt. Neben den Einflüssen des Onlinehandels, was zu nachlassender Kundenfrequenz und Nachfrage geführt hat, sollte man auch über marktgerechtere, das heißt größere Verkaufsflächen nachdenken. Man meinte damit, kleinere Verkaufsflächen zusammen zu legen. Ein Dinslakener Dauerbrenner wären die nicht wirklich besucherfreundlichen Passagen an der Neustraße. Joachim Vogel, Vorstandsmitglied im Verband: „Die Nähe zu den Oberzentren Oberhausen und Duisburg ist für Dinslaken nicht zu unterschätzen. Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft ist da und liegt aktuell bei 102,8 beziehungsweise 7.116 Euro pro Kopf. Damit liegt sie über dem Bundesdurchschnitt. Sie muss nur vor Ort gebunden werden.“ Auch die Weiterentwicklung des Altstadtbereiches, der die historische Komponente einer positiven Stadtentwicklung bilden würde und den Flair den dieses Quartier ausstrahlt, müsse nach wie vor im Focus liegen, so Wilhelm Bommann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes. Mit der Neutor Galerie sind in Dinslaken rund 400 Einstellplätze hinzugekommen. „Erfreulich ist auch, dass seit Dezember 2017 wieder weitere 234 Stellplätze zur Verfügung stehen“, so Bommann. Mit der Tiefgarage unter dem Stadtpark sei den Besuchern der Stadt wieder eine citynahe Parkmöglichkeit gegeben, was insbesondere das Altstadtquartier befruchten dürfte, so der Hauptgeschäftsführer. „Es ist nicht so, dass keine Verbesserungen mehr möglich wären.“ Immerhin gehöre es zum Pflichtpaket eines funktionierenden Mittelzentrums ein Park-Leit-System vorzuhalten, wie Andreas Eickhoff, Beiratsmitglied im Handelsverband, weiter anführte. Es wäre nicht nur ein Orientierungsvorteil, sondern es könnten auch unnötige Park-Such-Verkehre vermieden werden.

Park-Leit-System für bessere Regelung

Eine klare Position beziehen die Verbandsvertreter in Sachen Steuer- und Abgabenquote. Ein richtiger Schritt sei es, dass die Parkgebührenzeiten leicht eingeschränkt werden sollen (Anm. d. Red.: 8 statt 7 Uhr). Vielleicht folge man den Plänen wie in Schermbeck, wo es Ansätze geben würde die Grund- und Gewerbesteuer zu senken. "Steuern und Abgaben entziehen dem Bürger Kaufkraft, die er besser in seiner Ausgabenhoheit haben sollte", so Vogel. Dinslaken befände sich in einem starken Wettbewerb zu seinen Nachbarkommunen und müsse als Wohn- und Einkaufsstadt attraktiv für Bürger, Neubürger oder Gewerbetreibende sein. „Es wird Zeit, dass der Dinslakener in Zeiten sprudelnder Steuerquellen wieder entlastet wird“, so die Verbandsvertreter. In wenigen Städten des Verbandsgebietes lägen Gewerbegebiete und Innenstadthandel so nah beieinander, so Eickhoff. Hier böte sich an, die begonnene Vernetzung zu vertiefen und in Abstimmung mit dem Cityhandel und unter Berücksichtigung des Einzelhandelskonzeptes fachmarktorientierte Ansiedlungen anzudenken. Dazu würde auch gehören, dass die Verkehrsanbindung in Richtung Innenstadt optimiert werden müsste.

Kreisverkehr im Gewerbepark Mitte?

Man könne täglich sehen, welcher Verkehrsbelastung die Kreuzungsbereiche Hans-Böckler-Straße/Karl-Heinz-Klingen Straße beziehungsweise Hans-Böckler-Straße/Hünxer Straße ausgesetzt wären. „Nach wie vor könnten uns vorstellen, dass dort ein Kreisverkehr positive Auswirkungen hat“, so Eickhoff. Man erinnerte in diesem Zusammenhang an frühere Pläne, dort eine Kreisverkehr einzurichten. Erst so könnten sich die beiden „Magnete anziehen“ und nicht „abstoßen“. Sicherlich wäre, so Bommann, darauf zu achten, dass sich keine Konkurrenzsituation zum Einzelhandel in der Innenstadt auftäte. Aber Dinslaken hat in den letzten Jahren, so weh dies täte, an Handelszentralität verloren. Aber mit einer leichten Steigerung der Zentralitätsquote von 90,5 (2015), 93,7 (2016), 95,6 (2017) auf 96,7 (2018) wäre ein positiver Trend zu verzeichnen. Bommann: „Unser Ziel für Dinslaken ist eine Zentralitätsquote von über 100. Diese Größe entspricht unserem mittelzentralen Anspruch für die Stadt.“
Hiesfeld ist nicht nur aus Sicht des Handelsverbandes ein attraktiver Wohn- und Einkaufsstandort. Die hohe Qualität dieses Quartiers gilt es zu erhalten. „Wir freuen uns, dass über den Nahversorger in der Mitte von Hiesfeld.“ Die Bauaktivitäten in der Nähe des Jahnplatzes sind abgeschlossen und der Neubau von Kiosk und Bürgerbüro sei ein Beitrag zur Stärkung des Stadtteilzentrums Hiesfeld. „Auch Dank des ehrenamtlichen Engagements der Werbegemeinschaft ist es immer wieder möglich, den Stadtteil Hiesfeld positiv in Szene zu setzen“, so Bommann.

Vitalität von Hiesfeld

Mit Aufmerksamkeit verfolge man weiter die Diskussion um das ehemalige Zechengelände. In diesem Kontext seien auch die gemeinsamen Bemühungen mit dem Stadtmarketingverein zu sehen, dass Stadtmarketing und damit das Verkaufen der Vorzüge der Stadt im Grünen, zu verbessern. Über viele Jahre ist man in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketingverein bemüht, das engagierte Arbeiten vieler kleinerer Organisationen zu bündeln und die Werbung für die Stadt professioneller zu gestalten.

Dinslaken im Spiegel der Zahlen:

  • Einwohner (Stand 30.06.2018) 67.462
  • Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte (31.12.17) 19.432
  • Einzelhandelsrelevante Kaufkraft pro Kopf 7.116 Euro
  • Einzelhandelsumsatz pro Kopf 6.083 Euro
  • Einzelhandelszentralität 96,7 Prozent

Voerde im Spiegel der Zahlen:

  • Einwohner (Stand 30.06.2018) 36.124
  • Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte (31.12.17) 8.367
  • Einzelhandelsrelevante Kaufkraft pro Kopf 6.650 Euro
  • Einzelhandelsumsatz pro Kopf 5.506 Euro
  • Einzelhandelszentralität 93,7 Prozent

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