Familien stehen im Mittelpunkt
Ostern immer noch „etwas anders“

Nach zwei Jahren Zwangspause findet das Osterfest wieder „öffentlich“ statt. Über 80 Osterfeuer sind offiziell angemeldet. Die Flammen der Freude sind nicht zuletzt aufgrund des Ukraine-Kriegs eher Flammen der Hoffnung.
Foto: Reiner Terhorst
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  • Nach zwei Jahren Zwangspause findet das Osterfest wieder „öffentlich“ statt. Über 80 Osterfeuer sind offiziell angemeldet. Die Flammen der Freude sind nicht zuletzt aufgrund des Ukraine-Kriegs eher Flammen der Hoffnung.
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Es hat den Anschein, dass Ostern in diesem Jahr so etwas wie ein Ausbruch aus der Corona-Lethargie ist. Nach zwei Jahren Zwangspause kann wieder einiges von dem auf den Weg gebracht werden, was viele Menschen vermisst haben. Dennoch: Corona ist nicht vorbei, und der Ukraine hinterlässt seine Spuren in Seele und Gemüt.

Da tut es gut, dass unter Beachtung gebotener Vorsichtsmaßnahmen Osterfeuer, Gottesdienste, Familienbegegnungen und Musikdarbietungen wieder auf den Weg gebracht werden. Die Lockdowns an den beiden vergangenen Osterfesten liegt manchem Zeitgenossen noch schwer im Magen. Daher ist die Freude über Abwechslung im tristen Alltag groß.

In Homberg findet sogar eine Kirmes statt. Über die Feiertage drehen sich auf dem Bürgermeister-Wendel-Platz wieder die Karussells. Vom Ostersamstag bis einschließlich Ostermontag läuft dort die traditionelle Osterkirmes. Das kleine Volksfest öffnet täglich von 14 bis 22 Uhr. Um dem Ruf einer netten Familienkirmes gerecht zu werden, gibt es besonders für die Kinder viele Attraktionen.

Alte Traditionen
leben wieder auf

Am Karsamstag ist auch Familientag auf dem AWO-Ingenhammshof am Landschaftspark Nord in Obermeiderich. Beim Familienfest mit Osterfeuer von 14 bis 18 Uhr geht es heiß her auf dem Bauernhof im Schatten der Hochöfen. Für die kleinen Besucher hat das Hofteam viele bunte Kinderaktionen geplant. Neben der Eiersuche im Stroh dürfen auch das Ponyreiten und die Stallbesuche nicht fehlen. Wer dann noch Energie hat, kann sich beim Kettcar fahren austoben, während die Erwachsenen den Kaffee und Kuchen genießen.

Auch in Neumühl lebt die Tradition wieder auf. Beim nunmehr 24. Stadtteil-Osterfest am Ostersonntag, 17. April, Beginn 14 Uhr, Ende gegen 21 Uhr, gibt es endlich wieder Gelegenheit, Kontakte zu hegen und zu pflegen. Neben der Taubenhalle auf dem Schützenplatz an der Gerling-, Ecke Barbarastraße, soll die vom damaligen CDU-Bezirksvertreter und heutigen Mülheimer Oberbürgermeister Marc Buchholz initiierte Traditionsveranstaltung für die lange ersehnte Abwechslung im derzeit mehr als tristen Alltag sorgen.

Die Gemeinschaftsveranstaltung der Aktionsgemeinschaft Neumühler Kaufleute, der KG Blau-Weiß Neumühl „Die Pils-Sucher“ und der CDU Neumühl lockte vor Corona stets über 3.000 Besucher an. Nannten die Neumühler vor Corona und Ukraine-Krieg das Osterfeuer „Flammen der Freude“, so sollen es diesmal „Flammen der Hoffnung“ sein, die bei Einbruch der Dunkelheit von Ralf Heuberg entzündet werden. Der Aktivposten der Hilfsorganisation I.S.A.R. Germany hat die Schirmherrschaft übernommen.

Gottesdienste
mit viel Musik

Insgesamt sind fast 80 Osterfeuer offiziell bei der Stadt angemeldet. Die Bandbreite der Veranstalter ist riesig. Mit von der Partie sind neben vielen Nachbargemeinschaften und Kleingartenvereinen etwa der Angelsportverein Gut-Biss in Friemersheim, die Wassersportgemeinschaft Rumeln-Kaldenhausen, der Baerler Heimat- und Bürgerverein, Reiter-, Fußball-, Schwinn- und Schützenvereine, verteilt über die Gesamtstadt. Auf ihren jeweiligen Internetseiten teilen sie mit, was die Besucher dort erwartet.

Besonders die christlichen Kirchen sind froh und dankbar, dass sie das Fest der Auferstehung Jesu wieder entsprechend feiern können. Die katholische Stadtkirche und der Evangelische Kirchenkreis Duisburg bieten viele Gottesdienste mit hochkarätigen Musikdarbietungen an. „In jeder Gemeinde findet was statt“, freut sich der katholische Stadtdechant Roland Winkelmann.

In einer Videoansprache zu Ostern geht Superintendent Dr. Christoph Urban zudem auch auf die aktuellen Ereignisse ein. „Niemand darf Tod und Vernichtung über andere bringen und kein Krieg darf nach Gottes Willen sein“, sagt er darin. Er geht es auf die in der Vergangenheit im wahren Sinn des Wortes wegweisenden Ostermärsche ein.

Osterfeuer, Osternacht
und Ostereiersuche

Er endet mit den Worten: „Wir leben in einer Zeit, in der wir wieder zittern müssen, dass niemand die Nerven verliert und der Konflikt weiter eskaliert. In einer Zeit, in der wir wieder für den Frieden demonstrieren müssen. Deshalb will ich mich gerade jetzt trotzig an meinen Osterglauben halten, dass Jesus Christus den Tod überwunden hat.“ Zu sehen ist das Video auch auf dem Youtubekanal „Evangelisch in Duisburg“;

Über 70 Gottesdienste konnten und können Christinnen und Christen von Gründonnerstag bis Ostermontag in den Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreis Duisburg mitfeiern. Vom nördlichen Marxloh und Obermarxloh bis nach Ungelsheim im Duisburger Süden, und zum Teil mit ganz besonderen Gottesdiensten.

Am heutigen Samstag feiern viele Gemeinden die Osternacht mit Spätgottesdiensten und sieben laden zum begleitenden Osterfeuer ein. Am Ostersonntag hingegen sind viele Gottesdienste mit anschließendem Ostereiersuchen für Kinder oder Frühstück verbunden. Am Ostermontag wiederum feiern manche Gemeinden einen gemeinsamen zentralen Gottesdienst. Eine Übersicht zu allen Gottesdiensten finden Interessierte unter www.kirche-duisburg.de.

Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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