Hamborns Bezirksbürgermeister Marcus Jungbauer (CDU) sieht großen Herausforderungen optimistisch entgegen
Politik von Hambornern für Hamborn: „Statt roter Laterne grünes Licht“

Die Stadtteilspapziergänge, die Hamborns Bezirksbürgermeister Marcus Jungbauer (3.v.l.) inititiert hat, sollen dazu beitragen, Probleme vor Ort zu erkennen und schnell zu lösen. Unser Foto zeigt die Kommunalpolitiker, als Pfarrer Jens Dallmann (l.) ihnen seine Sicht auf Marxloh vorstellte. Darüber und über die Zukunft des Stadtbezirks Hamborn sprach der Bezirksbürgermeister jetzt ausführlich mit dem Wochen-Anzeiger. 
Fotos: Reiner Terhorst
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  • Die Stadtteilspapziergänge, die Hamborns Bezirksbürgermeister Marcus Jungbauer (3.v.l.) inititiert hat, sollen dazu beitragen, Probleme vor Ort zu erkennen und schnell zu lösen. Unser Foto zeigt die Kommunalpolitiker, als Pfarrer Jens Dallmann (l.) ihnen seine Sicht auf Marxloh vorstellte. Darüber und über die Zukunft des Stadtbezirks Hamborn sprach der Bezirksbürgermeister jetzt ausführlich mit dem Wochen-Anzeiger.
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„So knapp 160 Termine seit Ostern letzten Jahres waren das schon. Aber wenn die entsprechende Unterstützung da ist, kriegt man das schon auf die Kette.“ Marcus Jungbauer, seit Ende März 2019 Bezirksbürgermeister im Stadtbezirk Hamborn, wirkt beim Jahresgespräch mit dem Wochen-Anzeiger alles andere als gestresst. Er macht einen entspannten Eindruck und hat die Zukunft Hamborns fest im Visier.

Dass seine im Vorfeld aufgrund der Mehrheitsverhältnisse in der Bezirksvertretung Hamborn als nahezu aussichtslos angesehene Kandidatur letztlich doch zu seiner Wahl und damit zum Erfolg führte, hat ein kleines politisches Erdbeben in Duisburg ausgelöst. Schließlich wurde nicht der SPD-Kandidat Muhammet Keteci, sondern er nach Patt und anschließendem Losentscheid Nachfolger von SPD-Mann Uwe Heider. Jungbauer ist einziger CDU-Bezirksbürgermeister in der Gesamtstadt. In allen anderen Stadtbezirken haben nach wie vor Sozialdemokraten das Sagen.

Die Einschätzung von vielen Beobachtern und Wegbegleitern, das habe auch etwas mit seiner hohen Akzeptanz und Wertschätzung über alle Parteigrenzen hinweg zu tun, ist dem „Neuen“ schon fast peinlich, freut ihn natürlich und ist Motivation für seine künftige Arbeit.

"Miteinander" spielt
eine große Rolle

„Vieles, was die Menschen in Hamborn umtreibt, sind Erfahrungen und Dinge, die sie unmittelbar und persönlich betreffen“, sagt Marcus Jungbauer im Gespräch mit unserer Redaktion. Und um da helfen zu können, müsse man halt reden, nicht übereinander, sondern miteinander. Und genau dieses Miteinander spielt in seinem politischen Handeln und Wirken eine große Rolle. Hier sieht er sich auch ganz bewusst in der Tradition Uwe Heiders.

Und dennoch: er macht einiges anders. Einiges ist neu wie etwa seine „Stadtteilspaziergänge“, die unter dem Motto „Problem suchen, Problem finden, Problem lösen“ stehen könnten. Der Bezirksbürgermeister hat auch gleich ein passendes Beispiel parat. „Wir haben von Lärmbelästigungen durch lautstarke Handytelefonate an den Hotspots auf der Jägerstraße gehört, mit den betroffenen Bewohnern und den Verursachern direkt gesprochen, und so ist es eine merkliche Verbesserung und Entschärfung der Situation eingetreten“, berichtet er. Das war ein gutes Signal beim „Hamborn-Spaziergang“.

Keine "Ein-Mann-Show"
des Bezirksbürgermeisters

Einerseits sind dabei stets die Bürger eingebunden, „denn“, so Jungbauer, „wir wollen Politik vor Ort machen, von Hambornern für Hamborner.“ Am Besprechungstisch in seinem Amtszimmer im Hamborner Rathaus fügt er schnell hinzu: „Andererseits ist das keine Ein-Mann-Show des Bezirksbürgermeisters. Ich lege großen Wert darauf, dass mich meine Stellvertreter Martina Will und Claus Krönke sowie möglichst viele Mitglieder der Bezirksvertretung Hamborn begleiten, denn wenn wir in Gesprächen mit den Bürgern, Vereinen und Institutionen gemeinsam zuhören, mitreden und uns informieren, können wir auch gemeinsam entscheiden und für Verbesserungen sorgen.“

Und Entscheidungen, Verbesserungen und auch Visionen stünden halt immer an, denkt er, weiß er, sagt er. Die Situation an den Hamborner Schulen brennt ihm unter den Nägeln. Der Zustand vieler Gebäude sei nicht gerade prickelnd. Stichworte wie Sanierungsstau, Raumnot, Neubau, Containerlösung, aber auch Lehrermangel fallen. Hier wurde nach Meinung von Jungbauer viel zu viel und viel zu lange geredet, hingenommen und nicht energisch genug gehandelt. Hier müsse man einmal „richtig Druck machen.“

Der dringend erforderliche Ausbau der Ganztagsbetreuung, auch und gerade an den Kitas, ist für den Bezirksbürgermeister ebenfalls ein großes Thema. Auch hier kommen spontan Stichworte: Gesunde Ernährung, Entlastung und Hilfestellung für Familien. Die Stärkung des Einzelhandels im Stadtbezirk hat er ebenfalls im Blick. Man müsse den Bürgern verdeutlichen, dass man hier vor Ort regelrechte Nahversorgungsoasen habe, die unbedingt erhalten werden müssten.

Dankbar für die große
Chance zur Gestaltung

Dankbar ist Marcus Jungbauer für die große Chance, die sich durch das zusätzlich zur Verfügung stehende 50 Millionen-Euro-Paket für Marxloh und Alt-Hamborn – der Wochen-Anzeiger berichtete – ergeben könne. Gemeinsam mit den Bürgern sollen Ideen und Vorschläge erarbeitet werden, wie und wo man die Mittel künftig einsetzen wird. Fest steht aber schon, dass aus diesem Topf der Abriss der Rhein-Ruhr-Halle bezahlt wird. Jungbauer: „Selbst ein Park ist besser als der Ist-Zustand.“

Die Politik müsse zudem Zeichen setzen. Zeichen des Mutmachens, des „Wir wollen was erreichen“ und des „Wir lassen uns nicht alles bieten.“ Der Bezirksbürgermeister nennt da auch die Teilnahme der Bezirksvertretung an der „Thyssen-Demo“. Dort habe die Bezirkspolitik Soliodarität gezeigt: „Es kann doch nicht angehen, dass das, was in Brasilien in den Teich gesetzt wurde, in Hamborn ausgebadet werden muss.“

Marcus Jungbauer, das wurde in unserem Gespräch mehr als deutlich, stellt sich den vor Hamborn liegenden Herausforderungen. Nichts überstürzen, aber kontinuierlich und zielorientiert arbeiten, ist sein Leitmotiv. Große Unterstützung hat er durch seine Frau und die Kinder. „Ein tolles Team hier im Hamborner Rathaus gibt mir ebenfalls Rückendeckung“, freut er sich. Und sein Arbeitgeber, die Stadt Dinslaken, hat großes Verständnis für sein kommunalpolitisches Ehrenamt im Stadtbezirk Hamborn. Dafür sitzt er nicht selten um 6.30 Uhr im Büro, damit er auch seinen beruflichen Anforderungen bestmöglich nachkommen kann.

Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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