Großfamilie Aydin sucht ein Zuhause

Kuscheln auf der Couch: Die "Rasselbande" der Familie Aydin.
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  • Kuscheln auf der Couch: Die "Rasselbande" der Familie Aydin.
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Kinder sind die Zukunft, erwünscht ist der Nachwuchs bei vielen Vermietern aber nicht. Familie Aydin macht diese Erfahrung seit Jahren. Die Großfamilie sucht ein Zuhause und kassiert laufend Absagen.

Kleinanzeigen wälzen, im Internet stöbern. Seit über zwei Jahren drehen sich im Leben der Aydins viele Gespräche um das eine Thema: Endlich eine große Wohnung, vielleicht mit Garten, oder besser noch ein Haus zur Miete finden. Die Umzugskartons packen und raus aus der Wohnung an der Königsheide in Brambauer, die schon lange Zeit zu klein ist. Acht Personen auf knapp über hundert Quadratmetern. Es gibt nur zwei Kinderzimmer, im Schlafzimmer der Eltern Mustafa und Denise schlafen deshalb außerdem noch drei Kinder. Das Leben der Großfamilie spielt sich zum großen Teil in der Wohnung ab, denn draußen ist für die Kinder kein Platz. Vor dem Haus brausen die Autos auf der Königsheide vorbei, hinten im Hof ist zwischen Betonwand und Baustelle kein schöner Ort für Kinder, zumal die Hausordnung klare Regeln aufstellt, was das Spielen im Hinterhof angeht.

Absagen und der Stempel "Asozial"

"Wir wollen weg, wir müssen weg", ist für Denise und Mustafa Aydin daher klar. An der Umsetzung der Pläne scheitert es. Ungezählte Anrufe bei möglichen Vermietern haben die Aydins bereits hinter sich. Wenn die Vermieter dann von der Großfamilie erfahren, ist das Gespräch schnell beendet. Acht Personen will wohl kaum ein Vermieter ein Zuhause geben. "Freundliche Absagen sind zum Glück in der Überzahl, aber es gibt auch die Gespräche, wo man deutlich merkt, was der Mensch am Telefon gerade denkt", berichtet Denise Aydin. Sechs Kinder? Das ist doch nicht normal. Abgestempelt und in die Ecke der Asozialen gedrängt, dabei sind die Kinder gut erzogen. Denise und Mustafa macht das traurig: "Alle Welt redet davon, dass wir in Deutschland zu wenig Kinder haben, aber Hilfe für kinderreiche Familien gibt es nicht."

Kreis Unna, Hamm und Warendorf

Zum ersten Mal während ihrer langen Suche durften die Aydins vor einigen Tagen überhaupt ein Haus besichtigen - allerdings weit weg von Familie, Freunden und Job. Das ideale Zuhause, das die Familie sich so lange schon wünscht, sieht anders aus. Die Wohnungssuche gleicht einer Odyssee. Zuerst suchten die Aydins in Brambauer, dann in Lünen, schließlich im ganzen Kreis Unna. "Nun sind wir mit unserer Suche in Hamm und dem Kreis Warendorf angekommen", erzählt Mustafa Aydin. Der Erfolg bleibt aus. Und viel weiter will der Familienvater, der bei Amazon in Werne beschäftigt ist, nicht weg. Der Weg zum Arbeitsplatz wird sonst zu lang. Wer Familie Aydin helfen kann, meldet sich beim Lüner Anzeiger unter Telefon 02306 / 750 44 20.

Mehr zum Thema:
>Kleiner Zirkus Sergiano in großer Not

Autor:

Daniel Magalski aus Lünen

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