Leser besichtigten die Steag
Besuch im Herzen des stillen Kraftwerks

Leser des Lüner Anzeigers erlebten das Kraftwerk in einer besonderen Führung.
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Menschen auf dem Dach des Kesselhauses - der Wanderfalke behält die Besucher lieber im Auge! Böses haben die Zweibeiner aber nicht im Sinn, sie staunen nur über die tolle Aussicht. Der Aufstieg in luftige Höhen war ein Highlight bei der Leser-Führung durch das Steag-Kraftwerk.

Im April hatte der Lüner Anzeiger zu der Aktion eingeladen, und viele wollten mit auf Tour. Ihre Bewerbung für die besondere Führung schickten die Leser aus ganz unterschiedlichen Gründen: Hobby-Fotografen sind dabei, die nun endlich die Chance sehen für ein paar Bilder hinter den Kulissen. Eine Elektrotechnik-Meisterin hat sich aus beruflichem Interesse beworben, ein Stadtführer möchte mit, eine andere Leserin besucht gerne alte Orte und eine Witwe will sehen, wo ihr verstorbener Mann als Chemielaborant gearbeitet hat - und das ein Vierteljahrhundert. Gastgeber sein, das kann das Kraftwerk-Team und so startet der Besuch an diesem Samstag für die rund zwanzig Gewinner der Leser-Aktion mit einem zweiten Frühstück. Frikadellen, belegte Brötchen, Tomaten und Mozzarella, Kaffee und Saft stehen auf dem Tisch. Ingenieur Martin Jann, verantwortlich für den Umweltschutz und den Immissionsschutz am Kraftwerk Lünen, nutzt die Zeit, in der die Gäste schweigend kauen und zeigt eine Präsentation zum Kraftwerk. Zahlen, Daten, Fakten. Der Theorie folgt die Praxis, es geht auf das weitläufige Gelände.

Kraftwerk liegt ihm am Herzen

Martin Jann zeigt und erklärt, beantwortet Fragen und führt die Gruppe auch ins Innere der riesigen Rauchgasentschwefelung. Im Betrieb wäre das unmöglich gewesen, aber nach der Stilllegung ist das kein Problem. Der Weg führt weiter, vorbei an Kohlemühlen, die nun so still sind, eine Treppe hinauf, eine Treppe herunter und ständig gibt es neue Informationen. Das Kraftwerk liegt Ingenieur Martin Jann am Herzen, und wenn er über die Technik hier spricht, dann spürt man seine Leidenschaft für die Maschinen und seinen Arbeitsplatz. Im Kraftwerk gibt es viele spannende Ecken, aber eine der schönste ist das Kesselhaus-Dach in über achtzig Metern. Im Aufzug geht es hoch, dann noch eine letzte Treppe und die Besucher sind am Ziel: Wow, was eine Aussicht! Der Blick schweift über die Stadt im Osten, das Lippewerk, Wälder und Felder im Norden und im Westen bei gutem Wetter wie heute weit hinein ins Ruhrgebiet. Der Wanderfalke, der seit Jahren am hohen Schornstein wohnt, kreist über dem Kraftwerk. Industrie und Natur sind manchmal eben näher zusammen, als man denkt, und das nicht erst seit der Stilllegung des Steag-Kraftwerks in Lünen im Dezember.

Thema "Kraftwerk" im Lokalkompass:
> Kraftwerks-Aus - der Riese geht in Rente
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