Achtung beim Hütte-Ausfegen im Frühling – Hanta Virus wird durch Nagetiere übertragen
Seltener als Corona, aber gefährlich

Michael Herbrecht vom Forstbetriebsbezirk Dinslaken erinnert sich nur zu gut an den Vorfall von vor drei Jahren | Foto: Michael Herbrecht
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  • Michael Herbrecht vom Forstbetriebsbezirk Dinslaken erinnert sich nur zu gut an den Vorfall von vor drei Jahren
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Vorsicht vor der Rötelmaus

Alle Welt spricht aktuell von dem einen Corona Virus SARS-CoV-2, das die ganze Welt in Atem hält und das gesellschaftliche wie auch geschäftliche Leben auf unserem Planeten erheblich eingeschränkt hat.
Aber neben dieser aktuellen Bedrohung mit vielen Tausend Toten existieren noch viele weitere „unsichtbare Gegner“, welche die Gesundheit des Menschen bedrohen und im Extremfall sogar zum Tode führen können.
Eines davon, eher selten auftretend aber deswegen nicht zu vernachlässigen, ist das Hanta Virus, das in unseren Breiten hauptsächlich durch den Kot der Rötelmaus übertragen wird.
Beim Ausfegen des Kellers, der Garage oder der Gartenlaube wirbelt der Mensch Staub und mit diesem den Kot des Nagetiers auf und atmet mit ihm das Virus ein.
Während die Nagetiere selbst nicht daran erkranken, kann es beim Menschen unterschiedlich schwere Krankheitsbilder hervorrufen, vom leichten fast unbemerkten Verlauf bis hin zum tödlichen Ausgang.

Gravierender Fall beim Forstbetriebsbezirk Dinslaken

Einen gravierenden Fall dieser Infektion gab es im November 2016 im Bereich des Forstbetriebsbezirks Dinslaken. Wie Michael Herbrecht vom Forstbetriebsbezirk Dinslaken berichtet, hatten zwei Mitarbeiter des Forstbetriebes den Dachboden einer Scheune in Hiesfeld ausgefegt. Erst im Januar des nächsten Jahres stellte sich bei einem der beiden ein erhebliches Unwohlsein ein, das ihn veranlasste, seinen Hausarzt aufzusuchen. Anzeichen auf eine Infektion stellte dieser jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. Noch am selben Abend bekam der Mitarbeiter hohes Fieber mit Schüttelfrost, Schwindel und starken Kopfschmerzen. Im Krankenhaus ergaben Untersuchungen erhöhte Werte von Milz und Leber sowie schlechte Blutwerte bis hin zum akuten Nierenversagen und besorgniserregenden Lungenwerten.
Michael Herbrecht, „Nach Verlegung des Mitarbeiters in die Uni Klinik Essen stellten die dortigen Ärzte eine Infektion mit dem Hantavirus fest und konnten seinen Zustand durch gezielte Behandlung verbessern, so dass er sechs Wochen später seine Arbeit wieder aufnehmen konnte“.
Der kausale Zusammenhang mit der Arbeit in der Scheune wurde aufgrund der Inkubationszeit von fünf bis 60 Tagen hergestellt.
Ein Virus, das zwar weniger verbreitet als das aktuelle Corona Virus, aber durch eine Sterblichkeitsrate von 30 bis 40 Prozent nicht minder gefährlich ist. Diese Mortalitätsrate gilt allerdings hauptsächlich für Länder wie die USA. Hierzulande treten eher Infektionen auf, die meist durch intensivmedizinische Behandlung wieder geheilt werden, aber trotzdem schwere Krankheitsverläufe verursachen können.
Die Häufigkeit ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Im Jahr 2019 waren von dem Virus 31 Menschen im Kreis Wesel betroffen, während es im Jahr zuvor lediglich drei waren. In diesem Jahr wurde noch kein Fall bekannt.

Keine Übertragung von Mensch zu Mensch

Das Robert-Koch-Institut (RKI) rät deswegen dazu, einen Befall von Mäusen und anderen Nagetieren zu verhindern. Wenn es aber einmal dazu gekommen ist, sollte man sehen, dass man die Plagegeister möglichst schnell wieder los wird. Bei der Beseitigung ist Hygiene das oberste Gebot.
Die Infektion mit dem Hanta Virus ist meldepflichtig. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch schließen die Fachleute aus.
Herbrecht und seine Kollegen haben aus dem Vorfall gelernt. „Bei uns werden solche Arbeiten nicht mehr ohne den entsprechenden Atemschutz durchgeführt“, versichert er.

Randolf Vastmans

Michael Herbrecht vom Forstbetriebsbezirk Dinslaken erinnert sich nur zu gut an den Vorfall von vor drei Jahren | Foto: Michael Herbrecht
Vorsicht beim Vorbereiten der Gartenhütte für den Sommer
Autor:

Randolf Vastmans aus Xanten

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