Mülheim will den Folgen des Klimawandels aktiv entgegenwirken – Broich wird zum „Reallabor“
Stürme und Regen, Hitze und Blitze

Das umrandete Gebiet von Broich soll "Reallabor" für die Gesamtstadt werden und die Anpassung an den Klimawandel auf den Weg bringen.          Foto: Blossey
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  • Das umrandete Gebiet von Broich soll "Reallabor" für die Gesamtstadt werden und die Anpassung an den Klimawandel auf den Weg bringen. Foto: Blossey
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„Wenn wir schon den Klimawandel offensichtlich nicht verhindern können, so müssen wir aber alles unternehmen, die Folgen richtig einzuschätzen und Maßnahmen ergreifen, damit verantwortungsvoll umzugehen.“ So bringt Mülheims Umwelt- und Planungsdezernent Peter Vermeulen die Anstrengungen der Stadt auf den Punkt, sich dem Klimawandel zukunftsorientiert anzupassen.

Ein erster öffentlicher Dialog zu dieser notwendigen Klimaanpassung findet am Freitag, 20. September, von 15 bis 17 Uhr, im 3. Obergeschoss des Medienhauses am Synagogenplatz 3 statt. Bereits eine Stunde vorher wird durch eine Posterpräsentation auf den „Ist-Zustand“ in unserer Stadt aufmerksam gemacht, denn auch in Mülheim ist der Klimawandel spür- und messbar. Er hatte und hat Auswirkungen auf sämtliche Umwelt- und Gesellschaftsbereiche.

Ulrike Marx, Leiterin der zum Jahresbeginn installierten „Stabsstelle Klimaschutz“ hält ein großes, aussagekräftiges Poster hoch: „Mehrere außergewöhnliche Stürme haben uns in den vergangenen Jahren heimgesucht. Selbst mit ambitionierten Zielen und Maßnahmen zur Begrenzung des Klimawandels ist absehbar, dass auch der bereits stattfindende Temperaturanstieg Folgen hat.“ Es sei daher notwendig zu erkennen, wo und wie die Stadt besonders verletzlich für die Folgen des Klimawandels ist, um so besser auf dessen künftige Auswirkungen vorbereitet zu sein. „Wir brauchen einfach ein Gesamtkonzept und konkrete Umsetzungsstrategien, um darauf besser vorbereitet zu sein,“ sagt sie.

Erster Schritt am
Freitag im Medienhaus

Deshalb erarbeitet die Stadt Mülheim zurzeit, unterstützt durch ein Gutachterteam und gefördert mit Bundesmitteln aus der Nationalen Klimaschutzinitiative, ein solches Konzept. Das Projektteam besteht aus GEO-Net Umweltconsulting (Hannover, Dresden), MUST Städtebau (Köln, Amsterdam), Dr. Pecher AG (Erkrath, Bingen) sowie rund 30 Beteiligten aus allen Dezernaten der Stadtverwaltung sowie den städtischen Gesellschaften.

Die Beteiligten haben über ein Jahr hinweg die Basis geschaffen, um gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt, Politik und Wirtschaft Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel festzulegen und dann auch umzusetzen. Der erste Schritt dazu wird am Freitag im Medienhaus vollzogen. Vermeulen: „Wir wünschen uns natürlich, dass möglichst viele Mülheimer da mit von der Partie sind.“ Die Folgen von Hitze- und Trockenperioden, Starkregen und Sturm hätte Mülheim schließlich am eigenen Leib erfahren. Vollgelaufene Keller, Feuerwehr-Dauereinsätze, „fliegende Dächer“ und umgefallene Bäume seien sichtbare Folgen des Klimawandels.

Taten wichtiger
als Worthülsen

Peter Vermeulen hält aber nichts davon, „in unserer Stadt den Klimanotstand auszurufen, wie es andere Städte in der Region getan haben“. Das seien Worthülsen. Taten seien besser. Eingebunden in die Mülheimer Klimaoffensive sind daher auch sämtliche städtischen Ämter. Gemeinsam mit Marx, Planungsamtsleiter Felix Blasch und Umweltamts-Chef Dr. Jürgen Zentgraf zeigt Vermeulen auf, worum es künftig geht. Man wolle das Klimafolgewissen erweitern, die Starkregenrisiken reduzieren, die Hitzefolgen mindern, die Klimaanpassung in alle Mülheimer Planungs- und Genehmigungprozesse integrieren sowie, last but not least, die Bürgerinnen und Bürger zur Klimaanpassung aktivieren.

Im Mittelpunkt der Freitagveranstaltung soll die Frage stehen, wie sich die Stadt in den nächsten Jahren da aufstellt. Neben Maßnahmen, die die Gesamtstadt betreffen, soll die Umsetzung vor allem in Broich erprobt werden. Der Stadtteil wird deshalb eine Art „Reallabor“. Er biete, so Ulrike Marx, aufgrund seiner Lage im Stadtgebiet sowie der städtebaulichen und sozial-demographischen Struktur beste Voraussetzungen.“

Beispielhaft für
die gesamte Stadt

Besonders wichtig bei der Auswahl des Gebietes war auch die Lage klimaaktiver Bildungseinrichtungen wie die Hochschule Ruhr-West, das Klimaquartier Broich um Dr. Hans-Peter Winkelmann und die im Klimaschutz sehr aktive Werbegemeinschaft BIG im Quartier. Die „Broicher Reallabor-Ergebnisse“ sollen schließlich beispielhaft für gesamte Stadt werden.

Das umrandete Gebiet von Broich soll "Reallabor" für die Gesamtstadt werden und die Anpassung an den Klimawandel auf den Weg bringen.          Foto: Blossey
Auf diesem Poster hat die Stabsstelle Klimaschutz die Extremwettereignisse in Mülheim dokumentiert. Daraus will man Lehren ziehen.           Foto: Stadt Mülheim an der Ruhr
Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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