Heimatverein Hamborn wurde jetzt mit dem Landes-Heimat-Preis ausgezeichnet
„Heimat hat immer was mit Menschen zu tun“

Große Freude gab es bei allen Beteiligten über eine hohe Auszeichnung, die NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach jetzt in der Duisburger Synagoge an den Heimatverein Hamborn übergab. Auf dem Foto v.l. Künstler Cyrus Overbeck, Alexander Drehmann, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen, Bürgermeister Volker Mosbech, Heimatverein-Vorstand Thorsten Fischer, Ministerin Ina Scharrenbach, Heimatverein-Vorsitzender Jörg Weißmann und Beigeordneter Martin Linne.
Fotos: Reiner Terhorst
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  • Große Freude gab es bei allen Beteiligten über eine hohe Auszeichnung, die NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach jetzt in der Duisburger Synagoge an den Heimatverein Hamborn übergab. Auf dem Foto v.l. Künstler Cyrus Overbeck, Alexander Drehmann, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen, Bürgermeister Volker Mosbech, Heimatverein-Vorstand Thorsten Fischer, Ministerin Ina Scharrenbach, Heimatverein-Vorsitzender Jörg Weißmann und Beigeordneter Martin Linne.
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„Dass wir Landessieger in der Kategorie 'Geschichte und Heimat sichtbar machen' geworden sind, hat uns mit Stolz erfüllt, aber richtig gefreut haben wir uns, dass uns die Ministerin den Preis persönlich übergeben hat“, strahlt Jörg Weißmann im Gespräch mit dem Wochen-Anzeiger.

Der Vorsitzende des Heimatvereins Hamborn bringt damit seine Dankbarkeit zum Ausdruck, dass der Verein unter vielen Bewerbern aus ganz Nordrhein-Westfalen die Nase vorn hatte und mit dem Landes-Heimat-Preis in besagter Kategorie ausgezeichnet wurde. Damit verbunden ist ein Preisgeld in Höhe von 8.000 Euro, das der Heimatverein für seine weitere Arbeit gut gebrauchen könne. Andererseits gingen die wohltuenden und anerkennenden Worte von NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach „runter wie Öl“.

Der eng getaktete Terminkalender der Politikerin machte zunächst eine kurzfristige Umorganisation nötig. Zeitpunkt und ursprünglicher Ort der Preisübergabe in Beeck konnten nicht eingehalten werden. Schnell und unbürokratisch sprang die Jüdische Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen ein. Deren Geschäftsführer Alexander Drehmann empfing Ministerin Scharrenbach, Bürgermeister Volker Mosblech, den städtischen Beigeordneten Martin Linne und zahlreiche Vertreter, Unterstützer und Projektbeteiligte des Heimatvereins Hamborns im Gemeindesaal der Synagoge am Springwall im Innenhafen.

Exemplarisch
für die Stadt

Treffender hätte der Ort der Preisübergabe nicht gewählt sein können, denn der Heimatverein erhielt die Auszeichnung für sein Projekt „Aspekte jüdischen Lebens im Duisburger Norden zwischen Industrialisierung und bürgerlicher Gesellschaft – Einst und Jetzt“. Auch die Jüdische Gemeinde hat ihr inhaltliches Scherflein dazu beigetragen. Aber eigentlich, so Stadtentwicklungsdezernent Linne, sei das Nord-Projekt lediglich exemplarisch für die Gesamtstadt, denn hier gebe es überall Spuren jüdischen Lebens. Und die Aufarbeitung sei gerade in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Linne: „Heimat hat immer was mit Menschen zu tun.“

Das sieht auch die Ministerin so. Ina Scharrenbach wörtlich: „Es ist beeindruckend, mit welchem hohen Engagement und wie vielfältig sich Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich für unsere Heimat einsetzen. Einen Teil dieses herausragenden Engagements machen wir mit dem Heimatpreis sichtbar.“ Und sichtbar gemacht wird auch das Projekt des Heimatvereins noch in mehrfacher Hinsicht.

Im Zentrum des Projekts steht die bisher weitgehend unbeachtete Aufbauleistung von Jüdinnen und Juden im Duisburger Norden. Jüdisches Leben, das es seit dem Mittelalter dort gegeben hat, das in der NS-Zeit ausgelöscht wurde und jetzt, zumindest vereinzelt, zu neuem Leben erwacht. Bei dem Projekt geht es auch darum, zu zeigen und spannend zu vermitteln, welche Kräfte neben der bekannten Geschichte von Kohle und Stahl sonst noch zur Entwicklung des Umfelds beigetragen haben, das viel mehr Menschen Heimat ist, als von Außenstehenden oft angenommen wurde.

Die Weichen
sind gestellt

Es wird Fachvorträge geben, lebendige Führungen durch die Stadtteile vor Ort sowie die konkrete Umwandung der früheren Brotfabrik Overbeck in Beeck zu einem neuen Ort heimatlicher Aktivitäten. Dort wird auch die Ausstellung „Jüdisches Leben vom Mittelalter bis zur Gegenwart“ eine Heimat finden. Der Hausherr, der renommierte Duisburger Künstler Cyrus Overbeck, hat dazu gemeinsam mit Jörg Weißmann und dessen Vorstandskollegen Thorsten Fischer die entsprechenden Weichen gestellt. Dazu gehören ein Schulprojekt mit der Gesamtschule Beeck, in dem die Historie der Heimat Duisburg beleuchtet wird sowie Infoveranstaltungen und Konzerte.

„Das alles“, so Weißmann, „wird bis zum Ende des Jahres auf reges Interesse stoßen.“ Bürgermeister Volker Mosblech, der den Heimatverein für den Landes-Heimat-Preis NRW persönlich vorschlug und somit die Initialzündung für die Auszeichnung gab, ist mit der Ministerin überzeugt, dass das Projekt in besonderer Weise deutlich macht, wie breit das Thema Heimat sein kann und welche Dimensionen es umfasst, wenn es zugewandt und zugleich kritisch beleuchtet wird. Heimat sei halt Vielfalt.

Das Projekt des Hamborner Heimatvereins ist übrigens nicht in NRW, sondern auch im Bund auf großes Interesse gestoßen und erhielt vom Bundesinnenministerium neben Lob und Anerkennung zusätzliche Fördermittel. Jörg Weißmann das genau zehn Jahre, nachdem er den Verein ins Leben rief, ganz besonders: „Das alles sind ja richtige richtige Jubiläumsgeschenke.“

Projektbeteiligte

> Am „ausgezeichneten“ Projekt des Heimatvereins Hamborn sind auch die Jüdische Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen, das Stadtarchiv Duisburg, das Zentrum für Erinnerungskultur Demokratie und Menschenrechte, Stadtarchäologe Dr. Kai Thomas Platz und seine Frau Dr. Maxi Platz, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, der Duisburger Künstler Cyrus Overbeck, der Historiker Dr. Ludger Heid und der Mercator-Verlag beteiligt.

Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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