Die Mannschaften der RESG Walsum müssen sich weiter in Geduld üben, ob es weitergeht
Mehrere Optionen

Spannende Duelle wünschen sich nicht nur Sebastian Haas und Jan-Erik Dobbratz. Die Fans der Walsumer erhoffen sich ebenfalls eine Rückkehr zum Ligabetrieb, weiterhin ist Geduld gefragt. | Foto: Ralf Isselhorst
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  • Spannende Duelle wünschen sich nicht nur Sebastian Haas und Jan-Erik Dobbratz. Die Fans der Walsumer erhoffen sich ebenfalls eine Rückkehr zum Ligabetrieb, weiterhin ist Geduld gefragt.
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Seit Oktober ruht der Ball für alle Rollhockey-Fans bundesweit. Mit sinkenden Infektionszahlen ist die Hoffnung bei allen Beteiligten natürlich groß, dass es irgendwann wieder weitergehen könnte. Der Verband prüft mehrere Modelle, um einen Re-Start möglich zu machen. Die RESG-Trainer blicken gespannt in die Zukunft.

Platz im Rollhockey-Sportkalender wurde schon geschaffen, um weitere freie Wochenenden zu haben. Die Senioren EM soll Ende August starten, der Vorstand der Sportkommission Rollhockey hat die Deutschen Nachwuchs-Meisterschaften abgesagt, die im Anschluss an die Bundesliga-Runde im Juni hätten ausgetragen werden sollen. Der größte Landesverband NRW hatte zuvor bereits seine Nachwuchs-Landesmeisterschaften abgesagt, die die Qualifikationsrunden für die DM-Endrunden darstellen.
Hinzu kommt, dass alle deutschen Mannschaften ihre Teilnahme am internationalen Wettbewerb zurückgezogen haben. Die Euroliga, Female League und WSE-Cup werden nur mit Mannschaften aus Portugal, Spanien und Italien zu Ende gespielt, wobei mit Hockey Sarzana nur eine italienische Mannschaft dabei ist. Die Teams aus den Ländern Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich und England haben auf ihr Startrecht verzichtet. Im Vergleich zu den südeuropäischen Ländern, konnte der Spielbetrieb nicht aufrechterhalten werden, aufgrund der Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.
Mit dem Verzicht wäre die Sache eigentlich erledigt, wenn die betroffenen Vereine auch ihr Startgeld zurückbekommen würden, dass behält der europäische Verband noch ein, obwohl kein einziges Spiel in seinen Wettbewerben ausgetragen wurde und das Ausscheiden der Clubs, die der Corona-Zwangspause ausgesetzt sind, keineswegs eine freiwillige Entscheidung war. Der Deutsche Rollsport und Inlineverband (DRIV) sowie die anderen nationalen Verbände der ausgeschiedenen Teilnehmer haben bereits reagiert und für ihre Vereine die Erstattung eingefordert.

Bedingungen abseits der Halle schwierig

National prüft der DRIV verschiedene Optionen, um den Ligabetrieb noch zu Ende bringen zu können. Im Gespräch sind unter anderem eine Reduzierung des Liga-Spielbetriebs. Für eine doppelte Runde mit anschließenden Play-Offs fehlt dann in den beiden ersten Bundesligen schlichtweg die Zeit. Mehrere alternative Grundmodelle für die Rollhockey-Bundesligen und den DRIV-Pokal liegen parat, um die weiterhin unterbrochene Saison doch noch abschließen zu können.
Für RESG-Männer Trainer Christopher Nusch wäre eine Fortsetzung ein positives Signal: "Es wäre schön, wenn wir bald wieder in die Halle könnten und unseren Sport betreiben dürfen. Ob es dann einen offiziellen Spielbetrieb geben wird oder nicht, ist eigentlich egal. Irgendwas werden wir machen, wenn es uns erlaubt ist. Ich denke aber auch, dass, wenn die Politik es erlaubt, wir schon eine Saison in welcher Form auch immer zu Ende spielen können." Für Nusch spielt dabei keine Rolle, wie gespielt wird, Hauptsache die Mannschaften können wieder auf das Parkett und im Wettkampf gegeneinander antreten: "Es ist egal, wie weitergespielt wird. Hauptsache, es wird irgendwann wieder gespielt. Ob als Wettbewerb oder mit Freundschaftsturnieren, völlig egal. Unser Sport muss wieder gespielt werden, nur dann kann er bestehen bleiben."

Hygienekonzept für mögliche Zuschauer Rückkehr steht

Christopher Nusch ist seit seiner Jugend Teil des Vereins, hat alle Mannschaften durchlaufen, steht jetzt hinter der Bande und spielt bei Bedarf auch selber noch mit. Eine so lange Zeit ohne Rollhockey gab es in seiner Sportlerkarriere noch nie, zumal die Bedingungen, zuhause zu trainieren ohne Schläger und Ball, nicht ideal sind, so Nusch: "Es gibt einen Trainingsplan, aber hierbei geht es nur um Fitness. Viele von uns haben ihr Material in der Halle eingeschlossen. Davon abgesehen, ist es kaum möglich, irgendwo zu zocken. Entweder stimmen die Bodenverhältnisse nicht. Oder die Anwohner beschweren sich über Lärm, oder das Wetter passt nicht. Alles nicht so einfach. Aber etwas laufen und individuelle Fitness-Übungen zuhause, das machen fast alle."
Nusch und seine Spieler werden weiterhin gespannt nach vorne schauen, seine Jungs sind in jedem Fall bereit, wieder einzusteigen. Allerdings bedarf es einer gewissen Vorlaufzeit, damit wieder gespielt werden kann. Nach der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs in den Vereinen wird es nicht gleich in der Woche darauf zu ersten Begegnungen kommen können. Die Bewegungsabläufe im Rollhockey sind zu komplex. Ausreichend Trainingszeit für einen möglichst verletzungsfreien Neu-Start ist daher unabdingbar. So wird die Pause im Spielbetrieb deutlich länger dauern, als die Pause im Trainingsbetrieb.
Damen-Trainer Markus Lusina vertritt eine andere Position zum Thema Re-Start: "Ich denke, dass die Saison nach Ostern noch nicht weitergehen wird. Der Spielbetrieb sollte auch nicht weitergehen, wir können alle froh sein, wenn wir einigermaßen gesund durchkommen, da gibt es wichtigeres als Rollhockey, auch wenn ich die Mädels und den Sport vermisse." So wie bei den Männern auch, gibt es Trainingspläne und es wird über Plattformen miteinander gesprochen: "Wir treffen uns zwischen durch mal online zum Gespräch, damit wir weiter Kontakt haben. Die Mannschaft hält sich soweit fit. Wir machen ab und zu mal ein Online- Workout, was die Mädels Planen und dann vormachen."
Eine Fortführung der Saison hat seine Vor- und Nachteile. Die RESG wäre jedenfalls vorbereitet, wieder einsteigen zu können, selbst für den Fall, dass Zuschauer wieder zugelassen werden könnten. Die Verantwortlichen hatten schon zu Saisonbeginn ein Hygienekonzept entwickelt, um für die Sicherheit der Zuschauer zu sorgen.

Spannende Duelle wünschen sich nicht nur Sebastian Haas und Jan-Erik Dobbratz. Die Fans der Walsumer erhoffen sich ebenfalls eine Rückkehr zum Ligabetrieb, weiterhin ist Geduld gefragt. | Foto: Ralf Isselhorst
Lisa Dobbratz würde mit ihren Teamkollegen gerne wieder dem Ball in der Sporthalle Beckersloh hinterher jagen. Der Spielbetrieb wurde bis Ostern ausgesetzt, der Verband prüft mehrere Optionen, um in den Ligen noch einen Abschluss zu finden. Bis dahin bleiben nur Training @home und Videokonferenzen. | Foto: Ralf Isselhorst
Autor:

Marcel Faßbender aus Duisburg

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