Straßen verstopft, Notdurft am Wegesrand, Müll in der Natur
Ignoranten im Schnee

Der Radio-Verkehrsfunk am vergangenen Sonntag vermeldete Orte, die man dort sonst kaum hört: Brilon, Hellenthal, Niedersfeld. Ansturm auf die schneebedeckten Höhen Nordrhein-Westfalens. Symbolbild: Daniel Magalski
  • Der Radio-Verkehrsfunk am vergangenen Sonntag vermeldete Orte, die man dort sonst kaum hört: Brilon, Hellenthal, Niedersfeld. Ansturm auf die schneebedeckten Höhen Nordrhein-Westfalens. Symbolbild: Daniel Magalski
  • hochgeladen von Marc Keiterling

"Charakter zeigt sich in der Krise". Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt prägte diesen Ausspruch. Angesichts der Verhältnisse in den Höhenlagen Nordrhein-Westfalens am vergangenen Wochenende muss hier vielen Zeitgenossen ein massives Defizit attestiert werden. 

Schnee im Sauerland und in der Eifel. So etwas lockt immer an und in pandemiefreien Zeiten ist es gut für Liftbetreiber, Gastronomie oder Einzelhandel, die sich an den Wochenenden auf die Tagestouristen freuen. Im Januar 2021 sind corona-bedingt jedoch sämtlich genannte Einrichtungen geschlossen. Was viele Menschen nicht davon abhält, dennoch dorthin zu reisen. Erste sichtbare Folge: Verstopfte Straßen rund um Brilon, Winterberg und Schmallenberg im Sauerland. Das gleiche Bild in Hellenthal und Udenbreth in der Eifel.

Pöbeleien, Notdurft, Müllentsorgung

Bei Staus allein blieb es nicht. Die Abstands- und Maskenpflicht geriet an vielen Stellen ebenso in Vergessenheit wie grundlegendstes Sozialverhalten. Ordnungskräfte wurden angepöbelt und sogar bedroht, Müll hemmungslos in der Landschaft entsorgt, Zufahrten waren vielerorts zugeparkt und sogar die Notdurft wurde auf Privatgrundstücken verrichtet. 

Allgemeines Betretungsverbot

Aufgrund dieses Szenarios hat etwa die Stadt Winterberg per Allgemeinverfügung ein bis zunächst Sonntag, 10. Januar, geltendes Betretungsverbot für die rund 40 Pisten in Altastenberg, Neuastenberg, Niedersfeld, Winterberg, Züschen, die dazugehörigen Parkplätze sowie rund um den Kahlen Asten und der Großraumparkplatz Bremberg erlassen. Ziel des Betretungsverbotes ist es, dass Tagestouristen erst gar nicht anreisen. Die Polizei im Hochsauerlandkreis hat weiter verstärkte Kontrollen angekündigt.

Am letzten Wochenende schritten die eingesetzten Kräfte der Stadt Winterberg und der Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis bereits konsequent bei festgestellten Verstößen der betreffenden Ignoranten ein. Insgesamt wurden festgestellt: 150 Verwarngelder wegen Parkverstößen, 26 Verwarngelder für Verkehrsverstöße, drei Ordnungswidrigkeitenanzeigen für Verkehrsverstöße, 63 Platzverweise, sechs Verstöße gegen die Maskenpflicht, 19 Verstöße gegen das Betretungsverbot, fünf Verstöße gegen Kontaktbeschränkung. Auch wurden zwei Strafanzeigen wegen Körperverletzung geschrieben.

Darüberhinaus wurden der Polizei diverse Verkehrsunfälle mit Sachschäden, die im Zusammenhang mit dem Verkehrschaos rund um Winterberg standen, gemeldet. Darüber hinaus wurden Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung an PKWs und Beleidigungen erstattet.

Kommentar: Asozial!

Sie verrichten ihre Notdurft an und in Grundstücken von Anwohnern, sie feuern den kaputten Schlitten aus dem Auto in den Straßengraben und schmeißen den Müll, den ihr Proviant produzierte, gleich noch hinterher. Wer das tut verhält sich asozial! Da braucht auch keiner darauf zu verweisen, dass Toiletten und Restaurants nicht zur Verfügung stehen. In diesen belastenden Zeiten würden wir alle gern ein wenig Ablenkung genießen. Gerade wenn einmal Schnee in die höheren Lagen unseres Landes lockt. Der Versuchung muss jedoch aktuell widerstanden werden. Nur Asoziale penetrieren Einwohner, Natur und Mitmenschen allgemein! Also gehen Sie heimatnah spazieren - auch wenn dort kein Schnee liegt. Es kommen auch wieder andere Zeiten.
Marc Keiterling     

Autor:

Marc Keiterling aus Essen

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