Wenn der Hahn kräht

Die Dämmung des geschützten Hauses fällt nicht auf. Der Bauherr ließ wieder Holzfenster in der ursprünglichen Form einsetzen. | Foto: PR-Foto Köhring/JA
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Ökologisch Heizen und Leben ist nicht immer einfach. Davon kann Frank Elberzhagen aus der Kleiststraße ein Liedchen singen.

Wenn eines Tages die Hühner im Garten krähen, hat Elbertzhagen seinen Traum vom „anders Leben“, verwirklicht. Doch der Weg war und ist schwer. Als er das ehemalige Zechenhaus 2006 kauft, ist von Denkmalschutz keine Rede.

Doch das ändert sich, als die Stadt die Häuser zu erhaltenswürdigen Gebäuden erklärt. Damit platzt für den Bauherrn so manch ein Traum vom ökologischen Wohnen: Die geplante zwölf Zentimeter dicke Aussendämmung schmilzt auf die Hälfte zusammen. Die Solarthermieanlage darf nicht mehr auf das Dach gebaut werden, sondern muss ins Dach integriert werden. Und der Einbau von größeren Fenstern im Dachgeschoss scheitertern am behördlichen Widerstand, obwohl in den Brandschutzbestimmungen etwas anderes steht.

Ökologisch steht das Haus heute erheblich besser dar als je zuvor. Die Nachtspeicheröfen sind einer ökologischen Pelletheizung in Kombination mit der Solarthermieanlage gewichen - die Kohlendioxid-Bilanz heute erheblich besser als einst. Unter den Hohlfalzziegeln aus Ton liegt eine Holzfaserdämmung, die der Sonneneinstrahlung dreimal länger standhält als Mineralfasern.

Die vorhandenen Dachfenster sind mit Rollos versehen, um ein Aufheizen der oberen Räume zu verhindern. Die dreifach verglasten Holzfenster sorgen für Ruhe und verhindern den Wärmeabfluss im Winter. Die Kellerdeckendämmung garantiert warme Füße im Erdgeschoss.

Der hydraulische Abgleich des Heizungssystems nach Beendigung der Dämmmaßnahmen bringt noch einmal für eine rund 15-prozentige Ersparnis der Heizkosten.

„Wichtig ist, dass alle Gewerke und Materialien genau aufeinander abgestimmt sind“, erklärt Diplomingenieur Siegbert Unger. Der Berater der Klimaschutzinitiative Mülheim begleitet den Bauherrn seit Sanierungsbeginn.
„Es ist ein cooles Gefühl klimafreundlich zu wohnen“, sagt Elberzhagen. Die Pellets seien ebenso Kohlendioxidneutral wie der Ökostrom. Natürlich bedauert er, dass sein „altes“ Haus noch immer 15 Prozent mehr Energie verbraucht als ein nach heutigem Standard gebautes. „Mit der angedachten Außendämmung hätte hätten wir das auch geschafft. Aber das war ja nicht gewollt.“ Doch sein Kampf ist noch nicht zu Ende: Einige kritische Punkte will der Hausherr vom Verwaltungsgericht klären lassen.

Autor:

Dirk-R. Heuer aus Hilden

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